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Re: Unter dem Flüstern der Schlange

Mollog Talfar

Lord Talfar verharrte einen Augenblick im Schweigen.
Das Flackern der Kerzen zeichnete scharfe Linien über sein Gesicht,
ließ seine Züge für einen Herzschlag älter erscheinen, als sie waren.

"Ihr hört es ebenfalls..?"

Seine Stimme war ruhig, beinahe nachdenklich. Nicht überrascht. Als hätte er diese Antwort bereits erwartet.

Sein Blick ruhte auf Tanara, unbewegt und prüfend.

„Die meisten nennen es Zweifel, Angst oder Versuchung.
Sie geben ihm Namen, weil Namen die Illusion von Kontrolle schaffen.
Doch was euch gerufen hat, ist keines dieser Dinge.“

Langsam trat er näher. Das Echo seiner Schritte verlor sich zwischen den steinernen Säulen.

„Es antwortet auf etwas, das bereits in euch existiert. Sonst hättet ihr nichts gehört.“

Für einen Moment glitt sein Blick zu den flackernden Kerzen,
zu den Schatten, die über die Mauern krochen wie dunkles Wasser.

„Ihr glaubt, die entscheidende Frage sei, ob dieser Weg euch verschlingt oder formt.“
Ein schwaches Lächeln erschien auf seinen Lippen.
„Das ist die Frage der Unwissenden.“

„Jeder Weg verschlingt den Menschen, der ihn betritt.
Der Unterschied besteht lediglich darin, was an seiner Stelle zurückbleibt.“

Er verschränkte die Hände hinter dem Rücken.

„Ihr hättet gehen können. Das wißt ihr. Niemand hat euch festgehalten. Doch ihr seid geblieben.“
Die Worte waren keine Anschuldigung. Eine Feststellung.

„Nicht aus Gehorsam. Nicht aus Furcht.
Sondern weil ein Teil von euch bereits die Antwort kennt und sie mehr begehrt als die Sicherheit der Ungewissheit.“
Wieder senkte sich Stille zwischen seine Worte.

„Kommt also, wenn ihr die Tiefe dieses Weges sehen wollt.
Doch verschwendet meine Zeit nicht mit der Hoffnung, dass ihr am Ende derselbe Mensch sein werdet wie heute.“
Seine Stimme wurde leiser.

„Das werdet ihr nicht.“

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