Online: 11

Schreiben an den Rat des Schattenbundes

Pardona

Der Frieden war nie stark gewesen.
Er war ein stilles Übereinkommen, gehalten von Gewohnheit, Müdigkeit und dem Wunsch, alte Rechnungen zunächst noch ruhen zu lassen. Und doch hielt er – wacklig, aber beständig.

Bis eine Kunde die Runde machte.

Ein Schmuggler aus Namoth, so hieß es, der jenseits alter Pfade am westlichen Ausläufer des Covegebirges operierte. Kein gewöhnlicher Halsabschneider, sondern einer, der verstand, mit Britain Geschäfte zu machen. Gold wechselte Hände, Waren wechselten die Seiten – und Grenzen verloren an Bedeutung.

Was zunächst wie ein weiteres Gerücht klang, barg ungeahntes Potential.

Denn wo Namoth und Britain einander fanden, begann der fragile Frieden zu knirschen.
Und manche hörten genauer hin als andere.


An den Rat des Schattenbundes,

ich berichte aus meiner Stellung heraus zur Mahnung und Vorbereitung.

Uns liegen verlässliche Hinweise vor, dass ein namothscher Schmuggler
seit einiger Zeit Handel mit Kreisen Britains treibt. Die Geschäfte
scheinen klein, doch die Routen sind alt, die Summen wachsend und die
Aufmerksamkeit unerwünscht.

Besonders bedenklich ist der Ort der Vorgänge: westlich des
Covegebirges, fernab offizieller Wege, aber nah genug, um bestehende
Absprachen zu unterlaufen.

Sollte Britain gezwungen sein, offen zu reagieren, wird man nicht
zwischen Absicht und Wirkung unterscheiden. Und Namoth wird dies nicht
unbeantwortet lassen können.

Ich rate daher zur Tat zu schreiten.
Nicht wegen eines Schmugglers – sondern wegen dem,
was er auslösen könnte.

In stiller Pflicht.
Berlas Sudenbrock, Sekretär des Schattenrates

Beiträge in diesem Thread