E'lessar hatte die kurze Begegnung mit Ira genossen. Und doch war sie zugleich Erinnerung: Er musste mehr tun. Wann hatte sich das so geändert? Er konnte sich nicht erinnern, wann er zum ersten Mal jemanden ausgesandt hatte, statt selbst im Auftrag der Elfen, des sala'mandra oder des Bundes auf eine Reise zu gehen. Er war sich nicht sicher, ob ihm das gefiel. Yllaria hatte das Buch zu Nonair nach Britain gebracht, und dort .. sich selbst in Gefahr gebracht. "Weil du nicht genau genug gesprochen hast, Enivri E'lessar." er hörte Malindras Stimme, als würde sie neben ihm stehen. Und wie gewöhnlich hatte sie recht. Die beiden jungen Magier hatten keinesfalls nur nach einer Verbindung gesucht. Sie hatten aus dem Konglomerat an Magie, welches der Untote in das Buch gegossen hatte nur einen einzeigen Splitter herausgelöst und den Rest der Magie nicht einmal im Auge behalten. "Dies ist deine Vorbereitung, Enivri E'lessar?" wieder die Stimme Malindras. Doch dieses Mal hatte er sich der Lektionen erinnert. Die meisten der Manaknoten, die er um das Buch geknotet hatte waren tharza'mandra, Zauber des Schutzes. Doch rund um die Magie des Buches, zwischen die Seiten gewoben, sorgsam mit seinen Rändern verschmlozen war das dha sanya fiala valva. Weder Nonair noch Yllaria hatten die Verbindung bemerkt, doch als Nonairs Fehler das arkane Gewebe erschütterte, war E'lessar zumindest nicht blind. Die chaotische Veränderung, die danach aus dem Buch troff, hatte in Windeseile auch diesen Zauber verschlungen, denn wie es seine filigrane Natur war, konnte er dem Drängen der Magie nicht so standhalten, wie es die Schutzzauber vermochten. Und nun? E'lessar war versucht, es den beiden zu überlassen, den Fehler zu finden - aber das Phylakterium war zu gefährlich. "Was würdest du aufgeben, um den Wald zu schützen, Enivri E'lessar?" Diese Lektion würde er nicht vergessen. Seine Iphaldi erzitterte im Protest, als das Mana zweier Zauber zugleich durch sie floss, Mana zu Fäden verband, Fäden zu komplizierten Knoten, vielfach verschlungen. Mühelos überwand die Magie die Distanz zwischen Yew und Britain, liess ihn nördlich von Nonairs Haus aus dem Schatten treten. Zugleich sollte Yllaria die Nachricht erhalten, ihn hier zu treffen. Sorgfältig, methodisch umrundete er das Haus, wob das uida mandra sanya’ray um die steinernen Mauern. Bis die junge Elfe sich zu ihm gesellen würde, galt es herauszufinden, welcher Schaden angerichtet wurde - und wie man ihn reparieren mochte. Der Teppich und das Wesen, dass aus der Verbindung von Geometrie und Mana geboren wurde liess ihn innehalten. Dem Fleischgolem nicht völlig fremd - eine Magie, für die Kaltivel eine Vorliebe zu haben schien. Sorgsam nahm der Geist E'lessars Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Wesen in sich auf. Diese Fixierung auf einen unbelebten Körper - für seine Diener, für sich selbst - würde er nutzen. Seine Gedanken woben bereits einen neuen Knoten in das Gewebe seiner Iphaldi. Für einen Moment war das Muster des Zaubers unter dem flüssigen Gewebe erkennbar, dann hatten die Bewegungen des Stoffes es verborgen. "Mandra uida aya a'dao feyra. Sa'Aramor, Enivri E'lessar" Unwillkürlich musste E'lessar schmunzeln. Die Worte hatte er schon einmal gehört, doch in seiner Erinnerung war fast verblasst, wie Malindras Stimme klang, wenn sie ihn lobte. Doch die Erinnerung war zurückgekehrt. Beiträge in diesem Thread
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