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Antwort auf: Vor einem Jahr: Der Turm - Sziedeyna

Ende?

Sziedeyna 01.02.2026 20:21
Email: keine
Discord: keine

Ancanagar, die zuletzt von Sziedeyna eigentlich regelmäßig besucht worden war, musste sich fragen, was wohl passiert war. Aber sie wusste nichts von den jüngsten Ereignissen. Nicht vom Keller, nicht vom fahrenden Volk und auch nicht von der Begegnung mit dem Mädchen und ihrer Familie.

Dabei verging keine Sekunde, in der die Ereignisse Sziedeyna nicht innerlich wie ein Schwarm wütender Wespen verfolgten, nachdem man in ihr Nest gestochen hatte. Immer wieder blieb ihr die Luft weg, die sie eigentlich gar nicht mehr brauchte. Das Gefühl, wie der Dolch sich in ihr Herz bohrte, überkam sie plötzlich, sobald ihre Gedanken nicht abgelenkt waren, und damit auch das Gefühl zu ersticken. Manchmal glaubte sie, ihr Herz würde wieder schlagen, aber dann spürte sie genau hin und merkte, dass es nur ein Echo sein musste. Es war alles zu schlimm für sie. Sie wusste nicht, was sie tun sollte, wie sie damit umgehen konnte.

Nächte vergingen. Sziedeyna hatte sich weiterhin einsam in der Wildnis durchgeschlagen. Ihr kamen Gedanken, wie sie dem Schmerz ein Ende bereiten könnte, indem sie sich selbst ein Ende bereitete. Sie dachte an die Sonne, die in diesen Momenten eher Erlösung zu versprechen schien. Aber etwas hielt sie noch. Ancanagar. Sziedeyna beschloss nun, Ancanagar endlich wieder aufzusuchen. Aber würde sie es wirklich tun? Würde sie wirklich so vor ihr stehen mit all dem Erlebten? Sie wusste es noch nicht und machte sich mit sehr gemischten Gefühlen auf den Weg zu Ancanagars Turm, nachdem sie die Orientierung wiedergefunden hatte.

Als Sziedeyna den Turm endlich erreichte, begann der Morgen bereits, für eine leichte Aufhellung am Horizont zu sorgen. Es würde nicht mehr lange dauern, bis das Licht der Sonne zur tödlichen Gefahr für Sziedeyna würde. Aber sie blieb vor dem Turm stehen. In ihr tobte ein Krieg, der aus innerlicher Zerrüttung geboren war. Die Kriegsparteien waren Lebenswille und Todessehnsucht. Währenddessen führte der Morgen unaufhörlich sein Werk fort. Sziedeyna rührte sich nicht. Allmählich begannen erste Sonnenstrahlen sie zu erfassen und lösten ein sachtes Zischen auf ihrer Haut aus, fast zärtlich. Ein paar Tränen lösten sich und liefen ihre Wangen herunter. Die Sonne stieg weiter. Es schien, als hätte Sziedeyna sich entschieden, hier an Ort und Stelle zu vergehen, indem sie sich der Sonne übergab.

Aber dann passierte etwas, mit dem sie nicht gerechnet hatte…


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