Er träumt. Dann ist da Schmerz. Nicht wie ein Gedanke, nicht wie ein Bild, sondern roh und überall zugleich, und er reißt ihn aus dem Traum, zerfetzt ihn, lässt nichts als dieses pochende, brennende Gefühl zurück. Langsam begreift er. Das ist kein Traum. Das ist echt. Er versucht, die Augen zu öffnen, doch die Lider gehorchen ihm nur widerwillig, zucken erst unkontrolliert, bevor sie sich schließlich einen Spalt weit heben, und das Licht trifft ihn wie ein Schlag – grau, milchig, verschwommen und doch viel zu hell. Der Schmerz schießt durch seinen Schädel, scharf und unerbittlich. Er stöhnt auf und presst die Augen sofort wieder zu, aber es ist zu spät, denn das Licht hat sich bereits in seinen Kopf gebrannt und pulsiert nun hinter seinen Lidern weiter. Sein Atem stolpert, wird flach und unruhig. Ein leises Wimmern löst sich aus seiner Kehle, kaum hörbar, ungewollt, und er spürt, dass er keine Kontrolle mehr darüber hat – über dieses Geräusch ebenso wenig wie über seinen Körper. Er liegt. Unter ihm kalter Stein, hart und unnachgiebig, der jede Bewegung zurückweist. Seine Finger beginnen sich zu bewegen, tasten blind über den Boden, spüren die raue Oberfläche, und dieses Gefühl von Wirklichkeit trifft ihn beinahe ebenso hart wie der Schmerz selbst. Er versucht, sich zu drehen, nur ein wenig, nur genug, um dem Druck zu entkommen. Ein Fehler. Der Schmerz explodiert in seinem Körper, scharf und plötzlich, schießt durch jede Faser und zwingt ihn zurück auf den Stein, während seine Muskeln kaum reagieren und wenn sie es tun, nur falsch – gefangen zwischen Taubheit und unendlichem Schmerz. Er bleibt liegen. Zwingt sich zu atmen. Langsam und tief. Der Schmerz ebbt nicht ab, aber er verändert sich, verliert seine schärfsten Spitzen und wird zu einem dumpfen, gleichmäßigen Druck, der sich in seinem Körper festsetzt und ihn nicht mehr loslässt. Seine Gedanken beginnen sich zu sammeln, zuerst nur bruchstückhaft, dann klarer. Ein Pfeifen erfüllt seine Ohren. Und darunter - Schritte. Zuerst weit entfernt, kaum mehr als eine Ahnung, dann näher, deutlicher, schwerer. Zu nah. Panik steigt in ihm auf, doch sein Körper bleibt reglos, gefangen in sich selbst, unfähig zu reagieren. Die Schritte verharren. Dann entfernen sie sich wieder. Zurück bleibt Stille. Birk weiß nicht, ob das gut oder schlecht für ihn ist. Er will rufen, will sich bemerkbar machen, irgendetwas tun, doch sein Körper gehorcht ihm nicht. Nur ein heiseres, schmerzverzerrtes Geräusch entweicht ihm, kaum mehr als ein Hauch. Dann vergeht Zeit. Wie viel, weiß er nicht. Sein Atem wird ruhiger, gleichmäßiger, während der Schmerz bleibt, sich aber in etwas verwandelt, das er tragen kann, statt daran zu zerbrechen. Bilder kehren zurück. Zuerst undeutlich, wie durch Nebel gesehen, dann schärfer. Holz. Arbeit. Das Lager bei den Minen. Dann plötzlich Trolle. Groß. Plötzlich. Bedrohlich nah. Er läuft. Der Weg zur Stadt, der Gedanke an Schutz, an Mauern, an Sicherheit. Ein Tisch. Die Bank. Erschöpfung. Und schließlich Dunkelheit. Etwas packt ihn. Reißt ihn zurück. Der Schmerz ist sofort wieder da, scharf, brennend, unerbittlich, und diesmal entkommt ihm ein heiserer Aufschrei, roh und unkontrolliert. Er vernahm eine Stimme. Fremd, aber ruhig. „Keine Angst … ich werde dir helfen …“ Hände an ihm, vorsichtig, zielgerichtet, tastend. „Kau das“, sagt die Stimme, ruhig, bestimmt. „Es nimmt dir den Schmerz.“ Etwas wird ihm in den Mund gedrückt. Er kaut. Langsam und schwerfällig. Die Substanz ist zäh und bitter, sein Kiefer arbeitet träge, als gehöre er nicht mehr zu ihm. Dann beginnt sich etwas zu verändern. Die Ränder seiner Wahrnehmung verschwimmen, werden weich, verlieren ihre Schärfe. Der Schmerz weicht zurück, nicht vollständig, aber genug, um ihn loszulassen. Sein Körper gibt nach. Die Dunkelheit kehrt zurück. Diesmal tiefer. Und er fällt. Beiträge in diesem Thread
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