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Antwort auf: Der Baum - Loretta von Auenstein

Re: Der Baum

Loretta von Auenstein 01.02.2026 18:27
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Loretta spürte, dass sie Yew langsam verlassen musste. In ihr gärte etwas. Yew hatte ihr sicherlich dabei geholfen, an diesen inneren Entwicklungspunkt zu kommen, aber jetzt war es langsam Zeit für den Abschied.

Sie dachte an den altem Yew-Baum, zu dem sie etwas vor einiger Zeit gelockt hatte, vielleicht La selbst. Sie fragte sich, ob der Baum, La oder sonsteine Kraft ihr dieses Geschenk noch machen wollte, ihr einen Teil des Baumes zu schenken, auf dass sie sich fürsorglich darum kümmern würde. Also machte sie sich auf den Weg zu der Stelle, an der sie den Baum in Erinnerung hatte. Doch da war nichts. Oder besser: Sie fand die Stelle einfach nicht. Immer wenn sie dachte, ein Merkmal im Wald zu erkennen - einen abgefallenen Ast, andere Bäume, eine Lichtung, kam sie trotzdem nicht da raus, wo sie es erwartet hatte. Es war wie verhext. Wollte der Wald ihr Streiche spielen? Wollte er ihr damit zeigen, dass er sie nicht für würdig befand?

Sie blieb stehen. In ihr machte sich Entmutigung breit. Sie schaute umher und war frustriert, weil sie nicht das fand, was sie suchte und das ihr vorher in Aussicht gestellt worden war. Sie senkte den Kopf und schaute betrübt zu Boden. Doch da sah sie ihn, einen kleinen Yew-Setzling. Sie stutzte und ihr Blick hellte sich sofort auf. So hatte der Wald, der Baum, La oder was auch immer sich das also gedacht - sie erst an der Nase herumführen, um ihr am Ende doch das zu geben, was sie gesucht hatte. Der Wald musste ein Witzbold sein, dachte Loretta. Aber sie war vor allem froh und dankbar über die Geste.

Sie grub den kleinen Setzling vorsichtig mit den Händen aus und spürte dabei mit ihrem Tastsinn jede Wurzel, um sie nicht zu verletzen. Dabei ließ sie etwas Erde um die Wurzelknolle herum. Mit dem Setzling in beiden Händflächen tragend ging sie geschwind in das Yewer Zentrum und wunderte sich dabei, dass sie den Weg nur wenige Schritte entfernt wiederfand. Dort angekommen besorgte sie sich bei einem Händler einen großen Blumentopf, in den sie den Setzlich vorsichtig mit zusätzlicher Waldbodenerde bettete und mit ordentlich Wasser goss, damit er die Reise gut überstehen konnte.

Nun war sie wirklich bereit für die Reise zurück nach Britain, ihrer de facto Heimat, auch wenn in ihr zur Hälfte waldelfisches Blut floss. Dort wollte sie eine gute Stelle für das kleine Bäumchen finden, die ihm würdig war. Sie dachte an einen schönen Garten, in dem der Baum irgendwann majestätisch schön strahlen könnte. Aber fürs Erste würde es reichen, den Baum in seiner gewohnten Erde im Topf wachsen zu lassen. Sie wusste, dass diese Bäume nicht die schnellsten Gewächse waren, also musste sie sich nicht beeilen und konnte in Ruhe den besten Platz finden. Diese Mühe war sie dem kleinen Lebewesen schuldig, so empfand sie das jedenfalls.


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