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Wo isse hin?

Ungosch ni'Dulana

Das ungleiche Duo - der Tagwandler und die Piratin - war wieder einmal gemeinsam unterwegs, auf der Jagd nach den Zweiköpfigen und deren legendären Schätzen.
Durch die Berge des Ettintals, bis hin zur gewaltigen Thronhöhle des König hatten sie sich den Weg freigekämpft. Schweiß, Blut und Ettin-Schleim klebten an ihren Rüstungen, als der König selbst endlich tot in einer Ecke lag -
sein riesiger Schädel gespalten von Ungoschs Breitschwert.
Im flackernden Licht der Fackeln an den Wänden sollte eigentlich die eisenbeschlagene königliche Truhe voller Goldmünzen, taubeneigroßen Edelsteinen und vergessenen Artefakten erkennbar sein.
War sie aber nicht. Dort wo der legendäre Schatz des Ettinkönigs hätte sein sollen gähnte nur Leere.
„Fic*** Hölle“, knurrte Ungosch und stampfte mit dem Stiefel auf. „Die Kiste ist weg.“
Rhea ging in die Hocke und sah sofort die breite Schleifspur auf dem staubigen Felsboden. Als hätte etwas Schweres, sehr Schweres hier gestanden und wäre dann mit Gewalt fortgezogen worden. Die Spur führte quer durch die Höhle, zurück zum Eingang, durch den sie sich noch vor kurzem durchgekämpft hatten.
Sie folgten der Spur schweigend, bis diese schließlich abrupt endete.
Zurück unter freiem Himmel, mitten im Tal hörte sie auf, als wäre die schwere Kiste einfach in Luft aufgelöst worden. Rhea ging langsam im Kreis, sorgsam den Boden prüfend. Keine weiteren Spuren.
„Sie haben die Truhe nicht weitergezogen“, murmelte sie. „Sie haben sie… hochgehoben. Oder etwas anderes damit gemacht.“
Ungosch hockte sich neben sie. „Vielleicht hat jemand hat Magie benutzt. Teleportation. Ein Schatz bewegt sich nicht von selbst.“
Rhea sah ihn skeptisch an. „Der Schatz des Ettinkönigs? Der soll verflucht sein, sagen die Legenden. Aber nicht lebendig.“
„Verflucht reicht manchmal aus, um Dinge seltsam zu machen“, murmelte Ungosch.
Rhea lächelte leicht. „Gut. Dann jagen wir jetzt keine Riesen mehr. Wir jagen einen Schatz.“
Ungosch gürtete sein Schwert. „Dann los, der Schatz des Ettinkönigs gehört denen, die ihn finden. Und ich hab keine Lust, mit leeren Händen nach Hause zu gehen.“
Und irgendwo wartete der Schatz – nicht mehr neben dem Thron des Königs, sondern an einem neuen Ort. Ein Ort den nur diejenigen finden würden, die bereit waren danach zu suchen.

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