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*ein Pergament findet sich auf des Magister's Tisch wieder*

Y'rahl Tquannil

An den ehrwürdigen Magister Yaskan Teldan
Arkane Institut zu Düsterhafen

Hochverehrter Magister,

mit der gebotenen Demut, welche einem Suchenden vor den Hallen wahrer Gelehrsamkeit geziemt, erlaube ich mir, Euch dieses Schreiben zu überreichen, in der Hoffnung, dass Ihr es einer Prüfung für würdig erachtet.

Mein Name ist Y'rahl Tquannil, und seit den frühesten Tagen meines Erinnerns war mein Geist von einer Unruhe erfüllt, welche weder durch gewöhnliche Unterweisung noch durch die einfachen Antworten des Alltags zu besänftigen vermochte. Wo andere das Sichtbare hinnahmen, drängte es mich, nach dem Unsichtbaren zu fragen; wo eine Erklärung genügte, erwuchs in mir sogleich das Verlangen nach ihrem Ursprung.

Nicht aus Ehrsucht, noch aus dem törichten Wunsch nach Macht suche ich Einlass in die ehrwürdigen Hallen Eures Institutes. Vielmehr hoffe ich, unter der Führung erfahrener Meister jene Disziplin des Denkens zu erlernen, welche Erkenntnis von bloßer Vermutung scheidet und den Geist lehrt, der Wahrheit selbst dann nachzustreben, wenn sie sich hinter den Schleiern jahrhundertealter Geheimnisse verbirgt.

Besondere Ehrfurcht empfinde ich gegenüber jenen Bereichen der Arkanwissenschaft, welche sich mit den verborgenen Gesetzen des Lebens, seiner Ordnung und seiner Vergänglichkeit befassen. Nicht aus düsterer Faszination erwächst dieses Interesse, sondern aus der Überzeugung, dass kein wahrer Gelehrter die Schöpfung verstehen kann, solange er sich weigert, ihre letzten Grenzen zu betrachten. Es mag vermessen erscheinen, doch bisweilen überkommt mich das Gefühl, als ließen sich in den stillsten Augenblicken Zusammenhänge erahnen, die anderen verborgen bleiben. Ich wage jedoch nicht zu behaupten, sie bereits zu verstehen; vielmehr betrachte ich sie als Mahnung, noch gewissenhafter zu lernen.

Man sagt, Wissen sei ein Licht, welches die Schatten vertreibt. Ich habe hingegen den Eindruck gewonnen, dass wahres Wissen zuerst lehrt, wie unermesslich groß die Dunkelheit tatsächlich ist. Eben deshalb wünsche ich mir Lehrer, die mich nicht bloß mit Formeln vertraut machen, sondern meinen Geist zu Genauigkeit, Geduld und Bescheidenheit erziehen.

Solltet Ihr es für angemessen halten, mich unter Eure Schüler aufzunehmen, so verspreche ich unermüdlichen Fleiß, gewissenhafte Hingabe und den festen Willen, jede Erkenntnis erst nach sorgfältiger Prüfung als solche anzuerkennen. Ich werde Fehler nicht verbergen, sondern aus ihnen lernen, denn Irrtum ist kein Makel des Forschenden – wohl aber Selbstgewissheit ohne Beweis.

Möge mein Gesuch Eurer Aufmerksamkeit würdig sein. Sollte das Schicksal es erlauben, unter Eurer Anleitung zu studieren, so werde ich danach streben, den Ruf des Arkane Instituts zu ehren und eines Tages selbst einen bescheidenen Beitrag zu jenem großen Bauwerk des Wissens zu leisten, dessen Fundamente Männer und Frauen Eures Schlages errichtet haben.

Mit größter Hochachtung verbleibe ich

Y'rahl Tquannil

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