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Re: Verbundene Wege - die Jagd konnte beginnen!

Garou

Garou hatte den Worten der Waldelfe gelauscht, so aufmerksam, wie ein Wolf eben lauschen konnte. Seine Ohren drehten sich bei jedem Laut in ihre Richtung, fingen die vertraute Stimme auf und verloren sich doch immer wieder in anderen Dingen. In dem Rascheln der Blätter über ihnen. Dem Zirpen eines Insekts irgendwo zwischen den Häusern. Dem leisen Knacken von Holz, das sich unter dem Gewicht der Zeit verzog. Die vielen Gedanken, die Yllaria aussprach, glitten an ihm vorüber wie Wasser um einen Stein. Fey, Verwandlungen und Möglichkeiten waren Dinge für jene, die sich mit Worten beschäftigten. Für Garou war nur wichtig, dass jemand angegriffen worden war und dass Yllaria den Angreifer finden wollte. Als sie nähertrat und ihre Magie über ihn streichen ließ, hob er den Kopf ein wenig und schloss für einen Herzschlag die Augen. Die Berührung ihres Zaubers erinnerte ihn an einen Sonnenstrahl, der nach einem kalten Morgen durch das Blätterdach fiel und das Fell erwärmte. Zufrieden schob er seine Schnauze gegen ihre Seite, nicht stärker als nötig, nur fest genug, um ihr zu zeigen, dass er verstanden hatte. Danach setzte er sich und blickte zu ihr auf. Seine Ohren waren aufgerichtet, seine Haltung ruhig und aufmerksam. Mehr brauchte es nicht. Yllaria würde wissen, dass er sie begleiten würde. Allein auf die Jagd zu gehen war etwas für junge Wölfe, die noch glaubten, die Welt bestünde nur aus ihren eigenen Pfotenabdrücken. Ein Rudel blieb zusammen. Das war eine Wahrheit, die älter war als jede Sprache. Anschließend wandte Garou sich den Spuren an der Hauswand zu. Die tiefen Kratzer hatten das Holz aufgerissen und selbst für seine ungeübten Augen war zu erkennen, welche Kraft dahintergestanden haben musste. Langsam trat er näher und senkte den Kopf. Seine Nase glitt über die rauen Fasern des beschädigten Holzes. Die Gerüche der Siedlung lagen dicht übereinander wie das Laub eines Waldbodens nach vielen Herbsten. Menschen und Elfen hatten ihre Spuren hinterlassen. Rauch hing in der Luft. Der Duft von Holz, Erde und den unzähligen kleinen Tieren, die zwischen den Häusern lebten, vermischte sich zu einem Wirrwarr aus Eindrücken. Dazwischen lag Nathan. Garou verzog die Lefzen zu etwas, das bei einem Wolf beinahe einem Grinsen gleichkam. Der Mann roch noch immer nach Asche und Rauch. Als hätte er beschlossen, ein Lagerfeuer zu werden und nun sehr zufrieden mit dieser Entscheidung zu sein. Doch hinter all diesen Gerüchen verbarg sich noch etwas anderes. Zunächst war es kaum mehr als ein Schatten zwischen den Düften. Eine Spur, die beinahe unterging. Garou schritt langsam über den Platz, hielt immer wieder inne und prüfte die Luft. Seine Nüstern bebten, während er die Gerüche auseinanderpflückte, so wie ein Vogel mit seinem Schnabel Insekten aus der Rinde eines Baumes zog. Schließlich blieb er stehen. Sein Körper erstarrte und seine Ohren richteten sich auf. Da war er wieder. Schwach, aber unverkennbar. Der Geruch eines Raubtiers. Nicht der Duft eines Wolfes und auch nicht jener einer Wildkatze. Er war schwerer, fremdartiger und von jener lautlosen Gefahr erfüllt, die großen Jägern eigen war. Garou sog die Luft tiefer ein und erkannte nun die Richtung, aus der die Spur kam. Der Panther war hier gewesen. Vielleicht vor Stunden, vielleicht früher. Doch sein Geruch haftete noch immer an diesem Ort wie Tau an einem Blatt im ersten Licht des Morgens. Langsam hob der Wolf den Kopf und blickte zu Yllaria und Nathan zurück. Seine bernsteinfarbenen Augen glänzten aufmerksam. Dann wandte er die Schnauze in die Richtung, in die die Spur führte, und verharrte dort reglos. Die Jagd konnte beginnen.

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