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Am Rande Neu Ariums / der zweite Zug

Faruk Al-Hakeem - vom Wüstenstamm

Auf einer felsigen Anhöhe über Neu Arium stehend, ließ er den Blick über die Werft schweifen. Selbst auf diese Entfernung der die Betriebsamkeit der Werft nicht zu übersehen. Überall bewegten sich Arbeiter durch das Chaos. Hämmer gingen auf Ambosse nieder, Sägen fraßen sich durch Stämme, Karren transportierten allerhand Material zwischen Lagerplätzen und Werkstätten. Wo noch vor wenigen Monaten kaum mehr als eine Ansammlung von Zelten gestanden hatte, erhoben sich Lagerhallen und 2 große Rümpfe auf den Helligen.

Der Gesandte aus dem Osten hatte recht gehabt. Diese Stadt war kein gewöhnlicher Außenposten. Sie war der Anfang von etwas Größerem.

Hosaam interessierte sich wenig für die politischen Gründe dahinter. Er war weder König noch Gelehrter. Doch er verstand den Wert von Handwerkern. Eine Stadt konnte man niederbrennen. Eine Werft konnte man zerstören. Gute Schmiede, Zimmerleute und Schiffsbauer hingegen benötigten Jahre, um ersetzt zu werden.

Nun hatte er hatte seine Reiter versammelt.

Es war kurz nach Mitternacht, als die ersten Krieger die Hügel herabglitten. Wachen wurden beinah lautlos ausgeschaltet. Pfeile trafen iher Ziele aus der Dunkelheit, noch bevor Alarm geschlagen werden konnte. Dann ritten die Krieger auf ihren Pferden herab. Die ersten Gebäude wurden gestürmt. erst dann erwachte die Werft zu hektischer Betriebsamkeit. Menschen schrien. Türen wurden aufgebrochen. Überraschte Arbeiter stolperten aus ihren Unterkünften und fanden sich Krummsäbeln und Speeren gegenüber. Manche ergaben sich. Manche flohen. Manche kämpften.

Diejenigen, die kämpften, bezahlten häufig mit ihrem Leben. Hosaam empfand dabei weder Freude noch Bedauern. Verluste waren Teil eines jeden Überfalls. Wichtig war allein, dass die wertvollen Gefangenen lebend blieben.

Mehrere Dutzend Handwerker wurden noch vor Sonnenaufgang von seinen Männern zusammengetrieben. Schmiede, Zimmerleute, Seiler, Feinhandwerker und Arbeiter aller Art wurden gefesselt und in Marsch gesetzt. Die wenigen Zurückgelassenen berichteten später von einer langen Kolonne, die sich zwischen den Hügeln verlor.

Der Weg den Hosaam und die Gefangenen nahmen führte sie tief in die Berge am Rande der Wüste. Dort in einem Höhlensystem, dass Hosaam und seine Bande, seit Jahren als Versteck nutzten, waren sie schwer zu finden. Dicke Felswände und ein enger Zugang machten den Ort leicht zu verteidigen.

Dort würden die Gefangenen warten. Bis jemand bereit war, ihren Wert zu bezahlen.
Oder bis sich ein neuer Herr fand, der Verwendung für ihre Fähigkeiten hatte.

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