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Antwort auf: Sziedeyna - Sziedeyna

Vor einem Jahr: Der Turm

Sziedeyna 01.02.2026 17:22
Email: keine
Discord: keine

Die Ereignisse in diesem Beitrag passieren in einer Parallelwelt.

Sziedeyna war wieder unterwegs. Sie hatte jüngst einen ihrer Aufträge erledigt und war auf dem Rückweg von Minoc. Sie wählte diesmal ihre Route nördlich des Schwarzsteingebirges. Die Rückwege nutzte sie immer zur Erkundung von ihr bisher unbekannten Gebieten. Es war wichtig, dass sie stets neue Quellen erschloss für die Art Materialien, die sie für ihre Auftraggeber besorgte. Insofern war Sziedeyna nicht bloß Auftragnehmerin, ihre Arbeit machte sie auch zu einer Abenteurerin. Sie hatte vor einer Weile mal gehört, dass es irgendwo nordwestlich des Gebirges Ruinen geben solle. Die örtliche Nähe wollte sie nutzen.

Es wurde langsam dunkel. Ihr bescheidenes kleines Lager schlug sie am Fuß des Gebirges auf. Zum Glück hatte es eine Weile nicht mehr geregnet und die Nächte waren verhältnismäßig warm. Ein Feuer benötigte sie dennoch, wenn sie am nächsten Morgen nicht durchgefroren sein wollte. Sie ging etwas trockenes Feuerholz sammeln und schaute sich aufmerksam um. Zunächst war nichts Auffälliges zu beobachten. Ein offener Wald befand sich um sie herum. Die Bäume standen in kleinen Gruppen und ließen immer wieder Freiräume. Für einen Vogel mag es von oben wie eine von Geröll durchzogene Fläche mit vielen gelbgrünen Tupfen gewirkt haben.

Als Sziedeyna schon etwas geeignetes Holz gefunden hatte, fiel ihr etwas auf, das sie zuvor nicht bemerkt hatte. In einiger Entfernung schien etwas hinter einer jener Baumgruppen hervorzuragen, das größer war, aber sich gleichzeitig leicht dem Blick verweigerte, da es mit dem grauen Hintergrund des Gebirges optisch gut verschmolz. "Ein... Turm", dachte Sziedeyna. Das weckte ihr Interesse, aber da es immer dunkler wurde und sie noch etwas Holz sammeln musste, beschloss sie, dem Turm erst am Morgen einen Besuch abzustatten.

Nachdem sie genug Holz gefunden hatte, kehrte sie zu ihrem Lager zurück, stapelte einen Teil des Holzes über einer kleinen ausgehobenen Mulde pyramidenförmig auf und erweckte erste Flammen mit Hilfe eines Zunderschwamms und Zündhölzern. Sie holte sich etwas Proviant aus ihrer Tasche und genoss den Moment der Ruhe, während ihre Gedanken sich um den Turm drehten, den sie morgen näher erkunden würde.

Inzwischen war es schon komplett dunkel geworden und die Sterne standen am Himmel. Der Mond versteckte sich jedoch zu dieser Zeit des Monats. Sie legte letztes Holz auf und bereitete sich für die Nacht vor. Sie breitete die Schlafrolle aus und entfaltete ihre Decke, da meinte sie plötzlich etwas im Augenwinkel bemerkt zu haben. Sie wendete den Kopf ruckartig zur Seite, zu dem Ort, wo sie glaubte, dass dort etwas gewesen sein musste. Aber nichts. Sie schüttelte ungläubig den Kopf. War es Einbildung? Für gewöhnlich war sie nicht schreckhaft, wenn sie allein irgendwo in der Wildnis übernachtete. Sie neigte nicht zu Einbildungen. Aber vielleicht war es diesmal eine, fragte sie sich.

Das Feuer war inzwischen nur noch eine schwache Glut, die Nacht im vollen Gang. Da wachte Sziedeyna plötzlich auf. Ihr Schlaf war diese Nacht ohnehin leicht gewesen, auch weil sie die "Einbildung" nicht ganz losgelassen hatte. Sie hatte ein seltsames Gefühl... als ob sie nicht allein wäre. Sie lauschte, nichts. Es war still. Da fiel es ihr auf: Vielleicht zu still. Keine Nachttiere waren zu hören. Sie erwartete sicher kein Vogelgezwitscher um diese Zeit, aber sie hörte keine Eulen, kein leises Rascheln im Gehölz, absolut nichts. Selbst der Wind schien stillzustehen. Vorsichtig, fast unmerklich änderte sie ihre Position, um ihre Umgebung zu sondieren. Die Sterne gaben ihr immerhin etwas Hilfe und ließen die Umgebung nicht in völliger Dunkelheit verschwinden.

Die glimmenden Reste des Feuers zogen automatisch Sziedeynas Blick auf sich, als es sie wie ein Ruck durchzog. Auf der anderen Seite, hinter der Glut, meinte sie plötzlich eine dunkle Gestalt ausfinding zu machen. Sie schreckte hoch und griff suchend hinter sich schauend nach ihrem Schwert. Als sie es innerhalb weniger Sekunden in der Hand hatte und in Kampfhaltung auf den Beinen war, das Herz pochend und den Körper von Adrenalin geflutet, fand sie jedoch niemanden mehr vor. Ihr Blick wanderte suchend umher, sie lauschte immer wieder. Aber es schien, als wäre da nie etwas gewesen.

Eine Sache hatte ihr jedoch gezeigt, dass es keine Einbildung gewesen sein konnte. Nachdem sie das Schwert langsam wieder gesenkt und es zögernd in die Scheide zurückgeschoben hatte, fiel ihr auf, dass diese Totenstille verschwunden war. Der Wald, der sich im blassen Sternenlicht um sie herum wie übergroße Wattebäusche manifestierte, war in einen Zustand zurückgekehrt, der ihr wieder vertrauter vorkam. Ab und an ein Rascheln am Boden, das wohl nur von einem sehr kleinen Tier stammen konnte, oder der Ruf eines Nachtvogels. Diese Nacht konnte sie nicht mehr richtig schlafen, sondern versuchte, in einem Dämmerzustand eine Grundwachsamkeit zu bewahren, während sie sich dennoch bestmöglich ausruhte.

Die Nacht verlief ohne weitere Zwischenfälle und wich allmählich dem Morgengrauen. Sziedeyna stand auf, aß noch etwas und packte ihre Ausrüstung zusammen. Sie schaute sich um und machte den Turm in der Ferne aus, der ihr in diesen Sichtverhältnissen wohl niemals aufgefallen wäre, wenn sie nicht gewusst hätte, dass er da war. So machte sie sich auf den Weg...


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