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Scherben des Mondzerrspiegels [Lacrima - Prolog I]

Kaimond Devenor[GFl]

Das Gebet ist sein stetiger Begleiter, an jedem Morgen und Abend. Die Stille in dem Raum mit dem kleinen Schrein ist wohlig und legt sich um ihn wie ein wärmender Mantel. Sünden gilt es zu büßen, stetig die seinen und die der anderen. Sünden und wieder Sünden, eingewoben wie in eine demütige Kette, die sich um seinen Hals legt, zerrend, würgend, mahnend.
Sein Blick hängt kurz an der Türe und seine Gedanken schweifen zu Ihr. "Sie ist wohl fort zu dieser Stunde, obgleich die ersten Strahlen der Sonne durch die Fenster dringen?", dringt es flüsternd von seinen Lippen als könnten die Worte von einem Dritten gehört und gegen ihn verwendet werden.

Zurück zum Gebet fließen die Gedanken, mehr eine Zwiesprache, denn internalisierte Verse. Die Worte sind ruhig gesprochen: "Glamael, dein niederer Diener versucht deiner Melodie würdig zu sein. Ich bitte um Vergebung für die Schwäche meines Seins, den Versuch Dinge in eigene Hände zu nehmen, doch dem Wahnsinn musste Einhalt geboten werden. Nie wird ein Zeichen einen niederen Diener erreichen, noch wird ein niederer Diener darum bitten, doch...

Etwas stört den Fluss der Worte. Es ist ein Gefühl, ein sehr unspezifisch Spezifisches, aber welcher Art? Es braucht einige Wimpernschläge bis die Worte wieder aufgenommen werden.

"Ich bitte um Vergebung für Sie, die Wesen, die...", spricht er nun leise, als könnte die Sprache dieses Gefühl vertreiben, jedoch verhallt dieser Satz unvollendet.

Sein Herzschlag nimmt zu, pumpt das Blut unruhig durch den Körper. Schweißperlen bilden sich auf der Stirn. Es folgt ein Moment vollkommener Stille. Dann schreit die Stille kurz auf, laut und fauchend. Ein Zittern durchzieht seinen Körper und die Luft scheint zu flirren. Das Gefühl das nun aufbrandet, kann er jedoch sehr genau zuordnen. Schmerz. Welle über Welle spült über ihn hinweg. Gesichter tanzen vor seinen Augen:

"Ich kenne euch, fern oder nah...oder auch nicht. Wer seid ihr?", fragt er mit zitternder Stimme.

Weitere Bilder flattern durch seinen Geist wie Fledermäuse so unruhig: Ein Kuss - ein Tod, ein Leben - ein Unleben, blasse Züge - rosige Züge, schwarzes Haar und silbernes Haar. Es kommen Geräusche dazu, werden hineingemischt wie kleine Farbspritzer auf einem Bild: Jemand lacht - jemand weint, ein Schrei - ein Flüstern, ein erster Atemzug - ein letzter Atemzug. Die Bilder und Geräusche nehmen zu, wie ein wachsender Wirbelsturm. Er steht jedoch nicht in dessen Auge, sondern wird wie eine Kuh, die immer wieder im Wirbel auftauchen würde umhergewirbelt.

Es ist zu viel für den Mann mit den rotblonden Haaren, der gerade noch betend dasaß. Sein Geist zerbirst in vielerlei Scherben, funkelnd wie schmerzhaft. Fiebrig versucht sein Geist sich an etwas festzuhalten, greift nach verschiedenen Dingen, findet flüchtigen Halt am offensichtlichsten Anker: "Tyrael, Glamael, Melainthea?", erklingt es in einem ungehörten Hilferuf. Er rutscht ab, wird weiter in den Mahlstrom hineingezogen. Dunkle Wellen schlagen über ihn hinweg und kein Atemzug kann die Lungen mehr füllen. Mit jedem Wimpernschlag zersplittert der Geist weiter. Der Schmerz omnipotent, sodass er ihn auf seine Zunge schmeckt, stechend und bitter.

Plötzlich werden die Scherben zusammengesetzt von hastiger Hand, grob mit Kanten, Lücken und Bruchstücken. Bruchstücken, die bisweilen zu anderen Spiegeln gehören. Die Splitterscherben des Geistes klingen aneinander und verursachen ein kakophones Orchester, dessen Instrumente sich wild übertönen.

Das Gefühl das bleibt ist ein seltsames, fein, wie ein eine Gravur auf einer Rüstung durchzieht es jede Faser, prägend und zugleich flüchtig und übersehbar. Nichts fühlt sich richtig an, alles ist falsch, als wäre er aus sich. Seine Finger sind fremd und doch sind es seine.

Das Gebet ist beendet. Die Stille ruht. Fäden wurden verwoben.



