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Re: Ein notwendiges Übel - Bürokratie [AID]

Ein unscheinbarer Brief, klar geschrieben und nur wenig ausgeschmückt findet sich in dem Stapel.

Werte Magister des Instituts,
ich schreibe Euch, so verwirrt wie selten in meinem bisherigen Wirken – und doch in der Hoffnung, dass jemand unter Euch mehr versteht von dem, was mir widerfahren ist.

Als ich in Düsterhafen mein Bewusstsein wiederfand, lag der Geschmack von Asche und kalter Luft auf meiner Zunge. Die Gassen wirkten fremd, verzogen, als hätten sie sich neu sortiert, während ich zwischen den Schatten lag.
Ich wollte in mein Haus zurückkehren, um meine Gedanken zu ordnen. Doch dort, wo über Jahre mein Heim stand – sorgfältig errichtet, von Nachbarn oft bestaunt – fand ich nur eine verrottete Bruchbude, deren Balken so alt wirkten wie die Zeit selbst. Ich sprach die Anwohner an, die Krämerin, den Fischer, sogar den stets mürrischen Nachtwächter.
Doch niemand konnte sich erinnern, dass jemals etwas anderes dort gestanden hätte.

In meiner Ratlosigkeit wandte ich mich bereits an die Akademie zu Moonglow, doch seltsamerweise blieb mein Schreiben bislang unbeantwortet – ein Umstand, der mich nur noch mehr beunruhigt.

Daher ersuche ich das Institut dringend um Auskunft, ob vergleichbare Fälle oder Vorgänge bekannt sind, in denen Orte oder Erinnerungen einzelner Personen nicht mehr zur beobachteten Realität passen – und biete zugleich an, hierzu auch persönlich vorzusprechen, sollte eine Audienz dienlich sein.
Bis sich neue Erkenntnisse offenbaren, verbleibe ich weiterhin in Düsterhafen.

Mit der gebotenen Hochachtung und der Bitte um zeitnahe Antwort,
Anna Deton, Novizin zur Academia Ars Magica

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