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Übungen [Die Expedition][Ein Rückblick]

Ein Chronist

Zwölf Tage vor der "Qual"

Erneut studierte der junge Mann die Mitschriften seines Notizbuchs. Mit gerunzelter Stirn blickte er dabei immer wieder zu einem Modell auf, welches sich in einem, mit Meerwasser gefüllten Fass befand und die Übung im Maßstab eins zu fünfzig in flachem Wasser darstellte. Dann wieder zu dem zweiten Fass, in welchem die Übung bei größerer Tiefe, jedoch auch deutlich filigraner im Maßstab eins zu neunhundertzwölf widerspiegelte. Beide Übungen wurden augenscheinlich parallel exerziert und man konnte Cassius förmlich von der sonst üblicherweise gefassten Mine ablesen, wie unzufrieden er mit den Ergebnissen war.
Für einen unkundigen Betrachter war im zweiten Fass rein gar nichts auffälliges zu sehen. Im ersten dafür umso mehr. Eine einzelne Luftblase klebte wie mit feinen Spinnenweben oder fadenscheinigem Tuch fixiert am Boden des Fasses. Das hineinfallende Licht wurde vom Übergang des Wassers zur Luft größtenteils reflektiert und warf hypnotisierende Lichtflecken an die Innenwände des Fasses.

"Die Bewegungen entsprechen nicht den Vorgaben." verkündete Cassius schließlich. Fast konnte man einen missmutigen Unterton in der ansonsten sachlichen Aussage ausmachen. "Das Wasser auf dem schwankenden Schiff gerät in Bewegung und verändert beständig die Krafteinwirkung auf die Matrix. Diese weicht dadurch immer wieder von der, zur Kraftverteilung optimalen Kugelform ab. Falls ähnliche Fluktuationen in der Realität auftreten, ist das eine Abweichung, die zusätzliche Aufwände kosten und einen signifikanten Teil der Sicherheitstoleranz einnehmen könnte. Was hältst du von einem weiteren, größeren Modell? Wie viele Fässer haben die Schiffe zusammen gela..." doch weiter kam er in diesem Moment nicht, als er den Meister erblickte, welcher sich beiden näherte.

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