Sonnenhafter Dunkelschritt [Lacrima - Prolog II]

Die Sonne ist warm, überraschend warm. Sie steht hoch über dem Firmament, als runde Scheibe gehüllt in ein leichtes Flackern. Es ist ein Gefühl der Sehnsucht nach dieser Wärme, nach dem Licht des Tages, als wäre dies lang verloren gefangen in der Dunkelheit, die dem Grund des Meeresbodens gleicht. Diese Wärme dringt durch die Knochen, Muskel und Sehnen und führt zu einem tiefen Atemzug. Die warme Luft in den Lungen fühlt sich gut an, so gut, dass ein weiterer Atemzug genommen wird und gleich ein weiterer.

Einige Schritte wurden in die Welt hinausgetan. Das zufällige Treffen mit Aetherium und Fizbain, nun vollkommen in grün, war aufschlussreich, überbordend, überfordernd, geschwängert von magischen Erklärungen.
Die Wege der Magie waren ihm stets verschlossen geblieben. Wenn Ahmed, Ravin oder Thorales - die Namen zerfasern beim Formen auf seinen Lippen wie ein dünner Faden - darüber begeistert fachsimpelten, fühlte er sich zumeist als würde er auf Wolken ungebremst gegen einen Fahnenmast laufen. Es fehlte ihm hier schlichtweg die kinästhetische Erfahrung des eigenen Wirkens der Magie. Magie ist für ihn einfach nur ein Wort, eine Beschreibung für wundersame Dinge, die bestimmte Menschen fähig sind zu tun. Die mit den Farben der Magie die schönsten und zerstörendsten Kunstwerke malen.

Sein Blick heftete sich an das Wasser in dem sich die Strahlen der Sonne spiegelten und kleine Regenbögen bildeten, als er am Pier stand. Das leise Geräusch der Wellen war beruhigend. Er schloss kurz die Augen, als die Spiegelscherben sich meldeten. Er wurde eindringlich auf etwas Graues hingewiesen, schieferfarben gar, irgendwo in seinem Rücken, brandete eine Sehnsucht auf, jedoch als er sich umwandte, war es bereits fort, das Gefühl, als auch das Geräusch.
Mattblaue Augen öffnen sich und sehen nur dunkles Schwarz. Seit Stunden herrscht die das mäßige Nichts der Nacht über das Land und in seinem Geist regt sich Verwirrung über die Dissonanz von eben noch Gespürtem und Realem. Woher kommen also diese Gedanken? Es sind mehr noch als Gedanken, es ist wahr und wahrhaftig, wie Erinnerungen, die aufsteigen wie Luftblasen vom Meeresboden, den Geist einschließend und dennoch scheint der Begriff Erinnerung nicht zu passen. Zu schwach ist diese Bezeichnung. Die Gedanken brechen ab und lassen die Spiegelscherben kratzend klingen, kratzend wie Fingernägel auf einer Tafel, kratzend wie ein Messer auf Glas, kratzend wie…ja, wie was eigentlich? Dieses Geräusch, das so präsent und zugleich nicht präsent lässt die feinen Haare an Arm und Nacken sich heben.

Hastige Schritte brachten ihn zurück, der Reisemagier als Vehikel, zumindest eine Form von Magie, die spürbar war. Pergament und Feder wurden ergriffen und hastige Worte wurden formuliert an die übrigen Mitglieder der Gemeinschaft der Flamme.


Brüder und Schwestern,
Dinge sind im Fluss und ich allein vermag diese Veränderungen nicht fassen. Ich ersuche Euch um eure Unterstützung in diesen Tagen. Lasst uns wie dereinst zusammenkommen auf Skara Brae.
Unter dem Lichte der Flamme,
Kaimond
PS: Verzeiht meine Handschrift. Eile ward geboten.

Der Brief an die Herzogin war mit besonderer Sorgsamkeit und folglich einer akzeptableren Schrift geschrieben. Die Briefe wurden an die ihm zuletzt bekannten Aufenthaltsorte der Personen geschickt, in der Hoffnung eine Antwort zu erhalten.

Ein Gebet soll die letzte erdende Tat des Tages sein:
„Gorath, der du mit deinen Augen das Unsichtbare siehst, ich komme zu dir mit einem Herzen voller Fragen, in der Dunkelheit suche ich dein weisend Blick.
Dein Blick, der hinter die Schleier der Welt zu sehen vermag, öffne die Augen einer niederen Dieners für die Wahrheit, die in den Schatten der Realität schweigt.“

Etwas stört das Gebet. Schwarz…ein Dunkelschritt.



Zerrissenes Nichts [Lacrima - Prolog III]

Schwarz…ein Dunkelschritt.

