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Unruhe in Britain

Nonair

Mit der Tasche voller Runenbücher auf der Schulter machte ich mich gut gelaunt auf den Rückweg zu meinem Laden. Britain war belebt wie immer, doch nach und nach fiel mir auf, dass etwas nicht stimmte. An einer der größeren Straßen standen Wachen und ließen niemanden weiter. Menschen wurden ruhig umgeleitet, ohne großes Aufsehen, aber bestimmt. Ich dachte mir zunächst nichts dabei und suchte mir einen anderen Weg, doch je näher ich meinem Laden kam, desto häufiger begegnete ich solchen Sperren. Mal standen zwei Wachen an einer Ecke, mal mehrere an einem Brunnen, scheinbar beiläufig – und doch wirkte alles koordiniert. Es war keine Panik, eher eine kontrollierte Anspannung, als würde die Stadt auf etwas reagieren, das ich nicht sehen konnte.

Als ich schließlich in meine Straße einbog, blieb ich stehen. Auch hier war der Zugang versperrt. Zwei Wachen standen genau dort, wo ich durch musste, und hielten jeden auf. Mein Laden lag nur wenige Schritte dahinter. Ich trat näher und erklärte, dass ich dort hinein müsse, doch der Wachmann schüttelte nur den Kopf. „Im Moment kommt hier niemand durch.“ Ich sah an ihnen vorbei auf die Tür meines kleinen Reisebüros, dann auf die Tasche in meiner Hand. Für einen Moment kam mir der Gedanke, einfach zu springen – ein kurzer Schritt durch den Nimbus, und ich wäre drin. Aber ich ließ es bleiben. Stattdessen trat ich zurück und fragte, wie lange das dauern würde. „Bis wir wissen, was hier los ist“, war die knappe Antwort. Also blieb mir nichts anderes übrig, als abzuwarten, während Britain um mich herum weiterlebte, nur mit dieser leisen, ungewohnten Spannung unter der Oberfläche.

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