Yllaria stand in Yew neben Farendor, dem Reisemagier, und suchte ein weiteres Mal nach Spuren. Die Waldelfe schloss die Augen und versuchte, den Geruch des Panthers auszumachen, besonders dort, wo der Kampf deutliche Spuren in der Stadt hinterlassen hatte. Doch schon nach wenigen Augenblicken schüttelte sie den Kopf. Es war viel zu wenig. Die wenigen verbliebenen Fährten waren längst von zahllosen anderen Gerüchen überlagert worden und entzogen sich ihren Sinnen und ihrer Erfahrung. Wann immer sie in den Morgenstunden versucht hatte, in die Meditation zu finden, war ihr Geist zu unruhig gewesen, um wirklich loszulassen. Sie hatte Be’ryll fasziniert beobachtet, wie er sich vor Are’vins Haus mit den ersten Strahlen der Sonne verwandelt hatte. Ihr Blick hatte lange auf ihm geruht, während sie die Ereignisse, von denen er berichtet hatte, noch einmal in Gedanken durchging. Vorerst würde er in der Elfensiedlung bleiben und sie freute sich darauf, gemeinsam mit ihm die Gegend zu erkunden. Es war außerdem eine gute Gelegenheit, mehr Elfen den Gargoyle kennenlernen zu lassen. Zurzeit konnten sie jede Fürsprache gebrauchen. Die Waldelfe ließ den Blick über die Siedlung schweifen. Sie verstand, warum Are’vin sich hier so wohlfühlte. Das leise Rauschen der Blätter, die friedliche Atmosphäre und das stetige, beruhigende Plätschern des Wassers verliehen dem Ort eine besondere Ruhe. Doch selbst diese vermochte ihren Geist nicht zu besänftigen. Sie konnte die Aufklärung des Angriffs nicht einfach den anderen überlassen. Zudem waren sie recht eilig aufgebrochen. Sie benötigte zumindest einige Dinge aus ihrem Haus und wollte die beiden Katzen mitnehmen. Be’rylls kleine Katze war viel zu neugierig, um ängstlich zu sein, und Haku wäre vermutlich zutiefst beleidigt, wenn sie länger fortblieb und ihn nicht mitnahm. Nun ja, dann würden wohl noch mehr Bewohner vorübergehend umgesiedelt werden. Ein leichtes Schmunzeln huschte über ihr Gesicht bei der Vorstellung, wie die beiden Katzen vermutlich versuchen würden, sich in Are’vins Bett zu schleichen. Keiner von ihnen würde sich freiwillig mit einem Schlafplatz vor dem Haus zufriedengeben, wenn drinnen weiche Laken und warme Decken auf sie warteten. Wann immer ihr Blick über Be’rylls Flanke glitt, meinte sie den Schmerz beinahe selbst spüren zu können. Unverständnis flammte in ihr auf, dicht gefolgt von Wut. Vor allem die Umstände störten sie. Ein Angriff mitten in Yew, während Be’ryll gerade versucht hatte, den Sumpf in der Stadt einzudämmen. Sie wusste, wie anstrengend diese Aufgabe für ihn gewesen war und dennoch hatte er sie übernommen. Wenn Elessar mit seiner Vermutung recht hatte, dass es sich um einen Fey in Verwandlung gehandelt hatte und dieser Be’rylls Magie hatte wahrnehmen können, dann wäre vielleicht selbst Elessars Zauber wirkungslos. Also hatte sie ihre Magie gerufen und war nach Yew zurückgekehrt. Doch sie konnte auf dem Platz nichts Konkretes mehr ausmachen. Sie würde Garou und Nathan um Unterstützung bei der Suche nach dem Panther bitten. Das Gefühl, dass sich ihre Fähigkeiten gut ergänzten, ließ sie nicht los. Und wenn sie ehrlich war, freute sie sich auch ein wenig auf die gemeinsame Jagd. Besser, sie schöpften alle Möglichkeiten aus und fanden den Panther schnell. Je eher sie Gewissheit hatten, desto eher würden sie nach Hause zurückkehren können. Wieder überwand ihre Magie den Raum und wenig später stand Yllaria mit den beiden Katzen und einer vollgepackten Tasche vor Are’vins Haus. Kaum hatte sie die Tiere abgesetzt, liefen beide zielstrebig auf die Tür zu und verschwanden im Inneren, als hätten sie nie irgendwo anders gewohnt. Die Waldelfe hoffte, dass sie seine Gastfreundschaft nicht überstrapazierten, musste aber dennoch schmunzeln. Nur zu gern hätte sie sein Gesicht gesehen, wenn zwei völlig fremde Wesen ganz selbstverständlich beschlossen, sein Zuhause ebenfalls zu ihrem Zuhause zu erklären. Yllaria stellte die Tasche ab und zog sich anschließend in den Kirschbaum zurück. Nun, da sie einen konkreten Plan gefasst hatte, breitete sich die Müdigkeit umso deutlicher in ihr aus. Die Anspannung der vergangenen Stunden machte sich bemerkbar und ihre Gedanken wurden langsam ruhiger. Also machte sie es sich zwischen den Ästen bequem. Mit einem letzten Blick auf Be’ryll ließ sie sich schließlich in die Meditation sinken. Beiträge in diesem Thread
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