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Rorri Runculos
Rorri Runculos
Spezies
Mensch
Klasse
Lehrling
Gilde
Gildenlos
Stadt
URL
Charakterbeschreibung

Spitznamen: Bienen Runci
Alter: 65
Herkunfstort: Kleine Stadt im Norden
Gesinnung: versucht gut zu sein, aber der Alkohol verdirbt ihn ab und an
Glauben: Versteht die Priester und Götter nicht, fügt sich jedoch wenn es sein muss. Glaubt an die Fruchtbarkeit der Erde.
Familienstand: Verwitwet. Frau und Tochter sind bei einer Raufferei/einem Angriff von verrückt gewordenen Soldaten ums Leben gekommen. Die Schuld dafür gibt er sich noch heute, weil er in seiner Trunkenheit Böses gegen die Wachen gesagt hat und seiner Familie beim Angriff aufgrund seines Zustands nicht helfen.
Berufswunsch: Naturhandwerker. Hat sich bislang mit Kleinarbeiten und Feldarbeit durchgeschlagen. Während seiner Zeit als Einsiedler ist ihm eine Bienenkönigin zugeflogen. So wurde er zum Imker und hat sein eigenes Met gebraut.

Äusseres
Grösse: 1.75 m
Figur: eher schmal, unscheinbar, schlaksig, etwas knochig, gebräunt. Seine Arme scheinen im Verhältnis zu seinem Körper zu lang zu sein und seine Füsse viel zu gross.
Augenfarbe: Dunkelbraun
Merkmale: Tiefliegende Augen mit Augenringen, zerfurchtes Gesicht mit Falten, Kleine Narben auf Händen, Armen und Beinen von der täglichen Plaggerei, zerzaust, grau braune Haare, schmale, durch Kummer gezeichnete Lippen, Hakennase, Eulen-hafte Augenbrauen, zerzauster Bart der bis zum Solarplexus reicht.
Auftreten: ruhig, zurückhaltend, spricht spärlich und nur das nötigste, es sei denn, man gibt ihm einen Trank zum Schweben. Der hat Nebenwirkungen und lässt ihn wirres Zeug reden. Möchte nicht auffallen und in Ruhe gelassen werden, bleibt jedoch höflich, wenn er angesprochen wird und hilft, wenn er kann.
Sprechweise: kurz, knapp, eher leise, Bariton, wenn er aufgeregt ist, dann wir seine Stimme höher.

Inneres
Vorlieben: Zurückgezogen leben, Einsiedler. Liebt sein Bienenvolk, seine kleine Hütte und das Bächlein in der Nähe und manchmal etwas zu viel Met. Hat gerne einen geregelten, einfach, unspektakulären Alltag. Möchte in Ruhe gelassen werden.
Werte und Überzeugungen: Glaubt an die Kraft der Natur und an das Schicksal. Will von Religionen und Priestern nichts wissen.
Stärken: ruhig, gelassen, einfühlsam, einfach
Schwächen: unsicher, zu fokusiert auf seine Bienen, vergisst sich dabei.
Ticks: bei Aufregung und zu viel Alkohol plappert er wild drauf los. Fängt einfach ohne Grund an zu singen und tanzen.
Motivatoren: Will in Ruhe weit weg von den Menschen leben.
Ängste: Von seiner Vergangenheit und seinen Schuldgefühlen eingeholt zu werden und vom Schmerz übermannt zu werden.
Geheimnisse: Hat mit seiner Freundin, später Frau, im Hinterzimmer des heruntergekommenen Gasthofs eine Schäferstündchen, bevor die offizielle Verbindung zelebriert worden war.
Bekanntenkreis: Einsiedler. Die einzigen Freunde die er hat sind seine Bienen.

Rorri Runculos' Kindheit war ein Gemälde des Nordens: behütet auf einem Bauernhof, bestimmt, das Lebenswerk seiner Eltern zu übernehmen. Doch das Schicksal schlug zu. Ein glühender Blitz zerriss die Idylle, ein unbändiges Inferno verschlang alles. Nicht nur das Zuhause, sondern auch den Anker seiner Familie. Aus der Asche vertrieben, suchten sie ihr Glück in der nächsten Stadt – ein Ort, der sich schnell als Schreckenskammer entpuppte.

