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Ein lang aufgeschobener Weg. Der Weg des Paladin.

Mollog Talfar

Die ersten Sonnenstrahlen erhellten bereits den Turm Lord Talfars.
Sein Weg führte ihn als erstes über die Baustelle um dort sich ein Bild über den nächtlichen Fortschritt zu machen.
An der Stelle wo das die neuen Gemäuer der Lords entstehen sollte, war schon viel passiert.
Je mehr Tage verstrichen, je Prunkvoller erhoben sich ein Turm, eine Mauer…
Die Baustelle nahm immer mehr an Form an. Nach seinem Auffassen, alles in angemessener Geschwindigkeit.
Zufrieden setzte er seinen Weg fort. Den Bericht würde er sich heute Abend nochmal ansehen, sobald dieser fertig gestellt ist.

Jedoch führte ihn an diesem Morgen sein Weg nicht direkt zur Wachstube.
Viel zu lange, viel zu viel Zeit verstrich..
Aufgaben und Pflichten nahmen seine ganze und volle Zeit in Anspruch.

Sein Weg führte ihn direkt zur Kirche Minnersabchs…

Die schweren Türen der Kirche standen einen Spalt offen.
Staub tanzte im schrägen Licht der Kirchenfenster.
Der Duft der letzten Messe lag noch in der Luft. Vertraut, beinahe beschämend vertraut.
Der Paladin blieb einen Moment an der Schwelle stehen. Zu lange.

Sein Blick glitt über die Reihen der Bänke, die Laternen und zum Schluss
zum Altar.
Hier hatte er einst regelmäßig gestanden. Nicht als Lord, nicht als Hauptmann..
als einfacher Gläubiger.
Doch die Pflichten der Stadt, der Lords, Entscheidungen.. diese hatten ihn
fern gehalten.

Langsam trat er ein. Jeder Schritt hallte durch die Gemäuer der Kirche, als würde der Raum seine Rückkehr prüfen wollen.
Seine Rüstung war aufpoliert wie es sich für eine Paladin gehörte.
Doch diese wirkte fehl am Platzt in den Stillen Gemäuern.

Am Altar angekommen kniete der Paladin sich nieder. Viel zu lange wurde dies aufgeschobe..

„Nephele...“
Seine Stimme war rauer, als er erwartet hatte.

„Ich bin lange nicht gekommen“
Die Worte fühlten sich ungewohnt an, schwerer als jeder Befehl den er verteilte.

„Nicht, weil ich dich vergessen habe. Sondern weil ich glaubte, meine Pflichten allein würden genügen.“
Mollog atmete tief ehe er weiter ansetzte
„Jedoch Pflicht ohne Glaube ist nur Last“

Sein Kopf senkte sich tiefer, seine Stirn fast auf die Kalte Bodenplatte der Kirche gerichtet.

„Ich habe viele Entscheidungen im Namen Minnersbachs getroffen. Einige waren gerecht.. andere..“

Er stockte..

Für einen Moment war nichts zu hören außer dem Flackern und knistern der Feuerschalen.
Dann richtete sich Mollog wieder auf.

„Ich bin nicht hier, um Vergebung zu fordern wie ein Recht. Ich bin hier, weil ich sie brauche“

Seine Hand legte der Paladin dabei auf seine Brust. Die andere auf den Schlangenförmigen Knauf seine Schwertes.

„Führe meine Hand wieder, Nicht nur im Kampfe“

Ein Sonnenstrahl fiel genau in diesem Moment durch das Fenster und traf das Abbild der geflügelten am Altar.
Ließ das Zeichen der Göttin in warmen Licht aufleuchten.
Mollog atmete tief durch. War dies ein Zufall, vielleicht aber auch nicht.

Mit einem Stück weniger Last auf seinen Schultern erhob sich der Paladin wieder.
Er würde sich ebenso für seinen Glauben und den weiteren Ausbau dessen in Minnersbach einsetzten.
Vielleicht nicht in der intensivietät wie er wollen würde. Dafür war zu viel im Wandel.

Jedoch so viel er aufbringen könne.

Er würde auf den alten Weg zurückkehren und seine Auserwählten auf den richtigen Glaubensweg führen.
Diese würde Lord Talfar mit bedacht auswählen.

Er war bereit dazu. Der Wille der gefügelten Schlange würde fort Getragen werden.

Die Schritte verklangen noch auf den alten Steinen vor der Kirche, als er innehielt.
Der Moment der Einkehr lag hinter ihm.
Doch der Weg den er nun beschreiten würde, vor ihm.

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