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Antwort auf: Loretta von Auenstein - Loretta von Auenstein

Rückblick: Der Ring

Loretta von Auenstein 01.02.2026 18:30
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Eine schöne Sommernacht. Sternklarer Himmel. Das Bankett in Britains Adelsviertel war in vollem Gang. Laute Musik, die zum Tanz einlud, drang aus dem Inneren des Gebäudes nach draußen. Loretta war dem Treiben entglitten. Sie brauchte eine Pause und etwas Ruhe. Auf dem von gepflegten Hecken eingefassten Weg stand sie, den Blick zum Himmel gerichtet. Der Mond, als schmale Sichel, schien ihren Blick zu erwidern.

Da verrieten die Kiesel auf dem Weg eine sich nähernde Gestalt. Sie wusste sofort, wer es war.

„Air,“ stellte sie fest. Nüchtern, doch ein Hauch von Überraschung und Hoffnung schwang mit.

Er trat aus dem Dunkel, blieb kaum einen Meter vor ihr stehen.

Loretta musterte ihn. „Ich dachte, du wolltest nichts mehr von mir wissen?“ Ihr Blick verriet leisen Triumph.

Air schwieg. Einige Momente verharrten sie so voreinander.

„Nun?“ Loretta durchbrach das Schweigen. „Hast du es dir anders überlegt?“ Sie rang darum, unberührt zu wirken.

Er zögerte, dann knapp: „Wäre ich sonst hier?“

Loretta atmete tief. „Du kannst das nicht immer wieder machen.“ Er blieb stumm. „Du musst dich entscheiden. Entweder du liebst mich und stehst dazu – oder du bleibst für immer fern. Ich kann das nicht mehr.“

Noch immer keine Antwort. Der Wein des Abends gab ihr Mut, den sie sonst nie fand.

„Ich liebe dich, Air, das weißt du. Seit über fünfzehn Jahren. Und so sehr du es leugnen willst – du liebst mich auch. Sonst wärst du nicht immer wieder hier. Aber jedes Mal zerreißt es mich. Ich will nicht schon im Kuss spüren, dass du mich bald wieder wegstößt. Was ist dein verdammtes Problem?“

Sein Blick hing an ihren Augen, doch er brachte kein Wort hervor.

„Nein, sag nichts – ich weiß es.“ Ihre Stimme schärfte sich. „Du wirst älter, ich bleibe unverändert. Du siehst dein Ende, während ich bleibe. Deine Eitelkeit! Reicht es dir nicht, dass ich dich jetzt liebe? Dass du für immer meine erste Liebe bist? Ich will die Zeit mit dir genießen, aber du machst alles kaputt! Ich ertrage deine Abweisungen nur, weil ich weiß, dass sie Teil deiner Liebe sind. Aber es macht mich müde. Es ist, als wolltest du meine Liebe ersticken, damit ich dich endlich gehen lasse. Willst du das wirklich?“

Etwas arbeitete in ihm. Er wirkte, als brodle es. Als er sich zu bewegen begann, hielt sie ihn zurück:

„Halt. Ich meine es ernst. Entscheide dich jetzt. Wenn du mich küsst, bleibst du. Für immer. Wenn nicht – dann geh. Keine Spielchen mehr.“

Air stand wie versteinert. Ihre Worte hatten ihn vor ein inneres Gericht gestellt. Loretta hielt seinem Blick stand, vorwurfsvoll, aber auch hoffend. So oder so – sie war erleichtert.

Dann griff er in die Innentasche seines Anzugs. Ein kleines Schächtelchen. Er sank nieder, öffnete es. Ein Ring funkelte im Licht der Sterne.

„Ist das Antwort genug?“

Loretta stockte. Gefühle schwappten auf, zu viel auf einmal. Schließlich brachte sie hervor: „Du hattest ihn die ganze Zeit dabei – und warst so kalt zu mir? Du…“ Rührung und Ärger mischten sich in ihrem Blick.

Da schnellte er auf, nahm sie in den Arm und küsste sie. Sie erwiderte es. Tränen liefen ihr über die Wangen, während sie sich leidenschaftlich hielten.

Später, Arm in Arm, unter dem Sternenhimmel, gingen sie zurück ins Bankett. Sie tanzten, und jeder konnte den Schwur ahnen, den sie sich gerade eben gegeben hatten.


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