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Wo der Glaube noch lebt

Abaddon Arpollon

Abaddon hatte eine Weile geschwiegen. Sein Blick ruhte auf dem leeren Stuhl, von dem Yon gesprochen hatte.

„Vielleicht war der Stuhl niemals leer.“

Er trat näher und legte eine Hand auf die Rückenlehne.

„Vielleicht hat Arachnan Yon nur daran erinnert, was wir allzu leicht vergessen. Dass nicht alles, was geht, wirklich verloren ist. Und nicht alles, was bleibt, wirklich noch unter uns weilt.“

Abaddon sah zu Yon.

„Du hast recht. Diese Taverne ist kein Tempel. Aber vielleicht muss sie das auch nicht sein.“

Seine Stimme wurde ruhiger.

„Wir sind nicht viele, Yon. Vielleicht sind wir im Augenblick sogar nur zwei. Aber solange einer von uns den Namen Arachnans ausspricht und der andere zuhört, ist sein Glaube nicht vergessen.“

Er ließ den leeren Stuhl los.

„Menschen kommen. Menschen gehen. Erinnerungen verblassen. Selbst Mauern zerfallen.“

Ein kurzes, ernstes Lächeln erschien auf seinem Gesicht.

„Aber was wir bewahren, solange wir noch hier sind – das ist unsere Prüfung.“

Abaddon neigte den Kopf.

„Möge Arachnan über uns wachen. Und möge er uns erkennen lassen, was es wert ist, bewahrt zu werden.“

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