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Waldgeflüster und neue Bande

Be'ryll - bekannt als Emerald

Die Nacht brach herein und der Panzer, der mich während des Schlafes umgab zersplitterte und ließ meine Sinne zurückkehren. Dort, wo zuvor der Wolf mich gebissen hatte war nun alles unversehrt. Dennoch strich ich über den Unterarm, im Versuch die Erinnerung an dieses Gefühl wegzureiben. Eine Geste, die ich zuweilen auch bei Arkerio gesehen hatte.

Warum aber hatte das Wesen mir - ich ging nun davon aus, dass es Schmerz gewesen ist - beibringen wollen? Ich legte den Kopf schief und schaute zwischen die Bäume. Dann streckte ich meine Schwingen und Arme aus, um sie beweglicher zu machen. Urplötzlich traten Gestalten auf die kleine Lichtung hinaus. Alle hatten spitze Ohren, wie ich. Einer dehnte ein Stück Holz und hatte dazwischen ein dünneres Stück Holz auf einer Schnur liegen und deutete in meine Richtung. Ich verstand den Sinn nicht ganz. Doch meine Neugierde war geweckt und wir begannen zu reden.
Sie wollten wissen, was ich hier wollte. Ich erzählte von dem Wolf und das ich nicht wisse, warum er das getan hat. Dabei strich ich wieder über den Unterarm. Sie sagten sie seien Fey und ich fragte sie ob sie einen Wohnturm hier in der Nähe hätten. Sie meinten dass sie in einem Dorf wohnen würden und dass es hier keine so hohen Türme geben würde. Auch fragten sie nach meinem Namen.
Arkerio hatte mir jedoch beigebracht, dass man seinen richtigen Namen nicht nennen solle, da man sonst Macht über sich abgibt. Also beschrieb ich, was ich war: Emerald!

Einer der Fey trat dann vor - er hatte ein Gewand an, welches sich faszinierenderweise immer zu verändern schien. Ich betrachtete das Spiel sehr neugierig und hätte darüber fast das Gespräch mit dem Fey vergessen. Dann trat eine wohl kleinere Fey auf mich zu und berührte meinen Arm. Einen kurzen Moment hatte ich Scheu und erwartete fast wieder einen Schmerz, aber der blieb glücklicherweise aus! Also bissen diese Fey nicht so wie der Wolf.

Als ich dies Ansprach, sagten die Fey, dass Wesen, die Angst hätten oder etwas nicht kennen, oft zu Gewalt griffen.

Dies verstand ich nicht so ganz. Aber wir redeten lange. So lange, bis die Nacht wieder weichen wollte. Die Fey sagten, ich würde geduldet werden im Yewwald und könne in einer sich über den Weg spannenden Grenzfestung den Tag verbringen. Also folgte ich der Weisung und landete vor dem alten Gemäuer. Dort ruhte ich bis die Sonne den Stein nicht mehr küsste.

In der nächsten Nacht flog ich zurück in die Richtung, in der ich die Fey vermutete. Zwischen den Bäumen erblickte ich den Rand eines Dorfes und landete dort. Ein Fey, den ich noch nicht kannte - gab es so viele von ihnen?! - trat auf mich zu, die Hand an einem Stück in Form gebrachtes Eisenerz, dessen Sinn sich mir verschloss. Doch da kam, etwas tragend, der Fey mit dem wechselnden Gewand, E'lessar - so fiel mir der Name wieder ein. Er stellte mich dann dem anderen Fey vor, welcher mich daraufhin genauso neugierig musterte, wie ich ihn. Wir sprachen viel und sie erwähnten, dass nur Freunde der Fey an diesem Ort verweilen dürfen.

Also fragte ich, ob wir denn Freunde seien? E'lessar und der andere Fey, Are'vin, unterhielten sich eine Zeit lang in einer Sprache, die ich nicht verstand. Dann sagte Are'vin, dass wir Freunde wären.
Hier fühlte ich, dass ich dafür etwas geben wollte: Ich nannte meinen wahren Namen. Be'ryll - das ist was und wer ich bin, was mein Innerstes ausmacht. Die Fey versprachen, den Namen zu wahren und nicht leichtfertig zu nennen.

Ich half dann E'lessar beim Tragen seiner Kiste und er sagte zu, mir viele Dinge beizubringen. Auch wollte er mehr über mich erfahren. Wir gingen also zu seinem Haus.

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