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Für eine Handvoll Dreck [Die Expedition]

Nat Sagosch

hatte sie tagelang mit den anderen Novizen geübt.
Für eine Handvoll Dreck war sie in das kleine Boot gestiegen.
Für eine Handvoll Dreck hatte sie sich den seichten Wellen hingegeben und war im Meer verschwunden.
Für eine Handvoll Dreck hatte sie dort auf dem Meeresgrund gesucht, gewartet, gegraben.

Für eine Handvoll Dreck stand sie jetzt vor ihm, die Hand geöffnet und das Resultat ihrer Bemühungen präsentierend.

Kein im Ozean niedergegangener Meteor, kein Bruchstück von eben diesem. Nicht einmal ein kleiner Splitter. Nur nasser dunkler Sand. Kein überraschendes Ergebnis wenn man sich die bisherigen Ereignisse zu diesem Meteor in Erinnerung ruft.

„Wie erwartet“ war denn auch sein einziger Kommentar in Richtung der fahlen Magierin.

Keine neue Erkenntnis, mehr eine Bestätigung dessen was die Erfahrung bereits wusste. Dennoch war die Überprüfung notwendig. Magisches Schaffen gründet sich nicht auf unstrukturiertem Herumprobieren und unbewiesenen Annahmen. Vermeintliches Wissen das auf Annahmen beruht, so sicher diese auch sein mögen, ist nichts. Unzählige dilettantische Magier, die von Dämonen verschlungen, magischen Explosionen zerfetzt und elektrischen Entladungen verbrannt wurden, bezeugten dies.

Der Meteor war nicht auf dem Grunde des Meeres, schon lange nicht mehr. Er hätte es der fahlen Magierin sagen können, sie hätten mit der kleinen Flotte direkt an den Ort fahren können an welchem der zweite Meteor niedergegangen war. Doch so erhielt er die notwendige Bestätigung und wichtiger, Informationen über die Magierin.

Während er gedanklich noch einen Haken an einen weiteren Eintrag in einer langen Liste setzte, wandte sich der Magier bereits dem Kapitän des Schiffs zu und gab diesem einen unscheinbaren kurzen Wink. Kurze Zeit später wurden an Deck der Schiffe wieder Kommandos gebrüllt, Anker eingeholt, Segel gesetzt und Kurs auf ein neues Ziel genommen.

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