Schwärze.
Stille.
Kein Boden unter deinen Füßen. Ohne Halt treibst du durch den endlosen Raum.
Dir ist nicht klar, wo du dich befindest. Der harmonische Gesang deiner Brüder und Schwestern hallt noch immer in deinem Geist nach, aber wozu er genau diente, entzieht sich dir. Es liegt dir auf der Zunge, aber der Gedanke entzieht sich um Haaresbreite deiner Reichweite.
Orientierungslos treibst du weiter. Woher kamst du doch gleich?
Vergessen legt sich wie ein aufsteigender Nebelschleier über deinen Geist.
Ein Portal.
Richtig. Du erinnerst dich an ein Ritual deiner Brüder und Schwestern... ein Portal, aber wohin… Du wirst schläfrig, schließt deine Augen. Als du sie wieder öffnest kannst du nicht sagen wie viel Zeit vergangen ist, oder wie weit fort du getrieben bist, seit dem du sie geschlossen hast.
Du bist dir sicher, du bist durch das Portal gestiegen… aber wessen Portal? Ist etwas schief gelaufen?
Wieder wirst du schläfrig.
Du konzentrierst dich auf die einzige Verbindung zur Außenwelt, die du in deiner Lage noch spüren kannst: gedämpft, wie durch eine dichte Schicht aus frisch gefallenem Schnee, aber dennoch deutlich vorhanden. Du bist dir sicher, deine Brüder und Schwestern würden dasselbe tun, und durch ihre Verbindung zum La oder Rhûn neue Kraft schöpfen. Ein Wegweiser im Nichts.
Brüder und Schwestern… traten sie nicht direkt hinter dir durch die Pforte?
Wieder wirst du schläfrig. Müssen sich so Tala’a fühlen?
Schwärze.
Stille.
Der Gesang von Vögeln.
Blinzelnd öffnest du deine Augen und sprühst das weiche Grass der Waldlichtung unter dir, während Lichtflecken der wärmenden Nachmittagssonne durch das dichte Blätterdach dringen um verspielt über den Waldboden zu tanzen.
Dein Gedächtnis der letzten Tage vor deiner Abreise ist lückenhaft, aber du erkennst sofort wo du dich befindest. Zu vertraut ist der Gesang der Vögel, das Flüstern der Blätter, das weiche Grass unter dir. Die Baumriesen, die weit über das Blätterdach hinausragen machen dir die Orientierung einfach.
Du bist zu Hause.
Erleichtert richtest du dich auf und saugst die frische Waldluft in deine Lungen. So erleichtert, dass dir fast der kaum merkliche Geruch von Sporen und Zerfall entgangen wäre, die sie aus der Ferne mit sich trägt.