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Re: Rückkehr nach Elashinn

Zynrae Ky'Alur

Die Reise zurück nach Elashinn hatte ihre Welt in den Grundfesten erschüttert. Diese Veränderungen in der Umgebung, erst subtil, dann immer deutlicher, je näher sie der Stadt kamen. Zynrae versuchte zu verstehen was hier passierte. Plötzlich entstand Unruhe und vor ihren Augen verschwand ihre Ilharess. Angst, Unglaube und blanke Wut rauschte von einer auf die andere Sekunde durch ihre Adern, heiß und glühend brannte es sich einen Weg durch ihren Körper und ihren Geist. Sie stolperte ein paar Schritte zurück, bis sie mit dem Rücken an eine Felswand stieß. Fixierte mit den Augen die Stelle an der ihre Ilharess gerade noch gestanden hatte. Rufe drangen an ihr Ohr, aber sie konnte die Worte nicht verstehen, nur ein lautes Rauschen erfüllte ihren Geist. Ihre Magie reagierte instinktiv, versuchte sie zu schützen. Dunkle Schatten schossen hoch und hüllte sie bis zu den Schultern ein. Die dunkle Masse waberte über sie hinweg, wie schwarze Flammen, die über ihren Körper strichen, sanft, tröstend. Dann trat jemand in ihr Blickfeld und sie spürte ein leichtes Zupfen an ihrem Geist. Es war ihr egal, wer ihren Verstand da gerade erkundete.

„Novizin“ donnerte es an ihr Ohr.

Sie nahm eine kleine Handbewegung wahr und ihre Schatten lösten sich auf. Zynrae hob den Kopf und blickte in das Gesicht einer älteren Drow, die sichtlich wütend war.

„Name?“ blaffte die Drow sie an.

Ja wie war noch gleich ihr Name? Immer noch dieses Rauschen in ihrem Kopf. Sie schüttelte ihn, um zu sich zu kommen. Nichts passierte. Dann ein scharfer Schmerz an ihrem Unterarm. Sie schaute auf ihn hinab und konnte gerade noch den Rest des Schattens wahrnehmen, der sich gerade auflöste. Ihre Schatten hatten ihr noch nie Schaden zugefügt. Aber sie klammerte sich an diesen Schmerz, ein Ruck ging durch ihren Körper. Endlich kam sie wieder zu sich. Zynrae stellte sich gerade hin, ließ die angespannten Schultern sinken.

„Zynrae“. Sie hob den Kopf.

„Hand auf“.

Zynrae streckte eine Hand vor und ein Stein mit einer Rune wurde hineingelegt. Sie schloss die Hand und ließ sie in die Tasche gleiten, den Stein fest umklammert.

„Du weißt, was du damit tun musst?“

„Xas“ antwortete Zynrae tonlos.

„Bwael. Folge mir“.

Die Drow führte sie zur Akademie und teilte sie einer Unterkunft zu. Zynrae kannte dieses Vorgehen, viele der Novizen, so wie sie auch früher, wohnten hier. Die Drow wandte sich um und verließ den Raum.

„Drei Stunden bis der Unterricht für heute endet“ warf sie ihr über die Schulter hinweg zu, bevor sie die Tür hinter sich schloss.

Zynrae ließ sich auf das ihr zugeteilte Bett sinken. Sie wusste, was die Magierin ihr geschenkt hatte, eine kurze Atempause, um sich wieder zu sammeln. Sie streckte sich auf dem Bett aus und schloss dankbar die Augen. Was war nur passiert? Warum wirkte die Umgebung so seltsam fremd?

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