Übelkeit ist das erste, das ich verspüre. Sie umschließt meine Augen, meinen Mund und meinen Magen. Ich schlucke sie herunter unter einem tiefen Atemzug. „Beruhige dich“, sage ich zu mir selbst und dies lässt die Übelkeit langsam verfliegen. Der Geruch der diesem Ort anhaftet, ist beißend und tranig zugleich.
Meine Augen versuchen sich an die bleischwere Dunkelheit zu gewöhnen. Sie ist dick und schmeckt nach etwas Undefinierbaren. Instinkte regen sich, weisen auf etwas hin, warnend, gellend. Jedes Härchen an meinem Körper stellt sich nach und nach auf. Nach den Instinkten klingen die Spiegelscherben schon fast angenehm in meinem Geiste wieder. „Beruhige dich“, sage ich erneut zu mir selbst, aber diese Reaktionen sind nicht derart leicht abzustellen. Sie sind tief mit meinem Innersten verwoben.
Meine Finger gleiten an meine Seite, ein anderer Instinkt, und schließen sich um den Griff meiner Klinge, oder auch nicht. Dort ist nichts. Ich muss lachen, ein zynisches und zugleich trauriges Lachen.
„Gorath, ein…“, klingt es von meinen Lippen, dann verstummen sie. Die Übelkeit ist lange fort, doch ein anderer, bekannter Geschmack breitet sich langsam in meinem Mund aus, als würde man an einer Klinge lecken.
Es braucht einige Wimpernschläge in der Dunkelheit, bis ich realisiere, dass es Blut ist, das ich dort schmecke. Mein Körper wird von einer schweren Leichtigkeit erfasst und die Finger fühlen sich von tauber Überreiztheit ergriffen an. Eine vollkommene Leere beginnt mich auszufüllen, nach und nach, wie ein erster kühl-warmer Frühlingswind. Die Momente verrinnen langsam und zäh, tropfen sie den Wasserfall der Zeit hinab.
Etwas umschließt mich plötzlich wie eine warme Umarmung eingehüllt in eine Decke, wie meine Mutter mich einst hat gehalten. Dann wird die Wärme entzogen, als ob die Decke unter den Füßen fortgezogen würde. Die Kälte, die mich trifft ist unbeschreiblich mit nichts vergleichbar. Dann folgt der Schmerz, im Innersten, in meinem Körper, mitten in meinem Herzen, in meinem Geist, in meiner Seele? Etwas zerreißt mich Stück für Stück bis nahezu nichts mehr übrig ist von diesem Sein.
Ich spüre Versagen, vielleicht ein Rest Hoffnung, dass eine helfende Hand gereicht wird.

„Herr, ein niederer Diener bittet um eine schützende Hand“, meine Worte sind tonlos und zehrend, jedes einzelne eine Qual. „für jenes, das bewahrenswert ist.“
Ich bin mir bewusst, dass ich nicht dieses bewahrenswerte bin, aber vielleicht, nur vielleicht wird es fürwahr bewahrt. So hat all dies einen Sinn.

Niedere Diener leben – niedere Diener sterben.

Niemand hilft.

Allein.

Was für ein Tod ist dies?

Ein guter Tod - ein schlechter Tod?

Nur ein Tod.

Dunkelheit – Stille.

Ein letztes kurzem Aufflackern als das Schwarz in den tiefsten Lichterglanz schaut, dann endet alles.

Nichts.



Wehen eines Todesreisenden [Lacrima - Prolog IV]

Augen öffnen und schließen sich. Sie sind blau. Immer ein wenig zu matt, um strahlend zu sein oder einen Eindruck zu hinterlassen. Die Finger strecken und beugen sich. Eine Zunge leckt über spröde Lippen und es dauert eine Weile bis diese bereit sind zu sprechen. Die Stimme ist krächzend und klingt als wäre sie ungeübt:

„Ist jemand hier?“

Die Umgebung war ihm unbekannt. Keine Gebäude waren zu sehen und weder Mensch noch Tier hatte sich an diesen Ort verirrt. Einzig einige Bäume hatten sich behauptet gegen den matschigen Untergrund. Alles war in eine graue Lieblosigkeit gehüllt als hätte man einem Bild die Farbe entzogen. Die Finger wurden gehoben, gewendet und vor Augen geführt. Auch sie sind grau. Nicht die Umgebung ward in Farblosigkeit gehüllt, sondern seine Augen hatten etwas verloren.

Ein Seufzen wischte die Stille hinfort und langsam gewöhnten sich seine Beine wieder daran Schritte zu tun, ein Fuß vor den anderen. Mit jedem Schritt kamen die Erinnerungen zurück, schlugen ihm wie eine Wucherflut ins Gesicht. Seine Lippen mussten es aussprechen, um zu realisieren, Wahrheit zu formulieren:

„Ich bin gestorben.“

Mit der Wahrheit kamen die Emotionen, gekettet an die Erinnerungen. Schmerzhaft, das Gefühl der Einsamkeit, Hilfslosigkeit, das Gefühl des Todes selbst. Er war schwer zu beschreiben, vielleicht fehlte es ihm an Intellekt, um es in Worte zu fassen, vielleicht war dieses Gefühl aber nicht in Worte zu fassen. Er würde das Gefühl wiedererkennen, wenn es zurückkehrte.
Die Sonne ging langsam unter und die Stunden vergingen in der er lief und lief ohne an ein Ziel zu kommen. Die Erschöpfung hatte bald von ihm Besitz ergriffen und zwang Tränen in die Augen. Kaimond kniete sich auf den klammen Boden. Kurz wurden die Gedanken gesammelt, dann glitten die Finger über den Boden zeichneten mit akribischer Sorgsamkeit ein rudimentäres Auge mit einer Träne.

