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Von Flüchen, Fäden und Festungen

Rhulqee Ky'alur

Von unten drangen immer noch die Geräusche der Taverne hinauf, während es in dem luxuriösen Gästezimmer außer gleichmäßigen Atem und dem sporadischen Blaken einer einzelnen Kerze keinen Laut gab. Mit den Fingern fuhr Rhulqee vollends entspannt durch das silbrige Haar des Kopfes, der an ihrer Schulter ruhte, nachdem sich sein Besitzer verausgabt hatte. Vorerst ließ sie ihn gewähren, genoss die Ruhe und Gelegenheit, ihre Gedanken schweifen zu lassen.

Das Unbotmäßige hatte inzwischen einen Namen bekommen: Xurina. Nach allem, was sie inzwischen erfahren hatte, eine durchaus fähige Kämpferin - nur vielleicht ein wenig unbedacht und zu selbstbewusst. Aber ein starker Faden, so nützlich er auch sein mochte, wenn er seine Last trug, konnte verheerend sein, wenn er falsch ins Netz geknüpft wurde und das Gesamtgefüge durcheinanderbrachte. Vielleicht war ihr das sogar zu verzeihen, wenn sie tatsächlich noch unter diesem mysteriösen Fluch litt. Es bleib aber zu hoffen, dass sie sich jetzt wirklich auf die Aufgabe als Leibwächterin der Mutter Oberin beschränkte. Das war eine wichtige Aufgabe, eine, die gute Reflexe und eine schnelle Klinge brauchte. Aber auch eine, die Rhulqee Xurina freimütig gönnte. Mochte sie sich doch stetig mit Yathallaren, Yathrinen und dem gelegentlichen Attentat herumschlagen und ihren Leib in die Waagschale werfen.
Ein wenig unwillig verzog sie die Lippen. Auch wenn sie gewisse Freiheiten besaß in der Erfüllung ihrer Aufgaben, ließen sie sich doch nicht ewig aufschieben. Die Herrscherin der Stadt verlangte einmal mehr danach, dass bestimmte Mauern brachen, und wusste genau, wer ihr diesen Wunsch erfüllen würde. Aber auch, wenn das bei weitem nichts Neues war, dachte die Führerin der Streitmacht der schwarzen Perle nicht daran, zu selbstbewusst und unbedarft in die Unternehmung einzusteigen.

Entschlossen spannte sie ihren Körper an, drehte sich und stieß ihr eben noch angekuscheltes Spielzeug von den weichen Decken des Lagers. Mit einem dumpfen Laut kam der Jaluk auf dem harten Boden auf, doch bevor er aufspringen konnte, wurde er über sich an der Bettkante schon von dem süffisanten Lächeln der Dunkelelfe begrüßt. Rhulqee hatte den Kopf in eine Hand gestützt und ließ die andere ruhig auf dem nackten Oberschenkel ruhen. Oberflächlich belustigt aber mit einem Blick, der keinen Widerspruch duldete, zischte sie ihn leise an:

"Dos inbal a'till dosstan jalbyr emp'poss. Alu lu'inbau biu Ssin'kyorlin." Nach einer kurzen Pause fügte sie noch nachdenklich hinzu: "Naukhel vel'uss zhah tahtas kyorlin l'xuz'eh anulo. Usstan inbal ulu hirhar folbol a l'shinduago."


"Du hast dir eine weitere Aufgabe gut verdient. Geh und stell eine Eskorte zusammen."
"Niemand, der beim Anblick der Lichter an der endlosen Höhe in Panik gerät. Ich muss mir an der Oberfläche etwas ansehen."

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