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Wo Meister sich finden

Pardona

Arvedon Thalbrecht war nie ein Mann großer Reden gewesen. Er hatte sein Leben zwischen Amboss und Esse verbracht, zwischen dem Klang von Hämmern auf dem Amboss, dem Rauch der Esse und den Rußgeschwärtzen Gesichtern seiner Meister und später seiner Gesellen. Doch was er in den letzten Monden gesehen hatte, ließ ihn nicht los. Es waren nicht die Missklänge beim Schmieden, die ihn seit Wochen beschäftigten. Dies war zwischenzeitlich normal geworden. Es waren die verstreuten Werkstätten. Einzelne Meister. Gute Hände, die im Verborgenen arbeiteten, ohne je voneinander zu wissen.

Dann war da dieses Gorget - diese Halskrause - gewesen. Wie man ihm berichtete war es vollendet... Perfekt. Kein hastiges Stück.
Die Erzählung sagte, es trug den Willen in sich, besser zu sein.
Und genau das war es, was Arvedon erkannte: Wenn ein solcher Anspruch existierte, dann war er kein Einzelfall. Dann gab es mehr davon.

Was fehlte, war nicht Können. Was fehlte, war Verbindung.

In seinem Geist begann sich ein Bild zu formen. Ein Ort, an dem Wissen nicht verloren ging. An dem Meister nicht isoliert nebeneinander, sondern miteinander arbeiteten. An dem Lehrlinge geführt wurden, statt sich selbst zu überlassen zu sein. Eine Struktur, die aus einzelnen Funken ein dauerhaftes Feuer machte.

Und wenn es einen Ort gab, an dem man dieses Feuer entzünden konnte, dann war es Minoc. Dort würde er beginnen.

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