„Meine Tränen zu den euren, eure Tränen zu den meinen, Arid…“

Erneut wurde das Gebet gestört, erneut folgte ein Dunkelschritt und in der neuen Umgebung läuft Blut, wie ein warmer Schleier über die mattblauen Augen. Das Licht das Mondes wirkt unter dem Schleier rot und wohlig, als der eigene Funken zu dunkeln beginnt. Der Brustkorb hebt sich und dann nicht mehr. Das Herz, es pocht und verstummt. Die Augen blicken und werden starr und leblos. Wie ein hungriges Tier wird sich auf ihn gestürzt und flackerhafte Zähne mahlen durch das Sein. Dann erfolgt ein erneuter Dunkelschritt.

Es vergingen unzählige Stunden bis er sich plötzlich im Schloss zu Britain wiederfand. Die Banner waren ihm fremd und niemand war zugegen. Auch die Räumlichkeiten waren anders als in seiner Erinnerung. Er schaute in die Ferne von den Zinnern des Schlosses, kniete sich erneut nieder, um das tränenbewehrte Auge auf den Boden zu zeichnen. Dann folgt ein Stoß und er stürzte in einem endlosen Fall in die Tiefe auf den Aufprall wartend.

Dieser Tod war kein Traum oder Vision, sondern ein Versprechen. Er kommt, kommt mit schnellen Schritten und wirft seinen Schatten voraus. Doch dieser Tod ist keine personifizierte Entität, die zum Verhandeln bereit ist, sondern einzig etwas Erbarmungsloses, dass das Leben nimmt und es in das Nichts wirft. Es ist nicht wie eine Berührung, sondern nur ein Gefühl, das bleibt.
Eine Stimme vertraut und geboren aus Spiegelscherben, als Wucherflut der Erinnerungen:

„Kaimond, alles endet irgendwann.“

Augen in heterochromen Tanz der Iriden blickten ihm entgegen und verblassten ins Nirgendwo.
Der wievielte Zyklus des Todes war dies? Er hatte bei der Nummer fünfzig aufgehört zu zählen. Jeder einzelne war gezeichnet von Einsamkeit und Erinnerungen in den Nachwehen.

Etwas musste diesen Kreislauf durchbrechen, aber die Aussicht war diesbezüglich eher grimm. Einzig sein Innerwille und Glaube ist der Docht, der eine kleine Flamme der Hoffnung am Leben erhält.

Irgendwo können einzelne Tode, Schwingungen in dem Ursprung der eingesetzten Scherben hinterlassen, nur fein wie Parästhesien in den Gliedern.

Dann prallte er auf.



Verbundene, blasse Fäden der Hoffnung im Geflecht des gläubigen Seins - Rückkehr [Lacrima - Prolog V]

Dunkelschritt…erneut…wieder und wieder.

Kaimond hatte sich damit abgefunden, dass es so war, wie es war. Er starb immer und immer wieder und das war sein Schicksal. Es gab nichts außerhalb dieses Todes, keine anderen Personen oder Gesichter, sondern nur ihn selbst und die verhüllte Hand des Todes, die scheinbar eine diabolische Freude daran hatte ihn zu erdolchen, zu strangulieren, zu zerteilen, zu zerschmettern, zu verätzen, zu erschießen, zu zerquetschen, zu vergiften oder zu erhängen. Vielleicht gingen dem Tod eines Tages die Methoden des Mordens aus? Etwas waberte durch seine Kehle nach oben, ein Lachen, heiser und rau, wie das eines Verdurstenden. So musste es Menschen gehen, die kurz vor der Schwelle des Todes standen. Sie blickten hinab in das Nichts oder in die Arme des Herrn zurückzukehren und warteten, dass etwas endet. Nicht etwas, sondern das Leben. Er wartete nun eben darauf, dass der Tod endete. Eine absurde Vorstellung, jedoch war es so und es gab nichts, was dies ändern würde.

Akzeptanz.

