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Entlassung in Elashinn

Sorn Ky'Alur

Das hallende Klatschen von Tropfen auf hartem Stein war in Elashinn nichts Ungewöhnliches. Die Stalaktiten über die ganze Höhlendecke verteilt sammelten häufig kleinere Mengen an Wasser, welche sich für die feinen Elfenohren lautstark bemerkbar machten. So würde Sorns neuestes Kunstwerk wohl nicht dadurch auffällig werden, dass die letzten Reste des Lebens aus Ruzzo'isos, dem jüngst entlassenen Hauptmanns der Wache, tröpfelten.

Elashinns Arbeitspolitik war simpel, Aufgaben werden nach Befähigung und Lloths Willem verteilt, und sind nur perfekt und fehlerfrei umzusetzen. Umso enttäuschender empfand der Veldruk die grobe Missachtung solch einfacher Regeln durch sein Arbeitsmaterial. Selbst der niedrigste Jaluk musste eindringende Rivvin hören, sie sind lauter als Rotheherden.
Ruzzo'isos Versagen in dieser Sache hatte ihn nun eingeholt, und die Chance die Stadt daran zu erinnern, wie Ordnung in ihr eingehalten wird, war gekommen. Die genaue Anklage war egal, das Urteil war immer das gleiche. Tot, mal öffentlich, mal heimlich. Mal verschwinden sie in den Schatten und manchmal, so wie heute, hängen sie über dem bis kürzlich von ihnen unentdeckten Eingang in die Stadt, die Augen aus den höhlen gerissen, der Schaedel durch die Ohren in den Stein genagelt, mit um Verzeihung bittenden gefalteten Händen vor dem geöffneten Brustkorb. Herzlos, wie ihr Versagen gegenüber Lloth, der Ilharess, und der Stadt.

Sein Werk vollbracht entschwand der Veldruk wieder in den heimischen Schatten, seine Anwesenheit unnötig für den Effekt, wenn sein letztes Werk gefunden wird. Das Flüstern durch die Straßen würde die Kunde verbreiten, und der Aushang würde verstanden werden, so wie immer.

Inkompetenz war Häresie gegen Lloth.

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