Die "Stadtkrankheit" – eine ätzende, grünliche und stinkende Luft – raubte ihm zuerst seine Mutter und kurz darauf seine kleine Schwester. Der Vater, zerbrochen von Trauer und Verzweiflung, irrlichterte fortan durch die Gassen, bis er eines Tages vom Wachturm sprang, einem Wahn verfallen, er könne fliegen. Rorri, entwurzelt und der Welt der blühenden Felder entrissen, verdingte sich mit jeder niederen Arbeit, die er finden konnte. Nur so konnte er sich ernähren und das schimmelige, von Moder durchzogene Hinterzimmer im ältesten Gasthof der Stadt bezahlen. Ein Loch, das seine innere Leere nur noch verstärkte.

Doch selbst im tiefsten Elend blühte unerwartet ein zarter Lichtblick. In den schattigen Gassen, wo Hoffnung oft erstickte, traf er auf die liebreizende Cadisha. Ihre Intelligenz, gepaart mit seiner Geschicklichkeit, wurde zu ihrem gemeinsamen Rettungsanker. Gemeinsam zogen sie sich aus dem Sumpf des Daseins, Stein für Stein bauten sie sich ein lebenswerteres Leben auf. In einer Nacht, die von Leidenschaft und dem Echo verborgener Wünsche erfüllt war – eine frevelhafte Vereinigung vor dem Segen der Priester – erkannten sie, dass ihre Seelen für immer miteinander verwoben waren. Sie traten vor die Priester, die ihre Gemeinschaft im Namen der Götter besiegelten.
Ein Jahr später erfüllte das zarte Weinen ihrer Tochter Magala ihr Glück. Jahre des Lachens, der Verbundenheit und der stillen Zufriedenheit vergingen. Doch das Schicksal hatte noch nicht genug von Rorri gefordert. Ein dürrer, glühend heißer Sommer legte sich wie ein Todesfluch über das Land. Die Ernte verdorrte, Flüsse versiegten zu staubigen Rinnen, und eine unerbittliche Seuche, der "Grüne Tod", fegte durch die Bevölkerung. Cadisha, seine liebste Cadisha, erkrankte. Die grüne Fäulnis krallte sich an sie. Doch das verdiente Geld reichte kaum für das spärliche Essen, das es noch zu kaufen gab, geschweige denn für teure Kräuter oder die heilenden Hände der Priester.
Rorri und Magala schufteten Tag und Nacht, ihre Körper gezeichnet von Müdigkeit, um Cadisha nur ein wenig Linderung zu verschaffen. Doch ihre Bemühungen waren vergeblich. Cadisha versank immer tiefer im Wahnsinn. Die unerträgliche Sorge um seine Frau, die endlose Arbeit und die schlaflosen Nächte zermürbten Rorri. Immer häufiger griff er zur Flasche, um den Frust und die panische Angst hinunterzuspülen, die an seiner Seele nagten.

In einer stürmischen Nacht, während seine Tochter vor Erschöpfung und Cadisha im Fieberwahn schliefen, schlich sich Rorri erneut in die Kneipe, ein verzweifelter Versuch, der Wirklichkeit für einen Moment zu entfliehen. Doch während er sich betäubte, brach der Wahnsinn über die Stadt herein. Die Stadtwachen, blind vor Rausch und Grausamkeit, fegten durch die Gassen. Sie schlugen und töteten wahllos, ohne Ansehen von Person oder Rasse. Ihr brutaler Zug führte sie auch zu Rorris bescheidener Behausung. In seiner hastigen Flucht in die Kneipe hatte Rorri die Tür unverschlossen gelassen. Die Wachen brachen ein, ihre bestialische Wut entlud sich an seiner wehrlosen Familie.
Von Geflüster in der Kneipe und einer bösen Ahnung getrieben, eilte Rorri zurück, seine Schritte stolperten durch die dunklen Gassen. Er versuchte, die Wachen zu stoppen, doch die Trunkenheit lähmte seine Glieder, beraubte ihn jeglicher Kraft. Gefangen in seinem eigenen Körper, musste er zusehen, wie seine Welt ein zweites Mal in Trümmer gelegt wurde. Seine Familie, ermordet vor seinen Augen. Die Wachen schleiften ihn, mehr tot als lebendig, durch die Straßen. Als sie ihn schließlich in einer schmutzigen Gasse ließen, war sein Geist gebrochen, sein Körper ein Wrack.