Die Zeit hatte er vollkommen aus den Augen verloren, nein vielmehr aus dem Gefühl. Es konnten Tage oder Jahre sein, die er in diesem Strudel verbrachte. Es war aber auch einerlei. Seine Zeitrechnung war nunmehr die in Toden. Der letzte davon, das Erhängen, war so eindrücklich, dass ihm allein der Gedanke daran noch immer die Kehle zuschnürte. Es war auch weniger ein Erhängen, als vielmehr ein Ersticken. Schlinge und Knoten hatten nicht einen Bruch seines Genicks verursacht, sondern die Luft langsam aber sicher aus seinen Lungen gedrückt, bis nichts mehr da war. In diesem Moment wurden seine Gedanken leicht. Die ersten Tode waren bereits verblasst in seinen Erinnerungen. Es waren jedoch bis jetzt einhundert und ein zusätzlicher Tod.
Eins…Einsamkeit. Sie war eine weitere Lanze, die sich in seine Seite bohrte und ein schweres Gefühl in ihm weckte. Ein Gefühl, das sich rasch ausbreitete und ihn wellenartig gegen eine imaginäre Wand drückte und sein Herz beschwerte.

Trauer.

Es brauchte eine Weile bis die Trauerbrandung abebbte.
Warum ich?
Diese Frage war zentral aber gleichermaßen belanglos. Er versuchte zu eruieren, welche Sünden er begangen hatte, die dieses Schicksal rechtfertigten. Er haderte mit dem Tod, versuchte mit ihm zu verhandeln, aber bedauerlicherweise war hier niemand mit dem er hätte verhandeln können. So bliebt ihm nichts anderes übrig als sich an seinen Glauben zu wenden und auf eine Antwort zu hoffen, die jedoch wie üblich ausbliebt. Er bemühte sich ein Gebet anzuheben, jedoch verharrte er, als die Finger versuchten Male zu zeichnen. Er hatte bereits verstanden, dass eine Berührung seines Glaubens im Gebete die Dunkelschritte zuweilen auslöste.

Verhandeln.

Er grub die Finger in den staubigen Sand, der aus unerfindlichem Grund ganz und gar kalt war. Er hatte das Bedürfnis dem Tod eine Schelle zu geben, ihm ins Gesicht zu schlagen, wenn er denn eins hätte. Vielleicht war der Tod aber auch eine Frau…? Vermutlich wären Frauen nicht derart grausam, doch der Gedanke an Shenia ließ ihn sich rasch eines Besseren belehren. Die Wut brannte heiß in ihm und er wollte ein wenig von dieser Aggression weitergeben, die Energie übertragen, etwas zum Schwingen bringen bis es barst. Er dachte kurz darüber nach sich selbst zu schlagen, die Faust in sein Gesicht zu schleudern, doch auch das erschien ihm zu belanglos angesichts der sicherlich bald nahenden weiteren Tode.
„Lasst mich frei ihr vermaledeiten Folterknechte!?“ flirrte es harsch durch die Wüste und der geneigte Beobachter fragte sich wohl mit wem er da sprach, denn wie zu Beginn dieser Reise, war er allein. Viel mehr Worte flirrten durch seinen Geist, Worte, die den besten Kesselflicker sicherlich hätten erröten lassen und die noch niemals jemand ihn hatte aussprechen hören.

Zorn.

Auf den Zorn folgte eine lange Phase der Stille, die dazu genutzt wurde, die Wut langsam herunterkochen zu lassen. Sein Herz schlug nun weit weniger schnell. Er lehnte sich an eine palmenartige Pflanze und schloss kurz die Augen. Seine Aufmerksamkeit konnte durch nichts gebunden werden, denn hier war nichts. Vielleicht war all dies nur ein schlechter Traum, ein Possenspiel seines Unterbewusstseins. Er musste unweigerlich lachen als er sich vorstellte, wie Ahmed ihn mit väterlichem Blick auslachen würde, wenn er ihm von seinen Träumen erzählte. Er würde all dies als Unsinn abtun, sicherlich, nicht wahr? Seine Augen richteten sich auf die Sonnenscheibe, die ihn unwirsch blendete und hob eine Hand für ein wenig Schutz vor dem gleißenden Licht. Nur ein Traum, sicherlich. Ein Traum, sonst nichts. Er sollte nichts von all dem glauben, sich nur kneifen, dann würde er aufwachen.

Verleugnung.

Er kniff sich selbst just unter dem linken Schlüsselbein und übte Druck auf sein Brustbein aus, aber alles blieb beim Alten. Es war eine reine Enttäuschung, doch diese Enttäuschung war auch unvermeidlich. Handfläche an Handfläche, ein Senken des Kopfes, Fingerspitzen von Zeige- und Mittelfingern fuhren über Lippen, Nase, zwischen den Augen entlang, streifen die Brauen. Die Worte tropften leise hervor, wie einst vom guten Morticah Brings gehört:

(1) Sünden gewandet in bittre Qualen,
Zweifel im Herzen vor düstren Wogen
Grimmer Finger Strich wird eisig vollzogen,
Elimnels Wille wird gleißend erstrahlen.

(2) Herzen steigt auf, wischt Zweifel hinfort,
Glamaels Melodie als Stärkung erhört,
der Glaube als Note des steten Akkord‘s,
das Schild der Düsternis wird klingend zerstört.

