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What a beautiful Day

Tath'raen

Tath'raen stand an einer Ballustrade und schaute in den Hof hinunter, wo erst Xeal'vyra und Ruchi trainierten und jetzt Zynrae anstelle der ersten Priesterin steht. Jedenfalls beobachtete Tath'raen gerne die Priesterinnen beim Üben. Sie tanzten immer hübsch umeinander herum und stichelten mit ihren niedlichen Waffen aufeinander ein. Viel zu viele überflüssige Bewegungen, aber Priesterinnen würde nie lernen, dass es sinnvoll sein kann, gelegentlich einen Treffer einzustecken, um danach in einer besseren Position für den eigenen Gegenschlag zu stehen. Beispielsweise hatte Xael'vyra zwei Finten direkt nacheinander vollführt und Ruchi machte bei dem Tanz mit. Er hätte sich spätestens nach der ersten Finte mit seiner ganzen Masse auf den Gegner geworfen und diesen versucht umzuwerfen. Dann mit der Zweihandaxt den Brustkorb spalten, wie eine gebratene Tiefenrothre auf dem Festtagstisch. Ein Seufzer entwich dem Sargtlin als er sich vorstellte, wie eine der Priesterinnen unter ihm lag - ausgeliefert. Eine schöne, wenn auch gefährliche Vorstellung. Bei dem Gedanken streifte sein Blick Zynraes Kurven und er gab sich keinerlei Mühen, es anders aussehen zu lassen, als was es war. Scheinbar bemerkte sie seinen Blick, denn ein leichter Schauer durchfuhr die junge Priesterin. Bwael, sie spürt meine Blicke. Soll sie nur.

Dann war die Show jedoch vorbei. Eine dunkle Kuppel entstand um Ruchi und Zynrae herum. Es war nichts mehr zu sehen. Tath'raens Finger krallten sich in das Geländer der Ballustrade. Es ärgerte ihn, wenn sein Ausblick gestört wird. Vorallem, wenn Magie im Spiel war. Und Geheimnisse. Was die beiden Drow da wohl alleine in der schwarzen Kugel besprechen? Jeder andere Sargtlin würde nun die beiden weiter beobachten, ihnen heimlich folgen, sie belauschen etc.pp. - Doch er war kein gewöhnlicher Sargtlin und nebenbei ist Heimlichkeit nicht sein Stil. Er ist eher derjenige, der eine Tür mit einer Axt einschlägt und den Kopf hineinsteckt, um seine schreienden Zielpersonen zu finden. Ein Lächeln breitete sich auf Tath'raens Gesicht aus, als er Tagträumen von verängstigten Drow in einer kleinen Kammer nachsinnte.

Ein Blick in dem Hof verriet ihm, dass dort immer noch die schwarze Kugel war. Tath'raen griff nach seinem Helm, setzte diesen auf. Dann drehte er sich um und machte einen Schritt in Richtung Wand, wo seine frisch geschärfte Axt stand. Ein schönes Stück Mithril, mit zwei Schneiden, von denen jede für sich genommen größer war als der Kopf von Ruchi - oder Zynrae - oder beide; schließlich hatte eine zweischneidiges Axt eben...zwei Axtblätter.

Eine Melodie summend ging Tath'raen den dunklen Gang entlang, um das Trainigsgeläde zu verlassen. Seine Axt streifte dabei über den Boden und sang eine helle Stimme zu seinem Lied. Was war das heute nur für ein schöner Tag.

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