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Re: Wilderer vor den Toren Elashinns

Tath'raen

Otto, Karl, Frank und Maja saßen gerade gemütlich am Lagerfeuer. Frank vermutete, dass Otto und Maja etwas füreinander empfanden, wie sie so sorglos und mit jenen Blicken nebeneinander saßen. Die vier (und der Rest ihrer Bande) hatten ihr Lager in einem Waldstück vor Elashinn, dieser Stadt der Drow aufgeschlagen. Obwohl sie von einigen Wegbegleitern gewarnt wurden, dass die Drow sie hier nicht dulden würden, verbrachte die Gruppe mittlerweile einige Monde hier. Das Wild war reichhaltig und der Verdienst war die "Gefahr" mehr als Wert. Karl dachte für sich, dass diese Drow überschätzt wurden. Wahrscheinlich wussten sie nicht mal von dem Wildererlager.

Der Abend ging in die Nacht über und es wurde gefeiert - ein prachtvoller Hirsch wurde heute erlegt. Bier floss in Strömen. Dann nahmen die vier eine Beweging in einem nahen Busch wahr. Verdutzt, dass sich ein Tier so dicht an ihr Lager wagte, verstummte die Truppe. Dann trat mit festen Schritten ein für sein Volk großer Drow aus dem Dickicht, von oben bis unten in eine adamantene Rüstung gekleidet, die das Licht des Lagerfeuers reflektierte. Auf seiner Schulter ruhte eine gefährlich aussehende Zweihandaxt. Vollkommen perplex von dem offenen Erscheinen des Drow, sagte zunächst niemand etwas. Schlichen Drow sich nicht für gewöhnlich leise von hinten an? Auf dem Gesicht des Drow breitete sich kurze Zeit später ein Grinsen aus, welches das Blut in den Adern der Wilderer gefrieren ließ. Dann sagte er: "Vendui, habt ihr einen Moment Zeit, um über unsere Göttin und Erretterin Lloth zu sprechen?"

Auf den Toren, die den Eingang von Elashinn versperrten, standen zwei Sargtline. Sie waren mittlerweile müde und gelangweilt von ihrer Wache und warteten eigentlich nur noch auf ihre Ablöse. Doch dann zerrissen Schreie das Schweigen der Nacht - sie waren entfernt, jedoch für die Sargtline gut zu hören. Im Wald geschah etwas. Jedoch klangen die Schreie wie jene von Rivvin, also störten sie sich nicht weiter daran.

Lyr'sa saß in dem Keller ihres Hauses, nahe ihrer Schmiede, und bastelte an einer Ork-Maske. Wie immer empfand sie Freude beim Herstellen von Dingen, die später nützlich sein würden. Plötzlich hörte sie schwere Schritte auf der Treppe hinter sich. Als sie sich umdrehte, um den Ankömmling zu begrüßen, blieben ihr die Worte im Halse stecken. Vor ihr stand Tath'raen, der mit ihr dieses Haus bewohnte. Jedoch stand er Bewaffnet und in voller Rüstung vor ihr, sein Helm baumelt an einem Gurt an seiner Seite. Aber was sie mehr verunsicherte war, dass er komplett voller Blut war. Seine weißen langen Haare waren verklebt, sein Gesicht wieß jene Spuren auf, die entstehen, wenn man sich versuchte etwas daraus wegzuwischen, seine Rüstung glänzte ölig-rot im Schein der Esse und auf dem Boden breitete sich eine kleine Pfütze aus. Es schien aber nicht sein eigenes Blut zu sein. Mit monotoner Stimme sprach er sie an: "Lyr'sa...die Präsenz deiner Wilderer tollerierte die Spinne nicht länger. Sie sind nun nicht mehr." Dann warf er ihr seine Axt vor die Füße: "Sie muss wieder geschärft werden." Ohne ein weiteres Wort drehte sich der Drow um, ging die Treppe wieder hinauf und ließ Lyr'sa mit seiner Axt im Keller sitzen.

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