Die schweigende Dienerin
Jhea'kryna Ky'Alur
Jhea'kryna sah zu, wie die Sargtline ihren Gemahl aus ihren Gemächern trugen. Eine Dienerin hatte ihn gefunden und es nicht gewagt dieses Verbrechen mitzuteilen. Zu groß war die Furcht davor bestraft zu werden, dass man ihr dies anlasten würde. Sie hieß Seldrae und war relativ jung für eine Drow. gerade einmal um die hundert Jahre alt, und erst seit wenigen Monaten im Dienst der Ilharess in ihren Gemächern. Am Morgen des Unglücks betrat sie die Gemächer, um die üblichen Arbeiten zu verrichten. Ly’Saar saß noch immer auf dem Tubak - dem großen Ohrensessel - den er so schätzte und in dem er seine Bücher lesen konnte. Auf dem kleinen Beistelltisch standen noch der Jhinrae sowie zwei Bücher welche er sich für den Abend seines Ablebens vorgenommen hatte. Die junge Dienerin betrat den Raum und wollte gerade den Tisch abräumen als sie ihm nahe kam. Zunächst fiel ihr der zu boden gefallene Pokal auf aus dem Ly'Saar seinen Jhinrae zu trinken pflegte, dann die blassere Haut und dass sich sein Brustkorb nicht mehr hob. Sie traf eine Entscheidung aus Panik und verließ den Raum und sagte nichts. Sie verrichtet ihre Arbeiten über den Tag an anderen Stellen im Qu'ellar. Sie bewegte sich wie ein Schatten durch die Gänge und vermied den Blickkontakt wo sie nur konnte. Es war ein anderer Diener der Ly'Saar entdeckte, und dann ging alles ganz schnell. Sargtline stürmten das Gemach, fanden den Leichnam, und es dauerte nicht lange bis Seldraes Name fiel. Als Sie vor Jhea'kryna gebracht wurde versuchte Sie zunächst zu erklären, dass Sie nur Angst gehabt hatte. Dass Sie den Körper gefunden und geglaubt hatte, man würde ihd ei Schuld daran geben. Dass Sie hoffte, jemand anderes würde ihn entdecken, damit sie nicht die erste sei auf die der Blick fiel. Doch in Elashinn gilt in solchen Dingen nicht als Vorsicht. Es ist Verrat. Für die Ilharess war nicht entscheident, ob Seldrae Gift verabreicht hatte oder nicht. Entscheident war, dass Sie den Tod entdeckte, dann aber verschwiegen hatte. Jhea'kryna ließ sie bestrafen. Niemand durfte glauben, dass Angst ein Grund sei, wichtige Nachrichten zurückzuhalten. Eine Dienerin, die aus Furcht schweigt kann ebenso gefährlich sein, wie ein Verräter der einen Dolch schwingt. So hatte Sie dem Verräter einen Vorsprung von einigen Stunden verschafft. Und in einer Stadt wie Elashinn, nah dem Har'oloth - dem Underdark - und der Oberfläche war dies mehr als genug Zeit um unentdeckt unterzutauchen. Wie konnte er es nur schaffen in ihre Nähe zu gelangen? Ly'Saar würde auf dem Friedhof beigesetzt werden. Alles was ihr blieb waren die Seidenpantoffeln, die sie sorgfältig in einen Schrank stellte...
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