Mahlik Sorge sitzt zur späten Stunde in seinem Zelt, leise zu sich selbst sprechend und schreibt mit rußverschmierten Fingern, offenbar seit Stunden an irgendetwas..
„Feinhand…“
Der Name steht einen Moment allein da, als müsse Mahlik sich sammeln. Dann kratzt die Feder weiter, unruhig, fast fahrig.
„Ich sehe, wie du da drüben stehst, Roderic. Zwischen all deinen blank polierten Dolchen, die keiner will. Und ich sehe, wie du mich ansiehst, als wäre ich schuld daran, dass deine Kundschaft ausbleibt.“
Ein dunkler Klecks Tinte tropft auf das Pergament.
„Du glaubst, ich bade hier in Gold, nur weil die Abenteurer mir ihre zerbrochenen Eisenstangen bringen und mit etwas… brauchbarerem wieder gehen. Aber du weißt nicht, wie viele Nächte ich wach liege, weil mir die Aufträge über den Kopf wachsen. Du weißt nicht, wie oft mir der Amboss fast auf den Fuß gefallen wäre. Oder wie oft ich mir beim Härten die Finger verbrannt habe.“
Ein kurzer Strich. Dann ein zweiter. Als würde er etwas durchstreichen, das er besser nicht schreibt.
Mahlik hält inne. Man spürt es zwischen den Zeilen.
„Weißt du… manchmal passieren in Minoc seltsame Dinge. Ein Standbein bricht. Ein Zeltdach reißt. Ein Wagen rollt ein Stück zu weit den Hang hinunter. Nichts Schlimmes. Nichts… Endgültiges.“
Ein langer Atemzug.
„Aber vielleicht solltest du besser aufpassen, Roderic. Nicht wegen mir. Sondern wegen all der Pechsträhnen, die hier in letzter Zeit umgehen. Erst vor kurzem wurden Zelte und Material gestohlen.. Man sagt, das Glück sei launisch. Und manchmal… stolpert es.“ Zufrieden rollt er das fertige Pergament zusammen und siegelt es. Dann erlischt auch die letzte Laterne im Bergschürferlager und gibt die Sicht auf eine klare Nacht frei.