Die Waldelfe war erleichtert, als Garou sich als Zeichen seiner Unterstützung an sie drückte und auf dem Platz scheinbar eine Spur ausmachen konnte. Nathan würde nicht mit ihnen kommen. Also trat Yllaria auf ihn zu, hielt für einen Moment seinen Blick und verschränkte ihre Finger mit seinen. Ein warmes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, während sie ihn sanft ein paar Schritte in Richtung des Waldes zog. Wenigstens den Abschied wollte sie noch einen Augenblick hinauszögern. Als nur noch Bäume sie umgaben und die Geräusche der Stadt allmählich hinter dem Rauschen der Blätter verschwanden, drehte sie sich zu ihm um und lehnte sich für einen kurzen Moment gegen ihn. Mit der freien Hand ließ sie so unauffällig wie möglich etwas in seine Tasche gleiten. Dabei musste sie unwillkürlich schmunzeln. Nun ja, unter anderen Umständen wäre es vermutlich unauffällig gewesen. Als sie den kleinen Flusskiesel heute Morgen im ersten Sonnenlicht hatte aufblitzen sehen, hatte sie sofort an Nathan denken müssen und ihn deshalb mitgenommen. Das Wasser hatte den Stein über unzählige Jahre rund geschliffen, bis seine Oberfläche vollkommen glatt geworden war. Sie hatte einen Zauber auf ihn gelegt, kaum mehr als einen einfachen Manaknoten, der die Wärme der ersten Sonnenstrahlen in sich aufnahm und den Kiesel von innen heraus in einem sanften Licht schimmern ließ. Aus Sorge, der Zauber könnte ihm auf irgendeine Weise schaden, hatte sie ihn zusätzlich mit einem Schutz versehen. Langsam löste sie ihre Finger von seinen und trat einen halben Schritt zurück. „Pass gut auf dich auf.“ Der Wind fing ihre Worte auf und trug sie zwischen die Bäume. Sie sorgte sich dabei nicht um seine körperliche Verfassung. Vielmehr dachte sie an jene kurzen Augenblicke, in denen etwas wie Trauer von ihm ausging, wenn die diese Gefühle richtig deutete. Manchmal kam es ihr beinahe wie Lauschen vor, wenn sie die Empfindungen anderer wahrnahm. Andererseits schenkten ihr diese flüchtigen Eindrücke oft ein tieferes Verständnis für ihr Gegenüber. Mit ihrer Magie erschuf sie ein Tor nach Britain. Nathan schenkte ihr noch einen letzten Blick und trat hindurch. Yllaria atmete noch einmal bewusst ein, bevor sie sich Garou zuwandte. Während sie auf ihn zuging, zog sie ihre Schuhe aus und verstaute sie in ihrer Tasche. Kaum berührten ihre Füße das weiche Gras, streckte sich ihr Geist nach dem Strom des La aus und jede Zelle ihres Körpers schien zu erwachen. Ihre Magie antwortete auf diese Resonanz und sang zu ihr wie ein Lied aus uralter Zeit. Yllaria gab sich dieser Melodie hin. Licht, Freude und das Gefühl tiefer Verbundenheit durchströmten ihren Körper. Ihre Freude war von einer beinahe wilden Lebendigkeit getragen und ließ ein katzenhaftes Grinsen auf ihrem Gesicht erscheinen. Vielleicht war es auch ein Echo der Verbindung zu Garou. Neben ihm angekommen, beugte sie sich zu ihm hinab und formte einen Zauber, der ihnen beiden zusätzliche Geschwindigkeit verleihen würde. Zufrieden beobachtete sie, wie sich die Manaknoten mühelos aneinander fügten. „Ich bin immer direkt hinter dir“, flüsterte sie und strich ihm über das dichte Fell seines Rückens. Eine Verbindung getragen von tiefer Selbstverständlichkeit. Yllaria vermutete, dass es vor allem der andere Teil seines Wesens war, der dieses Gefühl in ihr hervorrief. Es fühlte sich beinahe an wie eine Fortsetzung ihrer selbst. Sie richtete sich wieder auf und spannte die Muskeln an. Als wäre dies der Startschuss gewesen, schossen beide durch den Wald. Der Wind strich durch ihr Haar, der Waldboden flog unter ihren Füßen dahin und die Kraft erfüllte ihren Körper mit jedem Schritt. Lebendigkeit und Freude. Ohne weiter darüber nachzudenken, gab sie sich ganz dem Rausch der Jagd hin. Beiträge in diesem Thread
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