(3) Seelen bleibt stark im Nebel der Versuchung
folgt dem Impuls, seid Kind der Berufung,
Augen öffnet euch unter Goraths Wacht,
Die Wahrheit in euch, wird gleißend entfacht.

(4) Das Schaffen als Funke des Seins in der Nacht,
Alathors Hammer auf Amboss in all seiner Pracht
Geschmiedet der Glaube als Schwert erdacht,
Die simmernde Glut in euch, strahlend erwacht.

(5) Kinder Aridhels geleiten den Pfad,
der Tod ist nur Halt, nicht Ende unverzagt,
die Träne im Mitgefühl, schmal ist der Grat,
die Seelen der Toten liebevoll beklagt.

(6) Bang ist das Herz in Zeiten der Not
Der Herold bringt Kunde in seinem Namen
Visaels Worte dienen als leitend Gebot
Zuversicht in euch, als keimender Samen.

(7) Wo aller gut Worte traurig fahren gelassen
Isidors Schwert lässt die Feinde erblassen
Das Schild als eherne Stirn gleich einem Wall
Der Klingentanz eures Seins, in Glorie erschall.

(8) Manhelas Lichts, das Gebet auf euren Zungen,
Euer Innerwille als Docht, dem Widerstand entsprungen
Dieser Ort ist Sein, von den Schatten entrungen,
der Glaube in euch, tief euch durchdrungen.

(9) Der Täuschung Tosen als Wind der sticht,
Selbstvertrauen im Geiste die Lüge feist ficht,
Ubiraths Erkenntnis, sich gespiegelt bricht,
Dies ist der Mantel eures Glaubens Gewicht.

(10) Seraphim…

Die letzten Worte wurden abgeschnitten, denn dort war das Gefühl wieder, dieses Mal sehr spät, so als wäre etwas abgelenkt worden.


Dunkelschritt…

Fürwahr führte ihn dieser Schritt ins Dunkel, jedoch nicht nur dorthin. Kaimond war in etwas getaucht, das ihm vertraut vorkam, kalt und dennoch… vertraut. Er wollte etwas sagen, doch dieses Etwas drängte sich in seinen Mund, flüssig und kühl: Wasser, das rasch ausgespuckt wurde. Dort war noch etwas, an seinen Gliedern, ein Gewicht, nein zwei, die an zweierlei Ketten gebunden waren, die ihn zweifach beschwert in die Tiefe zogen. Ertrinken, dies war neu. Von willkommen konnte hier nicht die Rede sein. Die Luft anzuhalten war ein Reflex, ein Reflex des Lebens. Allerdings es war ihm zunehmend unklar, inwieweit derartige Notwendigkeiten sinnvoll waren. Sein Körper sträubte sich jedoch, diesem Gedanken nachzugeben und den Mund erneut zu öffnen.
Es würde nicht mehr lange dauern, dann wäre es vorbei. Er würde Panik spüren, Todesangst gar. Dies war auch nicht einfach abzustellen, obgleich er vermutlich bereits ein Meister des Sterbens geworden war. Dünne Lippen begannen zu zittern, dann stiegen erste Luftblasen auf und ein erster, zunächst kleiner Schwall des Wassers drang in seinen Mund, salzig und Luft raubend. Die Augen wurden aufgerissen und seine Lungen begannen zu schmerzen, feurig brennend. Luft, Luft, Luft…drang es durch den Geist. Um nichts anders drehten sich seine Gedanken als die Panik endlich einsetzte. Er versuchte eine Schwimmbewegung, jedoch waren die Gewichte zu schwer.


Die Sphären wimmerten kurz auf, als an anderer Stelle ein feiner Faden genommen wurde. Stich, Stich, Stich - und dieser Faden wurde durch den Stoff gestoßen. Dann wurde ein weiterer Faden zur Hand genommen und beide wurden an den Enden miteinander verwoben. Es wurde an den Enden gezogen um die Verbindung kritisch zu prüfen. Sie würde für eine Weile Bestand haben.


