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Re: Die Schmiedekriege in Minoc

Mahlik Sorge

Mahlík Sorge stand reglos im Mondlicht. Der Schmiedehammer ruhte schwer in seiner Hand, der Griff glatt von unermüdlicher Arbeit, vom Gewicht ungezählter Schläge gegen Eisen und Schicksal. Sein Blick folgte den fliehenden Schatten, die sich hastig in der Nacht verloren, und er wusste:
Das war kein Zufall gewesen. Keine Neugier. Keine Randale.

Das war eine Botschaft.

Der Hund verstummte schließlich, mehr aus Verwirrung als aus Gehorsam. Die Nacht senkte sich wieder über das Lager, doch etwas hatte sich verschoben. Unsichtbar, aber endgültig. Mahlík atmete langsam aus.

„Also doch“, murmelte er leise. „Du schickst deine Hunde. Und deine Schläger.“

Er drehte sich um, kehrte in sein Zelt zurück und setzte sich an den groben Tisch. Das Pergament, an dem er zuvor gearbeitet hatte, lag noch da – wo vorher noch Zweifel waren, herrschte nun Gewissheit.
Zweifel waren ein Luxus, den man sich nur leisten konnte, solange andere zögerten.
Er versiegelte den Brief nicht nur mit Wachs, sondern zusätzlich mit einer einfachen Kerbe – ein Zeichen, das nur jene verstanden, die regelmäßig für Gold vergaßen, was sie gesehen hatten.

Als er die Brieftaube aus ihrem Käfig nahm, flatterte sie kurz, beruhigte sich dann wieder. Tiere hatten ein gutes Gespür für Entschlossenheit.

„Er ist unvorsichtig geworden“, sagte Mahlík leise zu ihr. „Und überheblich.“
Mahlik öffnete die Zeltklappe. Die Nacht nahm die Taube wortlos auf als Sie sich auf den Weg nach Cove machte.

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