Der Meisterstreich des Ettinkönigs!!
ein Briefgeier
Vom Kundschafter der ihn in einem engen Käfig gefangen hielt wurde der Briefgeier mit einem Knochen in den Krallen von eben jenem Ettinkundschafter in hohen Bogen in die Luft geworfen. Ein Pfeil sirrte dicht an seinem Flügel vorbei, schnitt die Luft mit einem scharfen Zischen. Der Vogel riss den Leib zur Seite, gewann Höhe, spürte den Luftzug eines zweiten Geschosses, das ihm nur um Haaresbreite die Federn streifte. Schreie hallten vom Hang hinauf, wütend, frustriert. Zu spät. Er stieg höher, trug die Nachricht davon. Der faulige Geruch des Ettintals nach alten Mahlzeiten und zerlegtem Zwergeninnereien war ihm halbwegs willkommen. Er setzte zur Landung an, die Krallen griffen nach dem vertrauten Knochenhaufen vor dem Thron aus grob behauenen Steinen. Er wurde erwartet. Mit einem Ruck riss der König den Knochen an sich. Seine Finger, dick wie Keulen, fuhren über die eingekratzen Zeichen, während seine Blicke darüber huschten. Bilder flackerten in seinen Gedanken auf – die gestohlene Kiste, das höhnische Entkommen… und der Schlachter. Ein kehliges, tiefes GRollen schwoll in seiner Brust an und wuchs bis er mit beiden Stimmen zugleich sprach. "SIE NEHMEN UNSA FLEISCH!!", bellte der eine Kopf. Das Knochenschrifstück knackte, als sich seine Finger darum schlossen. Weitere Briefgeier wurden versandt zu allen Ettins die sich auf Schattenwelt niedergelassen hatten. Dies wurde nicht ungesühnt bleiben!
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