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Die Hafenstadt Cove

Paranax von Kord

...war keine Stadt, die sich auf den ersten Blick jedem Reisenden erschloss.
Wer nur flüchtig durch ihre Gassen schlenderte, sah in ihr wohl nicht viel mehr als eine raue Hafenstadt
aus dunklem Stein, feuchtem Holz, schiefen Dächern aus Stroh und mürrischen Gesichtern an jeder zweiten Ecke.
Sie war eine Garnisonsstadt am Meer, an den kalten Felsen gedrückt, vom Salz der Meere gezeichnet
und von Menschen bewohnt,die Tag für Tag anpacken mussten, um über die Runden zu kommen.
Und genau darin lag ihr eigener, eigensinniger Reiz: Als Handelsknotenpunkt für Gesinnungen aller Art war es Cove
neben Düsterhafen gelungen, auch jene anzuziehen, die nicht bis dorthin reisen wollten oder konnten.

Am Hafen begann jeder einzelne Tag mit dem vertrauten Läuten der Glocke, gefolgt von Lärm aus Rufen, den knarrenden Planken,
streitenden Händlern, schwitzenden Dockarbeitern und jenen Matrosen und Bewohnern, die es nicht rechtzeitig ins Bett geschafft hatten.
Abseits des Hafens zogen sich die Wege und Häuser die Hänge hinauf, vorbei an diversen Werkstätten, Tavernen, ein paar Lagern,
einer Schmiede und den wenigen Flecken, an denen man kurz stehenbleiben konnte, um über das Wasser zu blicken.
Hier wurde unentwegt für ein paar Münzen geschuftet, Alkohol in Strömen getrunken, in Kette geraucht,in den verschiedensten Sprachen geflucht und gestritten.
Über all dem lag der Eindruck einer Stadt, die nie geschniegelt wirken wollte und doch unbeirrbar ihren Platz im Reich Namoths und weit darüber hinaus behauptete.
Dinge blieben mitunter einfach liegen, anderes wurde mit Nachdruck geregelt und manches geschah überhaupt erst,
wenn sich irgendjemand fand, der sich der Sache annamh. Es war eine Stadt mit vielen Ecken, noch mehr Kanten und genug kleinen Missständen,
um jeden ordnungsliebenden Menschen ohne Umwege in den Wahnsinn zu treiben.
Und doch war sie für jene, die nur lange genug blieben, mehr als nur Holzmauern, Hafen und Garnison.

Sie war der Ort, der einem wider Erwarten mit der Zeit ans Herz wachsen konnte, sofern man sich erstmal einmal darauf einließ.


Die folgenden Beiträge erzählen weder große Heldengeschichten, noch handeln sie von Schlachten oder Taten, die die Welt derart bewegen würden,
dass Barden sie in übertriebene Verse zwängen. Vielmehr sind es gewöhnliche Tage aus dem Leben in Cove, geprägt von kleinen Aufregern,
alten Gewohnheiten, stillen Gedanken und einem Mann, der sich Tag für Tag ein wenig mehr um diese kleine Stadt bemüht.

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