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Der Zeitlose Tanz

Ruchi Vael'kyn, Yathrin d'lil Qu'ellar

Ruchi unterdrückte nur halbwegs ein dunkles Fluchen über ihre eigene Unpünktlichkeit, als sie zur Delegation stieß. Während sie ihr silbernes Haar mit einer energischen Geste glättete, stellte sie beim Betreten der Halle mit kühler Erleichterung fest, dass ihr weder das Summen von Fliegen noch der bekannte metallische Geruch von Blut entgegenschlug, der so oft in Elashinn zu vernehmen war.

Stattdessen hingen nur Gesprächsfetzen und klebrige Schmeicheleien in der Luft.

Noch.

Das Gespräch glich einem behutsamen Tanz, bei dem niemand es wagte, den ersten tödlichen Fehler zu begehen.

Es oblag nicht Ruchi zu richten, ob Bündnisse, Verleumdungen oder vermeintliche Geschenke der wahre Pfad für das Quellar waren. Als Priesterin galt ihr Blick dem Zeitlosen. Sie versuchte jene Strömungen zu wittern, die den Fluss der Zeit nachhaltig stören würden und die weit über ihr eigenes Leben hinausgingen. Und dann zeigten sich ihr oft jene Impulse, die auch ihr Leben zu ihrem Vorteil veränderten.

Dass Tath'raen hier die Initiative ergriffen hatte, mochte unter einigen Drow zwar Neid schüren, doch die Abwesenheit von Blutlachen und gesättigten Fliegen bestätigte ihr, dass dieser vorsichtige Tanz momentan das einzige Mittel zum Zweck war. Und so hielt sie den Blick Tath'raens kurz fest, als es Zeit war, Ruhe in den Gemächern aufzusuchen.

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