Als Rorri aus dem Nebel des Schocks erwachte, waren seine ersten Gedanken bei Cadisha und Magala. Er fand ihre leblosen Körper, trug sie aus der Stadt hinaus und begrub sie unter einem jungen Apfelbaum. Das Innere zerrissen, ließ er alles zurück. Er irrte monatelang ziellos umher, ein wandelndes Gespenst von Hunger und Elend, bis er in der tiefsten Einsamkeit und Stille eine kleine, verlassene Hütte fand. Dort ließ er sich nieder, ein Versuch, sein zerrüttetes Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Eines strahlenden Frühlingstages landete eine Bienenkönigin auf seinem Fensterbrett. Er fütterte sie mit Zuckerwasser, ließ sie in einem Loch im Giebel ruhen. Bald darauf baute sie ein ganzes Volk auf. Rorri, mit seinen geschickten Händen, errichtete ihnen ein Zuhause. Die Bienen und ihre Königin wurden zu seiner neuen Familie, ein leises Echo der Gemeinschaft, die er verloren hatte. So lebte er friedlich, abgeschieden, braute Met, baute an, was er zum Überleben brauchte. Er fand seinen inneren Frieden wieder, auch wenn er der Welt die Grausamkeiten, die er erlebt hatte, nie ganz verzeihen konnte. Fremden gegenüber war er höflich, wechselte ein paar knappe Worte. Doch für mehr war er nicht mehr bereit.

Eines sonnigen Mittags jedoch, während er seinen wohlverdienten Mittagsschlaf hielt, wurde er von seltsamen Geräuschen geweckt. Jemand schlich um seine Hütte. Er spähte aus dem Fenster, doch niemand war zu sehen. Er wähnte sich schon getäuscht, als ihn plötzlich eine unsichtbare Macht festhielt. Zwei unheimliche, fremde Gestalten standen plötzlich in seiner Hütte. Einer von ihnen zwang ihm eine widerlich blaue Flüssigkeit ein. Ein Kribbeln durchfuhr seinen gesamten Körper, und ein unerwartetes Kichern entwich ihm, als er vom Boden abhob und schwebte. Lange hatte er sich nicht mehr so leicht und unbeschwert gefühlt, und die bedrohlichen Besucher schienen plötzlich nicht mehr ganz so furchteinflößend.

Sie zogen ihn mit sich fort aus seiner geliebten Hütte. Das Hochgefühl wich nackter Panik – Panik um seine Bienen, die er verlassen hatte. Er protestierte lautstark, jammerte, doch es nützte nichts. Sie brachten ihn in die Unterstadt, wo er in einen feuchten Kerker geworfen wurde. Als die Wirkung des blauen Elixiers nachließ, erkannte er die ganze Misere seiner Lage. Doch lange Zeit zum Nachdenken, warum er aus seiner Abgeschiedenheit gerissen worden war, blieb ihm nicht. Er wurde in eine Arena gebracht, zur Belustigung der Drow, um mit bloßen Händen zu kämpfen! Er scheiterte kläglich, fand ein brutales Ende.

Nach einer Ewigkeit im Nebel des Todes schien dieser sich zu lichten. Ein schwaches Licht drang an seine Augen. War dies das Jenseits? Nein, dafür war es hier zu nass, zu kalt, zu muffig. Langsam realisierte er: Er war von den Toten zurückgekehrt. Doch was nun? Wie sollte er dieser Arena entkommen, bevor die Drow ihn erneut fassen und seinem Schicksal entgegenwerfen konnten? Die Luft war erfüllt vom Geruch von Schweiß, Angst und dem leisen Knistern dunkler Magie, die von den Rängen herabzulaufen schien. Er spürte den harten Boden unter sich, die Enge der feuchten Luft in seinen Lungen. Ein Überlebensinstinkt, den er fast vergessen hatte, erwachte in ihm. Er blickte sich um, seine Augen suchten nach einem Ausweg, nach einem Hinweis, wie er diesem Albtraum entkommen konnte...