Re: Der Meisterstreich des Ettinkönigs!!
Ungosch ni`Dulana
Die Grenzgrafschaft ni’Dulana lag still unter einem grauen Himmel, als der Ettinkundschafter aus dem Wald trat. Zwei Köpfe, die sich leise stritten. Ein massiger Körper, der zu langsam wirkte, um wirklich gefährlich zu sein. Und doch lag etwas Unheilvolles in seiner bloßen Anwesenheit. Die Wachen auf den Zinnen reagierten schnell – zu schnell für den tumben Späher. Pfeile sirrten, eine Armbrust knackte, und kaum hatte einer seiner Köpfe etwas warnend gebrüllt, da rollten beide schon getrennt über das Pflaster. Ein schneller, sauberer Tod. Fast schon enttäuschend. Niemand achtete auf den Käfig an seiner Seite. Bis es zu spät war. Mit einem hässlichen Kreischen brach ein schwarzer Botengeier aus den verbogenen Stäben hervor. Seine Augen glühten unnatürlich, seine Flügel schlugen wie Lederpeitschen durch die Luft. Pfeile folgten ihm sofort, Bolzen zischten hinterher – doch der Vogel war schneller. Höher. Weiter. Und dann war er verschwunden. Stille. Zu spät begriffen sie ihren Fehler. Im großen Saal der Festung versammelte sich eine ungewöhnliche Gruppe: zwei Waldelfen, sehr gesprächig als es geistreiche Getränke gab; eine Piratin, deren Blick ebenso scharf wie ihr Verstand war; und ein Tagwandler, dessen Augen mehr gesehen hatten, als er je aussprach. Die Stimmung war angespannt, doch die Gespräche hatten ihre Leichtigkeit nach dem Wein verloren. „Ein Ettin… hier?“ murmelte einer der Elfen. Der Tagwandler nahm einen langsamen Schluck seines Drachenbluts. „Ettins wandern nicht ohne Grund. Und sie schicken keine Kundschafter so weit südlich… es sei denn, etwas Größeres bewegt sich.“ Die Worte hingen schwer im Raum. „Dann schlagen wir zuerst zu“, sagte schließlich einer der Waldelfen. Ein Nicken ging durch die Runde. Angriff ist die beste Verteidigung. Beiträge in diesem Thread
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