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Die Seele des Stahls [Weg zum S5]

Nogrin

Die Kerze flackerte im leichten Durchzug des Arbeitszimmers von Nogrin und warf tanzende Schatten an die Wände. Der Zwerg, der entschlossen war, eines Tages den Rang eines Meisterschmieds zu erreichen, saß jedoch nicht über seinen Werkzeugen oder Entwürfen. Seine Gedanken kreisten um etwas – oder vielmehr um jemanden – ganz anderes.

Leise murmelte er vor sich hin: „Dieser Mahlik geht mir einfach nicht aus dem Kopf… Ein Mensch mit solchen Fähigkeiten – faszinierend.“

Er erinnerte sich noch gut an das erste Aufeinandertreffen. Vor einiger Zeit hatte Nogrin ihm die Tore zum BlackRock-Syndikat geöffnet. Im Auftrag von Shezar sollte Mahlik Möbel fertigen – eine Aufgabe, die auf den ersten Blick schlicht wirkte, doch Nogrin blieb an jenem Tag bewusst im Hintergrund. Unauffällig beobachtete er den Menschen, stets wachsam und mit der Vorsicht, die seiner Natur entsprach.

Was er sah, beeindruckte ihn tief.

Mahliks Bewegungen waren ruhig, sicher und von bemerkenswerter Präzision. Jeder Handgriff saß, jede Linie wirkte durchdacht. Für einen Menschen – so musste Nogrin sich eingestehen – war das außergewöhnlich. Fast schon… beneidenswert.

So verfolgte er schweigend, wie Mahlik Truhen, Werkzeuge und kunstvoll gearbeitete Möbelstücke für das Syndikat erschuf. Mit jedem fertigen Werk wuchs Nogrins Interesse.

„Welch ein Talent… Diese Schnelligkeit, diese Genauigkeit“, murmelte er und strich sich nachdenklich durch seinen Bart, während sein Blick in der flackernden Kerzenflamme ruhte. „Das darf nicht ungenutzt bleiben.“

Nogrin selbst hatte große Pläne. Für das Syndikat wollte er eine Statue erschaffen – ein Werk, das seinen Platz auf dem Marktplatz von Britain finden sollte. Ein Meisterstück, würdig seines Namens.

Er lehnte sich zurück, die Gedanken wirbelten in seinem Kopf, bis sich schließlich eine klare Idee formte.

„Dieses Projekt… ich könnte es gemeinsam mit Mahlik angehen. Ein Talent wie seines darf nicht verschwendet werden… auch wenn er nur ein Mensch ist.“

Entschlossen griff er nach seinem Krug, nahm einen kräftigen Schluck Zwergenbier und stellte ihn mit einem dumpfen Knall auf den Tisch. Mit einem donnernden Schlag seiner Faust bekräftigte er seinen Entschluss, dann erhob er sich.

Sein Ziel stand fest: Minoc – jener Ort, an dem Mahlik sich häufig aufhielt.

Nogrin wollte ihn erneut beobachten, sein Können weiter studieren… und ihm schließlich ein Angebot unterbreiten.

Gemeinsam würden sie die Prüfung vor der Innung ablegen.
Gemeinsam würden sie die Statue erschaffen.

Mit diesem Gedanken im Herzen und einem festen Plan vor Augen brach er auf.

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