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Re: My Dark Sister’s Clerical Vows

Xael'vyra Ky'Alur

Xael’vyra war verdammt nochmal genervt. Die Stille zwischen ihren eigenen Schlägen war ein heiliger Raum, gespickt mit dem Geräusch von Atem und Aufprall, und Ruchi, diese neue Priesterin hatte ihn mit ihrem plumpen Geflüster und ihrem gaffenden Blick entweiht. «Was zum Teufel?» – die Worte waren so dumm wie aufdringlich. Für einen flüchtigen Augenblick fragte sie sich, ob es die plötzliche Störung oder die Art, wie Ruchis Augen an ihr hängen blieben, war, die dieses Brennen in ihrer Brust auslösten, aber der Gedanke zerrann, als die Pflicht zur Antwort sie einholte. «Dann fang an», sprach sie, und ihre Stimme schnitt durch die Luft wie der Dolch an ihrem Gürtel. Sie musterte die Fremde, nahm jede Einzelheit auf, bereit, sie einzuschätzen, zu kategorisieren, zu verachten.

Ruchi war athletisch, ja, mit einer geschmeidigen Stärke in ihren Gliedern, die von Praxis sprach, nicht nur von angeborener Gabe. Ihre langen Haare bewegten sich wie lebendiger Rauch um scharfe, beunruhigend schöne Gesichtszüge. Xael ertappte sich dabei, wie ihr Blick über Ruchis Körper wanderte, die Kurven unter der Trainingskleidung, die gespannten Sehnen an ihrem Hals, und sie spürte einen unerwarteten, unwillkommenen Stich von… Neugier. Sie realisierte sofort, dass Ruchi mit einer verbissenen, fast gierigen Hingabe trainierte; ihre Technik war sauber, effizient, und verriet eine natürliche Begabung, die einen Funken Alarms in Xael zündete. Getrieben von dieser plötzlichen, rivalisierenden Energie, fing sie direkt neben ihr an, wieder auf ihren eigenen Sack einzuschlagen, ihre Bewegungen wurden schneller, härter, eine stumme Herausforderung.

Es schien, als hätte sich zwischen ihnen ein stummer, atemloser Wettkampf entzündet. Sie trieben sich gegenseitig voran, steigerten Tempo und Kraft, bis der Raum nur noch von ihrem keuchenden Atem und dem dumpfen Knallen von Fleisch auf Stein erfüllt war. Schließlich hämmerte und trat sie, beinahe schreiend vor Anstrengung und diesem seltsamen, aufgeladenen Eifer, auf die unschuldige Puppe ein. Xael’vyra sah aus dem Augenwinkel, dass Ruchi nicht nur mithielt, sondern jede Steigerung spiegeln konnte, als wäre sie ihr ebenbürtig. Die Wut, die in ihr aufstieg, war heiß und scharf wie Magma – wie wagte sie? Bevor diese Wut sie überwältigen und sie etwas noch Dümmeres tun ließ, zog sie in einer flüssig-schnellen Bewegung den Adamant-Dolch und trennte mit einem wütenden Schrei und einem einzigen, brutalen Hieb den Kopf der Puppe ab.

Der dumpfe Aufprall des Kopfes auf dem Boden ließ alles andere verstummen. Alle Blicke waren auf sie gerichtet. Verschwitzt, keuchend, mit dieser brutalen, blossstellenden Wut im Bauch stand sie da und starrte auf das Ergebnis ihrer Schwäche. Für einen Moment war sie wie gelähmt. Dann hob sie den Blick und traf auf Ruchis Augen. Ihre eigene Wut zerbröckelte für eine Sekunde zu etwas Weicherem, Verletzlichem, zu blanker Verwirrung. Es war nur ein Hauch, ein Blinzeln lang. Dann versteinerte ihr Gesicht, Scham und Zorn überfluteten sie, und sie rannte aus dem Raum, weg von den Blicken, weg von ihr.

Zurück in der kargen Stille ihres Zimmers, sackte sie gegen die kalte Wand. Was, zur Hölle, war da gerade passiert? Wer war diese Ruchi? Wie konnte sie, Xael’vyra, die Ihr ganzes Leben der Disziplin und Lloth geweiht hatte, von einer… Unbekannten so aus der Fassung gebracht werden? Der Gedanke fraß sich ein: War sie vielleicht die Bessere? Die Würdigere? Lloths wahre Gunst? Das konnte sie nicht zulassen. Sie musste es herausfinden. Alles über sie. Jede Schwäche, jede dunkle Ecke. Diese Ruchi war entweder die größte Gefahr oder die größte Herausforderung, die ihr je begegnet war. Und Xael war entschlossen, sie zu bezwingen.

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