Online: 10

[Dokumentation: Klassenaufstieg] D'nilok del Lloth

Tath'raen

Dieser Forenbereich soll dazu dienen, meine Ausbildung zum Knappen und dann zum Paladin zu dokumentieren. Auf Wunsch des Staffs habe ich die Ingame-Sessions in einen zusammenfassenden Text gegossen; bei Bedarf liegen alle Logs vor. Die Zusammenfassungen sind mit Hilfe von ChatGPT entstanden und sollen das etwas langatmige Log schön zusammenfassen. Die Dialoge sind jene, die auch ingame geschrieben wurden.

Die Spinne holt sich, was sie will

Ich stellte mich schweigend auf meinen Posten und starrte auf das kalte Steinmosaik unter meinen Füßen. Die Stunde begann wie jede andere: Worte über Hingabe, kleine Streitereien um Rang und Eitelkeit, Sätze, die sich wiederholten wie Spinnfäden im Wind. Ich folgte den Redenden mit halbem Blick, zählte die Falten ihrer Roben, die kleinen Gesten, die sie für wichtig hielten. Ruchi redete von Sterben und Gebären, Xael'vyra posierte, die Ilharess nickte, als würde sie jede Phrase wie eine Prüfung wiegen. Meine Hände umklammerten die Waffe, doch mein Kiefer war locker; meine Gedanken glitten ab — die Stunde floss, zäh und ohne Biss. Langweilig. Sehr langweilig. Die Tempeldienerin schielte grimmig; jemand räusperte sich; man sprach offizielle Dinge über Konklaven und Abschriften. Sie sprachen von Aufzeichnungen, von Ehrungen und künftigen Vorträgen — kleine Räder, die sich ineinander fügten. Ich zählte die Sekunden, als wären sie Perlen, und prüfte die Klinge an meinem Gürtel nur aus Gewohnheit, nicht weil sie gefragt war; die Luft schmeckte nach Wachs und alten Gebeten. So vergingen Stunden in diesem Haus: genau, kalt, vorhersehbar — genug, um Denken zu üben, ohne dass etwas zu fühlen war.

Die Stimmen zogen sich durch den Raum wie dünne Fäden, und ich fragte mich, ob irgendjemand außer mir bemerkte, wie sehr sie sich glichen. Immer dieselben Themen, immer dieselben ehrfürchtigen Pausen. Ich ließ den Blick durch den Tempel wandern: über Kerzenständer aus schwarzem Metall, über die steinernen Reliefs von Spinnen, über die Gesichter der Anwesenden. Ein paar versuchten aufmerksam zu wirken. Andere genossen es, gesehen zu werden. Ich unterdrückte ein Gähnen, indem ich die Zähne zusammenbiss. Wenn dies eine Prüfung der Geduld war, dann bestand ich sie bereits. Meine Finger trommelten einmal kurz gegen den Griff meiner Waffe, bevor ich sie wieder zur Ruhe zwang. Doch selbst Geduld wurde irgendwann stumpf.

Plötzlich veränderte sich die Luft, als hätte jemand eine unsichtbare Hand auf das Herz des Raumes gelegt und langsam gedrückt. Ich hob den Kopf, noch bevor ich begriff, warum. Und dann trat sie hervor. Die Kreatur löste sich vom Altar wie Nebel, der beschlossen hatte, eine Form anzunehmen; sie glitt, pulsierte, und doch spürte man jeden Zentimeter ihrer Präsenz wie geschmolzenes Eisen auf den Schultern. Ein Yochlol. Ihre Stimme war nicht laut, aber sie drang in unseren Schädel, als hätte sie dort schon immer gewohnt. Die Gespräche starben augenblicklich; die Ilharess blieb erhoben, die anderen sanken — ich kniete ungelenk auf der Treppe. „Auf die Knie!“ Der Befehl brauchte keine Lautstärke; die Präsenz der Yochlol legte sich über uns wie ein Netz, und selbst die feinen Härchen auf meinen Armen stellten sich auf. Was war das für Macht…? Meine Finger krallten sich um den Griff meiner Waffe, obwohl ich genau wusste, dass Stahl hier bedeutungslos war.

Die Kreatur wandte sich langsam im Kreis, als prüfte sie Adern und Geheimnisse; ihr Blick fand mich, und mein Magen zog sich zusammen. „Tath'raen.“ Ich senkte sofort den Blick; ein Instinkt, geformt aus Jahren der Unterordnung, senkte mich mehr als die Knie jemals konnten. Die Ilharess trat vor und sprach ruhig, kontrolliert, als wäge sie jeden ihrer Atemzüge ab. „Deine Präsenz ehrte dieses Haus und uns.“ Die Yochlol antwortete antwortete mit Forderungen, mit Bildern, die sich wie kalte Finger in unsere Gedanken bohrten. „Die Herrin erwartete, dass die Prüferin den Samen eures starken Hauses mit in ihre Welt nehmen kann.“ Sie redenten über mich.

Die Yochlol bewegte sich näher. „Die Herrin wünschte, einen neuen Diener zu erheben.“ Die Worte waren ruhig, doch in ihnen lag eine Kälte, die tiefer ging als Angst. Die Ilharess richtete den Blick auf mich. „Jaluk. Tritt vor und beschäme dein Haus nicht.“ Ich trat einen Schritt vor; der Stein unter meinen Füßen wirkte plötzlich sehr weit entfernt. „Ich bin hier, um zu dienen.“ Für einen Moment geschah nichts; die Yochlol beugte sich vor, als würde sie mich betrachten wie ein Handwerker ein Werkzeug prüfte. „Die Prüfung wird rein sein.“ Bilder flackerten durch meinen Kopf — Prüfungen, Wege durch dunkle Hallen, Entscheidungen, die schärfer waren als jede Klinge. Wenige Herzschläge später schnürte sich meine Brust zusammen; Jhea'kryna legte den Stab auf meine Schultern und sprach: „Du durftest dich erheben… D'nilok… del Lloth.“ Ich erhob mich langsam; die Knie zitterten; die Blicke der Anwesenden schnitten wie Klingen über meine Haut; in ihren Augen lag Neugier und Berechnung zugleich.

Die Gestalt der Yochlol begann zu verschwimmen; ihre Form löste sich auf wie Nebel in einer verborgenen Strömung. „Enttäuscht die Herrin nicht.“ Dann war sie fort, und der Druck im Raum löste sich nur langsam. Drow atmeten wieder lauter, flüsterten, eilten; Diener rollten Schriftstücke zusammen, Priester sprachen Gebete, die wie Schilde wirken sollten. Ich setzte mich zurück auf meinen Platz, aber die Langeweile war weg, zerschlagen wie Glas; an ihre Stelle trat eine kalte, messerscharfe Erwartung. Vorbereitung. Prüfung. Blut. Beten. Usstan tlun ghil ulu kla'ath. Meine Gedanken ordneten sich: Training, Befehle, Erinnerungen an Nächte im Übungshof, das Klirren von Stahl, das Brennen in den Muskeln; alles fügte sich wie Teile eines Puzzles zusammen. Ich fühlte, wie die Verantwortung auf mich fiel. Irgendwo in den Schatten schien die Herrin zuzusehen.

Beiträge in diesem Thread