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Re: Ein Brief an Endos

Endos

An Meister Arvedon Thalbrecht,

unser jüngstes Zusammentreffen wirkt noch nach – stärker, als ich es erwartet hätte.

Ich gebe offen zu, dass ich Eurem Ansinnen anfangs mit Zurückhaltung begegnet bin. Zu fremd erschien mir der Gedanke einer Innung, zu unklar, was sich hinter Euren Worten verbergen mochte. Doch Ihr habt darauf bestanden, nicht auf Versprechen, sondern auf Werk und Handwerk zu schauen – und das rechne ich Euch hoch an.

Die Prüfung in meiner Hütte war schlicht, vielleicht sogar unscheinbar. Kein großer Ofen, keine außergewöhnlichen Vorrichtungen – nur das, was ein Schmied wirklich braucht. Und doch habt Ihr genau dort hingesehen, wo es zählt: auf das Verständnis für Material, auf die Sorgfalt im Prozess und auf die Konsequenz in der Ausführung.

Dass Ihr mich daraufhin in den Stand eines Meisterschmieds erhoben habt, erfüllt mich mit aufrichtigem Stolz.

Ich nehme diese Auszeichnung nicht leichtfertig an. Sie ist mir weniger Zierde als vielmehr Verpflichtung – gegenüber dem Handwerk, das wir teilen, und gegenüber dem Anspruch, den Ihr daran stellt.

Gleichwohl werde ich mir erlauben, Euer Vorhaben weiterhin aufmerksam zu betrachten. Eine Gemeinschaft, die sich dem Mehr als bloßer Funktion verschreibt, ist ein Gedanke, der Bestand haben muss – nicht nur in Worten, sondern im Tun.

Ich bin bereit, meinen Teil dazu beizutragen.

Mit Respekt,
Endos, Meisterschmied

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