Seine Augen wurden schwer und träge, während mit jedem Atemzug der Sauerstoff verbraucht wurde. Sie wurden langsamer, obwohl sein Körper ihn anschrie schneller zu atmen. Plötzlich knirschten die Spiegelscherben auf, laut und unmissverständlich. Etwas band die trübe Aufmerksamkeit. Ein Gesicht drückte sich durch das Wasser, als würde es trotz der Tiefe von außen kommen, ganz so, als halte man den Kopf in ein mit Wasser gefülltes Fass. Blasse Züge mit braunen Haaren, dunkel gar und Augen, die für ihn so tief wie das Meer selbst waren in dem er sich befand und deren graue Iriden Traurigkeit emittierten, in ihm gar ein starkes Gefühl auslösten. Er kannte dieses Gefühl, hatte es häufig in seinem Leben gespürt: Mitleid. Er kniff die Augen zusammen und erkannte, dass feine Eissplitter das fahle Gesicht umgaben und bisweilen mit diesem verschmolzen waren. Plötzlich veränderte das Gesicht seinen Ausdruck. Es war ein Lächeln, das kurz die Züge der Frau erhellte, jedoch schnell von der Traurigkeit, vielleicht gar Bedauern, eingefangen wurde, die diesem Lächeln eine besondere Farbe gaben. Erneut veränderte sich etwas im Bild ihres Antlitzes, wie kurze schnelle Pinselstriche, die einen neuen Ausdruck auf ihr Gesicht malten. Die Spiegelscherben fauchten abermals auf wie ein bissiges, gläsernes Raubtier. Eine Erkenntnis begann im Hinterkopf ihre Wanderung durch seinen Geist, stolperte bis sie von dort schließlich in sein Herz rutschte. Stirbt sie? Es sah so aus, aber auch wieder nicht. Nicht so, wie Menschen im Alter sterben, sondern vielmehr so, wie Menschen auf dem Schlachtfeld sterben. Rasch und unnachgiebig war der Tod. Ob er wohl auch so ausgesehen haben mochte in den unzähligen Iterationen des Todes? Dann begann das Bild langsam aber sicher zu verblassen.
Kaimond streckte sich, hielt die Hand aus um das Gesicht zu berühren. Nicht mehr allein. Dies war neu. Nicht mehr allein! Bitte! Nicht! Geht nicht! Wer seid ihr? Wer bist du? All diese Worte glitten durch seinen Geist und Kaimond schalt sich selbst, weil er so egoistisch war, die Einsamkeit verlassen zu wollen, obgleich es dieser Frau augenscheinlich nicht wohl erging. Er war so töricht, den Mund zu öffnen, um sie zu rufen, doch dies hatte nur den unvermeidlichen Effekt, dass mehr und mehr Wasser in seinen Mund drang. Ein Teil davon konnte geschluckt werden, aber ein anderer glitt in die Luftröhre und tiefer hinab in seine Lungen, die sogleich rebellierten.


Wieder wurde an den Enden der Fäden gezogen und der Zug übertrug sich auf Kaimonds Körper. Er wurde nicht nur aus dem Wasser, sondern aus allem herauskatapultiert. Ein Surren, wie von einer flitzenden Schnur dröhnte in seinem Schädel. Dies war nicht der übliche Dunkelschritt, an den er bereits gewöhnt war. Dies war anders.

War dies nun das Ende? Es fühlte sich nicht so an.



Die Durchdringung der magischen Barriere vor blassem Grund...und ein Ork

Meine Gedanken fühlen sich an wie ein Strudel, der sich zunächst langsam und dann immer schneller dreht. Die Rotation als angenehm zu beschreiben, wäre ein Euphemismus ohnegleichen gewesen. Verschiedene Fragmente meiner Erinnerungen werden durcheinandergeworfen, überlageren sich, als hätte man die Regale einer Abteilung einer Bibliothek umgeworfen und stünde nun vor dem Haufen Bücher. Jede Seite ist kostbar, jeder Einband sorgsam gepflegt damit sie an den richtigen Platz kamen. Doch mein Geist vermag sie nicht mehr an die rechten Stellen zu legen, als die Verbindung mich fortzieht. Es tauchen jedoch auch noch Schnipsel aus den Büchern gänzlich anderer Bibliotheken, die mit einem Geheimgang miteinander verbunden sind, auf, die jäh herausgerissen wurden. Sie lassen meine Erinnerungen noch weiter fragmentieren.

Ich stehe in einem roten Meer, feurig Gestalt ist nicht fern. Ich sehe eine Rothaarige, die mein Leben nimmt, spüre den Moment mit einem kurzen Stich in meinem Herzen, doch dies war nichts im Vergleich zu den vorherigen Toden. Ein Teil dieser Erinnerungen verblasst.

Ich erinnere mich an Laveniyas Gesicht, ihren Namen, ihr Sein und eine kalte Hand umschließt mein Herz in flirrender Traurigkeit kurz bevor diese Seite erneut entrissen wird und im Äther verschwindet. Andere Erinnerungsseiten flatterten umher nur allzu lose. Ein weiteres Gesicht - Oderin Duranges. Meine Klinge ist bereit, den Tanz zu tanzen, um ihn aufzuhalten – um jeden Preis. Sah es denn sonst niemand? Den Wahn im Glauben? Den Glauben im Wahn? Noch immer zittern meine Finger, wenn ich an diesen Tag zurückdenke. Nie zuvor war es mir so schwergefallen, die Klinge zu ziehen und Sünden auf mich zu laden.

