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Stein und Suppe [Lacrima - Prolog VI]

Beobachter

Von irgendwoher auf dieser Welt gleitet ein augenloser Blick durch die Schichten des Seins; sucht nach etwas, nach etwas unbestimmt Bestimmtem. Ein allmächtiger Blick über die Welt wäre viel hilfreicher, um das zu finden, was es suchte. Das Gefühl, dass sich beim unablässigen Suchen einstellt, ist lästig. Es ist ein Gefühl, das Menschen wohl als Langeweile bezeichnen würden.

Ein menschlicher Magier, gekleidet in diese seltsame Farbe, machtvoll, aber langweilig? Brauchbar vielleicht? Eine Elfe, glaubensvoll, aber belanglos? Ein weiterer Mensch, wenn auch anders glaubensvoll, aber ohnehin bald vergangen, belanglos gleichermaßen! Ein Dunkelelf, sinister, durchtrieben, ganz nach dem Geschmack des Beobachtenden und etwas Untotes, mit unklarem Ausgang. Interessant!
Vielleicht lässt sich aus diesen bisweilen faden Ingredienzien doch eine gute Suppe kochen. Ein lachhaftes Geräusch wabert durch die Zerrflucht, beißend und schief.
Eine schemenhafe Hand wird gestreckt und dann wird ein kleiner Stein ins Rollen gebracht, nur ein Kiesel. Was passiert, passiert und vielleicht kommen noch weitere Kiesel hinzu, die von größerem Interesse sind. Immerhin konnte mit Steinen auch eine passable Suppe gekocht werden.

Vielleicht findet sich auf diesem Wege auch das Gesuchte und falls nicht, ein wenig Kurzweil. Ein Bissen wird getan, nicht wirklich, aber im übertragenen Sinne. Etwas wird in sich aufgenommen und dieses etwas schreit mundlos auf und vergeht dann. Das Augenlose labt sich an dem Moment, die geistigen Finger werden geleckt. Süß und sauer. Eine gute Mischung.

Ein Zittern gleitet durch die Zerrflucht und die Aufmerksamkeit wird kurz gebunden - ein Wechsel, erneut notwendig, erneut lästig.

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