Verwirrung
Be'ryll - bekannt als Emerald
25.04.2026 21:28
zuletzt editiert: 25.04.2026 21:34
gesamt: 3
Email:
Discord:
Silbriges Licht und Dunkelheit der mondhellen Nacht legten sich sachte, wie ein Schleier auf die uralten Bäume des Yewwaldes. Befreit vom traumlosen Schlafe des Tages öffnete ich meine Augen und streckte die die Schwingen weit von mir, soweit es zumindest die Decke des elfischen Hauses zuließ. Yllaria war nicht daheim, also trat ich geduckt durch die Türe nach draußen. In dem Moment, in dem ich meine Füße auf den Boden außerhalb des Hauses setze, konnte ich wieder das Flüstern des Bodens, des Steins wahrnehmen - meine eigene Magie, wie E'lessar mir sagte.
E'lessar - vielleicht würde ich ihn in der Siedlung finden. Das, was der Stein mich lehrte wollte ich erst einmal mit dem Elfenmagier besprechen. Das Erheben von Erz, nein - eher von chaotisch drehendem Ferrum, das vergangene Nacht überraschend aus dem Fels freigegeben wurde und sich wirbelnd auf die Gruppe Un-toter warf, die sich mir annäherten, um mir Schmerzen zu bereiten.
Un-tote, so wusste ich mittlerweile, können einen nicht besser kennenlernen, um dann i-ama zu werden. Und Schmerz hatte ich nun fünf mal in meiner Existenz erlebt und es war nicht gut.
Somit war gut, dass das wirbelnde Ferrum die Un-toten von mir weghielt, aber ich konnte zu diesem wirbelnden Wesen nicht vordringen - mein Flüstern hatte keine Wirkung.
Und ich vermutete, dass es alles außer mir anwirbeln würde, weswegen ich es nicht da haben wollte, wenn i-ama in der Nähe waren. Es war wichtig, dass ich meinen i-ama keine Schmerzen verursachte - denn das wollte ich nicht! Ich wollte ihnen immer helfen.
Mit einem Sprung und dem Schlagen der Schwingen verließ ich den Boden und das Flüstern im Stein wurde auch leiser. Im Flug musste ich mich stark darauf konzentrieren es zu hören.
Die Sicht war klar - ich sah in unmittelbarer Distanz den mit eisernem Zaun umgebenen Ort, wo auch Un-tote herumwandelten. Aber meine elfischen i-ama hatten wohl keine Sorge mit diesen. Die anderen Un-toten, die auch den Boden des Waldes beeinflussten waren die schlechten.
Ich konnte diese Veränderungen auch spüren. Es wirkte sich zwar auf das Organische aus, aber es glitt an den Steinen, den Erzschichten vorbei und versuchte die weichen Schichten auch zu druchdringen. Aber hier würde ich den i-ama weiterhin helfen, dass wir dieses nicht-Gute wegmachen und sie den Wald wieder gesund und gut machen können.
So in Gedanken stellte ich fest, dass die Siedlung Yew schon schnell näher kam. Ich landete, begrüsste die lichtelfischen Wachen und ging auf das im Mittelpunkt liegende Gebäude zu. Eine "Bank", wo die Elfen Dinge lagerten.
Ich spürte, dass sich dort auch verdichtet Aurum und Argentum befanden, verstand aber nicht, warum. Die Metalle waren in großen Truhen gelagert. Ich würde E'lessar auch danach fragen, warum sie dort hingebracht worden sind.
Jedenfalls schaute ich in Erius Haus hinein und grüßte ihn und seine Gefährtin, als ich hinter mir eine Bewegung bemerkte. Eine Wald-elfe kam dort heran, die ich noch nicht kannte. Da ich keine Robe-vor-der-Mitte hatte, sprach ich sie an und versuchte mich ihr vorzustellen, denn ich hatte auch gelernt, dass die "Angst" dann nur Wesen haben, die mich nicht kennen. Und wenn man sich vorstellt, dann beginnt man ja langsam einander kennenzulernen.
"Was bist Du?!" war ihre erste Frage. Sie war ein wenig anders, als die anderen Wald-elfen oder fey, die ich kennenlernen durfte. Aber deswegen stellte ich mich ihr doch vor! "Man kann mich als 'Emerald' beschreiben - aber das ist nicht mein Name, aber es beschreibt mein Sein recht gut." war meine Antwort.
Sie fragte nochmal "Was für eine Monstrosität bist Du?" und sie ging dabei rückwärts. Ich antwortete wieder: "Meinen Namen kann ich noch nicht nennen, aber 'Emerald' beschreibt mich!"
Ich sah, dass sie auch Krallen an ihren Händen hatte, also legte ich meine Klauen in meine Handinnenflächen und ging einen Schritt auf sie zu.
"Was machst Du hier?" - es kam mir etwas verwunderlich vor, dass sie so zischte und auch knurrte, jedoch wollte ich doch, dass sie dieses Gefühl namens "Angst" nicht vor mir hatte, also sagte ich, dass ich gerne den i-ama helfe. I-ama wie E'lessar, Yllaria, Are'vin und all die Anderen.
"Fae brauchen keine Hilfe!" sprach die Fremde die Antwort und wich noch weiter zurück, streckte dann ihre Klauen weiter vor.
Ich bemerkte E'lessar, wie er plötzlich auf dem Platz stand und begrüsste ihn, dann sprach ich weiter mit der fremden Waldelfe, während E'lessar uns zusah. Diese "Angst" schien aber immer noch von der Elfe Besitz eingenommen zu haben, sie zischte immer lauter und ich versuchte es nochmal mit der Vorstellung, damit sie mich kennnlernen konnte und keine "Angst" mehr empfand.
E'lessar begann sich dann mit ihr zu unterhalten, aber auch das schient nichts zu ändern. Sie wich noch weiter zurück und rannte schließlich fauchend weg.
Ich war verwirrt - habe ich etwas falsch gemacht? Ich habe mich doch mehrfach vorgestellt, aber sie war dennoch ängstlich. Das ist nicht gut. Zu E'lessar gewandt ragte ich ihn, ob ich etwas hätte besser machen können oder ob ich gar etwas falsch gemacht hatte. Wir redeten eine ganze Weile. Ich fragte ihn, was "Angst" überhaupt ist. Er sagte, es sei das, was man empfindet, wenn man Mut zeigen muss.
Die Antwort verwirrte mich wieder, da ich auch nicht weiß, was Mut ist.
Es ist doch immer nur die Frage, ob man weiß, ob man das macht, was man als das Richtige einschätzt oder nicht. Und wenn man für sich weiß, was das Richtige ist, macht man es dann doch, um den i-ama zu helfen!
Ich würde über Einiges nachdenken müssen in dieser Nacht...