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Re: Leuchtende Kanten [Blackrock Syndikat]

„Und natürlich uffpassn, dass de Waldzwerche nich inne Stadt kömmn un de Piet ausraubn.“

Anna Deton hatte über den Satz geschmunzelt, als Piet ihn zwischen zwei Hickser geschoben hatte, mitten in einem seiner Vorträge über Metalle, die sich vertrugen, und solche, die es nicht taten. De Piet tut Blech afoaschn. Kein Kesselflicker, Gott bewahre. Nun kam Ihr dieses Gespräch plötzlich wieder in den Sinn.
Jetzt, allein über den Büchern des Kontors, schmunzelte sie nicht mehr.
Die Plätze des Personals deutlich reduziert, ohne Nachricht und ohne Erklärung. Und Piet, der wunderliche Piet, fürchtete sich vor Leuten, die nach Wertvollem suchten. Wertvolles gab es in diesem Haus genug im Gegensatz zu den verschwundenen Angestellten.

Anna nahm die Laterne vom Haken und ging noch einmal alles ab: Riegel, Läden, die Hofpforte, das Schloss am Lager. Alles hielt. Aber Schlösser hielten nur ehrliche Menschen auf.

Die eigentliche Sicherung lag in den Auslagen. Sie führte die Hand knapp über die erste Kante und murmelte ein paar Worte, ohne das Holz zu berühren, und es antwortete. Ein kühles, bläuliches Licht lief am Rand entlang, sprang von Auslage zu Auslage und fasste fast den ganzen Raum in feine, zitternde Linien ein, wie gefrorene Fäden. Solange das Muster geschlossen blieb, hielt die magische Sicherung. Jede Lücke hätte sich als dunkle Stelle verraten.

Anna folgte dem Leuchten Kante um Kante bis in die hinterste Ecke. Keine Lücke, kein Flackern.

„Fachgerechte Ausführung“, murmelte sie noch immer im Gedanken an Piet.

Trotzdem schob sie den Riegel an der Hoftür ein zweites Mal vor, bevor sie die Laterne löschte. Das Leuchten blieb, schwach und stetig, und wachte über das Kontor, während draußen die Nacht über der Stadt lag.

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