Ein Wenig anders hatte sich Lyr'sa diese Begnung durchaus vorgestellt. Für einen Moment sah sie ihm hinterher. Dann setzte sie ihr breitestes und zugleich dümmstes Grinsen auf. „Natürlich.“ Sie führte ihren Ostard am Zügel. Den Sack mit Bork noch auf desse Rücken der wehleidig blökte. Je näher sie dem Arbeitslager kamen, desto zufriedener wirkte Lyr’sa. Zumindest äußerlich. Innerlich ging sie bereits den nächsten Schritt durch. Der Bock war nur der Anfang gewesen. Ein einzelnes Tier würde einen Drachen vielleicht beschäftigen, aber eine richtige Herde wäre wesentlich überzeugender. Und wenn sie erst einmal einen geeigneten Platz gefunden hatte, an dem sie den Bock freilassen konnte, würde sie sich anschließend um den Rest kümmern. Als die Rothefelder in Sicht kamen, wartete sie geduldig, bis Tath'raens Aufmerksamkeit für einen Augenblick in eine andere Richtung ging. Dann öffnete Sie den Sack und holte Bork heraus. "Hier mein Bester! Eine neue Spielwiese und viele neue Freundinnen!" Der kleine Orkbock blieb zunächst vollkommen verdattert stehen. Er schüttelte sich, blinzelte und sah Lyr’sa an, als wolle er sichergehen, dass diese Begegnung tatsächlich stattgefunden hatte. „Lauf“, murmelte Lyr’sa. Bork lief. Lyr’sa beobachtete zufrieden, wie er zwischen den Rothen verschwand. Damit war zumindest dieser Teil erledigt. „Siehst du? Alles vollkommen problemlos.“ Damit war ihr erster Ausflug erfolgreich beendet. Denn Lyr’sa hatte inzwischen von einem gewissen Tristan Pike gehört. Dieser hatte in diversen Anzeigen geschrieben, dass er viel zu viele Schafe habe, und dringend einige loswerden wollte. Und offenbar hatte dieser Mann also ein Problem. Ein Problem mit zu vielen Schafen. Es wäre doch geradezu unhöflich, wenn man sich gegenseitig nicht aushelfen würde.
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