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Der Auftrag der Ilharess – Zerstörung in Minoc

Xael'vyra Ky'Alur

Xael’vyra hatte einen klaren Auftrag von der Ilharess erhalten. Sie sollte Tod und Zerstörung nach Minoc bringen, jedoch ohne dass der Verdacht direkt auf die Dunkelelfen fiel.
Der Plan war ebenso einfach wie grausam: Die Ettins und andere Monstrositäten, die sich nördlich von Minoc angesiedelt hatten, sollten in die Stadt gelockt werden.

Doch wie brachte man diese zweiköpfigen Bestien dazu, genau dorthin zu laufen? Xael’vyra kannte sie vor allem als reglose Fleischklumpen zu ihren Füßen, nachdem sie sie auf der Jagd erlegt hatte. In einer offenen Stadt jedoch würden diese Kreaturen auf eine Bevölkerung treffen, die größtenteils unvorbereitet und wehrlos war.
Sie beriet sich mit ihrer Schwester Calamantalea, und gemeinsam kamen sie zu dem Schluss, dass eine Mischung aus Nahrung und gezielter Aggression der Schlüssel sein würde. Also bereitete Xael’vyra eine Tasche mit halbverwesten Fleischstücken vor und begann, die Ettins gezielt anzugreifen.

Sie legte eine Spur aus Fleisch, die tief durch den Wald bis nach Minoc führte. Immer wieder griff sie die Kreaturen an, verletzte sie leicht und reizte sie, sodass sie ihr wütend folgten und in die gewünschte Richtung stürmten.
Doch die Kontrolle über die Horde war schwierig. Immer wieder drifteten einzelne Ettins ab, ließen sich von Tieren oder vereinzelten Holzfällern ablenken oder schlugen unkontrolliert in die Umgebung ein. Auch Xael’vyra selbst musste wachsam bleiben, um nicht plötzlich zwischen zwei der wütenden Riesen zu geraten. Besonders in der Dämmerung des Waldes wurde es zunehmend schwer, den Überblick zu behalten. Mehr als einmal konnte sie nur durch einen schnellen Sprung zur Seite einem vernichtenden Hieb entgehen.
Nach langer Zeit erreichte sie schließlich den Rand eines kleinen Hügels. Von dort aus sah sie die ersten Lichter von Minoc – flackernde Fackeln, die die Häuser beleuchteten. Ein klares Zeichen, dass das Ziel nah war.

Sie zog das dunkle Tuch tiefer ins Gesicht, um ihre Züge zu verbergen, und rannte den Hügel hinab. Hinter ihr erkannte die Horde offenbar ebenfalls die Nähe möglicher Beute und beschleunigte ihr Tempo.
Als Xael’vyra sich zwischen den ersten Häusern hindurchbewegte, erreichten die Ettins bereits den Rand der Siedlung. Mit lautem, gierigen Gebrüll stürzten sie sich auf alles, was ihnen begegnete – auf der Suche nach Nahrung, Opfern und Beute.

Die Bewohner wurden von den ungewohnten Geräuschen aus ihren Häusern gelockt und trafen direkt auf die tobende Horde. Chaos brach aus. Die Ettins schlugen wahllos auf Menschen und Gebäude ein, rissen Mauern nieder und zertrümmerten alles, was sich ihnen in den Weg stellte.
Währenddessen zog sich Xael’vyra unbemerkt in den Schatten zurück. Lautlos schlich sie sich aus der Siedlung hinaus und erreichte den Waldrand am Fuße des Hügels.
Aus sicherer Entfernung beobachtete sie das entstehende Chaos. Menschen flohen schreiend in Richtung Stadtzentrum und zur Bank, während die Monster ihnen folgten und immer tiefer in die Stadt vordrangen. Das Geschrei wurde lauter, die Unruhe wuchs, und das Werk der Zerstörung entfaltete sich in vollem Ausmaß.

Zufrieden nickte Xael’vyra leicht.
Nach dieser Nacht würde Minoc nicht mehr dasselbe sein.

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