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Schatten über Cove

Paranax von Kord

Breit grinsend und mit einem zufriedenen Nicken öffnete er die Tür zu seinem Haus in Cove.
„Herrlich, genauso unaufgeräumt, wie ich es verlassen habe. Es ist doch wirklich nirgends schöner als in den eigenen vier Wänden.“

Gut, viel mehr als genau diese vier Holzwände waren es zwar auch nicht, doch das kümmerte ihn herzlich wenig.
Für seine mittlerweile geringen Ansprüche reichte es doch allemal, und immerhin stand das Ganze noch.
Er war gerade erst von einem kleinen Urlaub zurückgekehrt, ganz nach dem bewährten Grundsatz: raus aus der Stadt, weg von Lärm, den Leuten
und sämtlichen lästigen Pflichten und hinein in den Wald sowie an den Strand. Genauer gesagt hatte es ihn westlich von Yew verschlagen,
wo er tagsüber barfuß mit Bier und Wein am Ufer gelegen hatte.

Die Abende wiederum hatte er sich mindestens ebenso hart gestaltet: mal in den weichen Kissen der Legion, mal ganz vornehm im hauseigenen Badehaus.
Kurz gesagt, es war eine anstrengende Zeit voller Opfer, Entbehrungen und erstaunlich viel Wein gewesen.

Kaum hatte er jedoch den ersten Schritt ins Haus gesetzt, folgte ein kurzes Augenrollen samt Seufzer,
als er mit dem rechten Fuß auf drei Briefe trat. Er hob sie auf und öffnete einen nach dem anderen.
Ein etwas größerer Umschlag enthielt die aktuelle Ausgabe der:Namoth Jagd, Nr.283: „Von Waidmännern für Waidmänner – die Rehjagd beginnt.“
Dazu kamen noch zwei kleinere Schreiben:
Eines von Dis Gudeman mit einem Handelsangebot für Balg und Fleisch,
Das andere von Gordon, dem Steinmetz von Cove, adressiert an die Stadtverwaltung und, zu seiner eigenen Verwunderung, auch an ihn selbst.

Leicht irritiert kratzte er sich am Kopf, legte die Jagdausgabe fürs Erste aufs Bett und die beiden übrigen Briefe auf den Tisch.
„Kranke in Cove, die herumlaufen und Einwohner beißen also? Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt. Und was soll ich jetzt genau machen, ihn etwa zurückbeißen?“
Ein kurzes Lachen entfuhr ihm über seinen eigenen gelungenen Witz, ehe er kopfschüttelnd zum Schrank trat. Die Birkenstock-Sandalen, die kurze Hose und der ärmellose Fetzen wurden
gegen das auffällig orange Hemd, die schwarzen Plattenbeine und den dazugehörigen Umhang getauscht.
Ein kurzer Blick an sich hinab, dann bestätigte er sein Erscheinungsbild mit einem knappen: „Perfekt, wie immer, du siehst so verdammt gut aus...“

Er machte sich auf den Weg in Richtung Derrys Taverne, in dessen Nähe sich dieser Kranke wohl angeblich aufhalten sollte.
Doch ehe er sich um irgendwelche Dinge kümmerte und auch falls es dabei Schwierigkeiten geben sollte, wollte er zuerst noch bei Eric vorbeisehen,
dieser würde ihn bestimmt begleiten, wenn er noch nicht vor Ort ist.
Vorallem hatten die beiden nach seiner Abwesenheit bestimmt einiges zu besprechen und nachzuholen, vorallem flüssiges.

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