Neugierig wie immer stand der Wolf vor dem Riss. Langsam legte er den Kopf schief und dachte nach. So etwas hatte er bisher noch nie gesehen - es leuchtete, es hatte keinen Geruch, es knisterte so schön und war einfach da. Der Riss schwebte über dem Boden und wenn man ihn umrundet, dann sieht er von allen Seiten gleich aus. Nicht wie ein Gegenstand, der von jeder Seite anders aussah, nein, er sah aus jeder Perspektive einfach genau so aus, wie in der Pespektive davor. Eine seltsame Sache war dies. Der Wolf setzte sich ersteinmal auf seine Hinterläufe und kratzte sich hinter dem Ohr vor Verwunderung. Er war nur kurz von dem Rudel weggegangen, um einen Hasen zu verfolgen. Doch dieser Hase rannte direkt in den Riss hinein. Den Mut, ebenfalls hinterherzuspringen, brauchte der junge Wolf nicht direkt auf - er dachte lieber ersteinmal nach.
Dem Wolf ist es schon öfters aufgefallen, dass sein Rudel eher impulsiv und instinktiv handelte. Eine Sache, die er auch hin und wieder tat, jedoch eben so häufig dachte er einfach nur nach. Das muss eine Sache sein, die er von seinen Eltern geerbt hatte. Die anderen Wölfe erzählten ihm Geschichten über die beiden - jedenfalls so gut, wie ein Wolf eben mit einem anderen "reden" konnte. Beide seiner Eltern konnten sich in Elfen verwandeln. Das waren sehr spannende Geschichten für einen Welpen. Ein schiefes Grinsen überzieht die Schnauze des Wolfes, als er daran denkt, dass er seit kurzer Zeit ebenfalls die Gestalt eines Elfen annehmen kann. Vielleicht die seines Vaters oder seiner Mutter? So genau weiß der Wolf es selbst nicht und die anderen Wölfe können es nicht so genau beschreiben, wie eine echte Sprache es könnte. Immerhin kann dieser Wolf in seiner anderen Form sprechen - das vermutlich Beste an dieser Form. Der Rest ist ziemlich öde: Alles schmeckt fad, die Welt durftet nicht mehr, die Farben verblassen alle und das Laufen auf zwei anstatt vier Beinen hat aber auch so gar keinen Vorteil.
Wieder kratzte sich der Wolf hinter seinen Ohren. Es war nun schon einige Jahre her, dass seine Eltern ihn zurückgelassen haben und weggingen. Die anderen Wölfe können nicht sagen, wohin sie gegangen sind oder wie lange es tatsächlich her ist, aber dieser Wolf kann sich nicht an seine Eltern erinnern, also muss es schon gaaaaaaanz lange her sein. Ein Schnauben durchfährt den Wolf; wenn seine Eltern ihn nicht sehen wollen, dann will auch er sie nicht sehen. Eigentlich kennt er sie gar nicht - er kennt nur sein Rudel. Und dieses Rudel wartete nun auf ihn irgendwo hinter den Büschen im Wald. Er aber saß hier und traute sich nicht, einen Hasen zu verfolgen. War er etwa ein Hasenfuß?
Ein kehliges Grollen durchlief den Wolf, als er sich selbst damit beleidigte, ein Hase zu sein. Also nahm er seinen Mut zusammen, rannte los und sprang mit einem Heulen durch den Riss....und kam an der gleichen Stelle heraus, wo er vor dem Sprung war. Verwirrt schaute sich der Wolf um - ja, ganz eindeutig war dies der gleiche Ort. Aber...aber er roch irgendwie anders. Nun steckte der Wolf seine Nase in das Gras vor sich und konnte den Hasen wieder rittern. Die Verwirrung in seinem Kopf machte sich auch auf seinem Gesicht breit. Er war an einem anderen Ort, aber dennoch am gleichen? Nun, dann war es jedenfalls nicht so schlimm durch den Riss zu laufen. Der Wolf drehte den Kopf und Angst durchfuhr ihn - der Riss war fort. Hinter ihm war ledglich der Wald zu sehen. Er war also nun hier und sein Rudel war dort. Er war alleine. Vor Angst und Hunger (der Hase war schließlich immer noch nicht gefangen) rannte der Wolf in den Wald. Der einzige funken Verstand, der nicht durch diese beiden Gefühle unterdrückt wurde, war sein Name: Garou.
OOC Information: Diese Charaktergeschichte stellt den Übergang meines Charakters von VSW nach ASW dar und soll dazu herhalten, einen Re-Name zu ermöglichen.