Es folgt eine Periode der Dunkelheit in der ich weitergezogen werden tiefer und tiefer hinein in das Nirgendwo, bis aus dem Nirgendwo ein Irgendwo wird. Ich stehe an einem Ufer und meine Augen heften sich an die weite See. Es dauert einen Moment, bis ich einen Drang in mir hochkommen spüre und mir des brennenden Wassers in meinem Mund und meinen Lungen gewahr werde. Ich spucke es aus, hustend und prustend.
Aetherium ist dort. Verbündeter, Gardist, Vorgesetzter einst. Wir beide haben eine Ruhe, die uns zu eigen war, die uns verband. Ein Freund, so glaube ich zumindest, seit langer Zeit.
Dort ist ein Ork. Ein Ork? Ein Ork! Er sitzt dort. Ich verstehe nicht. Bin ich in einem Fiebertraum? Ich habe noch immer keine Klinge. Er macht ein Feuer. Ich verstehe nicht.
Eine Frau ist dort. Ihr Gesicht blass, ihre Haare dunkel. Es ist das Gesicht aus dem Wasser, das Gesicht des Todes. Sie stößt die Spiegelscherben in mir, an ohne es vermutlich zu wissen. Die Melodie einer tiefen Sehnsucht wird in mir gesummt. Ich möchte ihr nahe sein, nein ich muss ihr nahe sein! Etwas in mir braucht diese Verbindung. Ich will sie berühren. Es ist als ob etwas in mir fehlt, das nur sie füllen kann. Die Spiegelscherben schnappen freudig nach mir, treiben mich an.

Aetherium…du stellst dich mir in den Weg. Wieso? Ich verstehe nicht, nein DU verstehst nicht. Ich brauche dies. Es ist wichtig. Ich bitte dich!
Mein Geist ist nicht aufgeräumt, nicht ruhig genug. Ich kann mich nicht fokussieren. Zu viele Fragen stellst du mir, mein Freund. Fragen auf die ich keine Antworten habe.

Wir sind nun in deinem Haus. Du hast uns drei hierhergebracht. Ist der Ork auch hier? Nein? Gut.
Du bist eine Barriere, Aetherium. Etwas in mir möchte dich schlagen, dich aus dem Weg räumen. Endlich lässt du es zu, gibst den Weg frei zu ihr.
Eine Berührung, und es ist still in meinem Kopf, endlich. Das Gemisch der Gefühle ist alchemistisch komplex abgewogen: Eine große Portion Zufriedenheit und Ruhe, Zugehörigkeit, eine Prise Wärme und einige geheime Zutaten, die ich nicht zu erraten vermag, die die Sehnsucht zu stillen vermögen.
Dann spüre ich wie Aetherium sich gegen mich wirft. Mein Kopf schlägt auf und es wird dunkel.


Die Dunkelheit wird rasch durchdrungen und wieder bin ich in einer meiner Iterationen des Todes. Allerdings kenne ich diese bereits. In Kürze wird jemand meine Kehle zuschnüren; nur eine Erinnerung, keine Wahrheit. Ich schaffe es mich davon zu lösen und wie in einem luziden Traum wandle ich nun durch die letzten Momente im Hause Aetheriums.


Es war nicht nur eine Berührung. Ich sehe wie die Hand der Frau sich an meine Wange legt. Kühl ist sie, wie ihre Lippen, die sich den meinen nähern. Ein Kuss wird gegeben, mehr denn genommen. Ich spüre etwas, wenn ich daran denke. Liebe ich sie? Nein, das ist es nicht. Ich kenne sie nicht einmal. Ist es ein niederes Verlangen? Auch das ist es nicht. Ich muss mich konzentrieren.
„Du bist ein Dummkopf, Kaimond“, klingt eine andere, vertraute, tiefere Stimme in mir an.
Dann ist da noch etwas anderes. Worte, die an mir vorbeigeflossen sind, aber nun präsent werden, sich wie kleine Sterne leuchtend in mein Bewusstsein brennen:

Εγω ειμι Ανκαναγαρεια, ω λυπηρος πολεμιστης,
και εγω οδυρομαι οτι σε υποδεχομαι,
εν ταυτη τη απειρω νυκτι,
Ακουε την καρδιαν μου, φθοραν τυπτουσαν,
και γευσαι ψυχρων χειλεων μου τραγωδιαν.

Was bedeutet dies? Warum ist es an mir vorbeigeflossen? Warum erinnere ich mich an die Aussprache?
Ich sehe wie die Frau zurückfällt, wie sich meine Arme sich um sie legen und sie an mich drücken. Nur noch ein Moment. „Habt Dank“, fließt es von meinen Lippen. Sie ist es, die mich aus den Fängen des Todes befreite. Warum ist sie es? Das wird zu eruieren sein. Dann trifft mich Aetherium.


Die Berührung der Verbundenen löste etwas aus. Erinnerungen stobten auf und wurden wie eine Explosion aus reinem Staub in seinen Geist und sein Innerstes getrieben, legten sich in jede feine Ritze. Ein Name blitzt blendend hell in Kaimonds zerrissenem Geist auf: Ancanagar.


An anderer Stelle legte sich ein blickloser Blick auf die drei Personen. Zähne, die keine sind, wurden gebleckt und eine stimmlose Stimme wabert hervor: „Endlich!“.

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