Lange war der Klingentänzer unterwegs gewesen. Tiefer und tiefer in den Wald. Zuerst noch auf den Wegen, dann mehr und mehr durchs Unterholz, vorbei an mächtigen Bäumen, durch dichtes Gestrüpp, über kleine Bäche und tosende Flüsse. Immer dunkler wurde der Wald je tiefer man ihn erkunden wollte. Als wehrte der Yew sich dagegen seine Geheimnisse preis zu geben. Das Sonnenlicht drang nur noch sporadisch durch das dichte Blätterdach. Tage und Nächte waren verstrichen seit seinem Aufbruch. Allein kniete er nun hier im La’e auf einem der höchsten Äste des Baumes den er auserkoren hatte um sich einen Überblick zu verschaffen. Und da lag sie… die verlassene Krypta, Ruinen deren Alter keiner mehr zu schätzen vermochte und ihre einstigen Erbauer wohl längst in der Zeit verloren. So tief in den Yew drangen auch die Elfen nur selten vor. Der Wald verbot Reisen via Rune hier her. Es war eine der ersten Prüfungen überhaupt den Weg zu finden und ihn dann auch zu bestehen. All den Gefahren allein bis zu diesem Punkt zu trotzen. Den Elfen war es erlaubt, gar bestimmt hier zu sein, den Yew zu schützen und ihn zu kennen. Doch leicht machte er es auch ihnen nicht. Es war ein Wunder wie sich Jener, der mit dem Tode spielte, hier verstecken konnte. Unbemerkt, verborgen... Wie hatte er den Weg hier her überhaupt finden können, welch dunkele Magie hatte ihn hergeleitet? Jene die immer noch hier zu verweilen schien. Obwohl sie, die Fey, diesen Ort schon vor geraumer Zeit alle aufgesucht hatten und jene unsagbaren untoten Horden aus diesem Gemäuer und all der tiefliegenden Katakomben der Gnade Rhûns zugeführt hatten. „Amagra, Arc wra“ murmelte Are‘vin während sich dieses Unheil in seinen Augen widerspiegelte. Düster und bedrohlich lag dieser Ort nun vor ihm. Was hatte ihn wieder hierhergetrieben. E’lessar hatte einen anderen Verdacht, Yllaria suchte sicher bereits an anderer Stelle und das gewiss nicht allein. Doch seine Befürchtung war dieser Ort. Was wenn diese Raubkatze doch eine Verbindung mit diesem Arc wra innehatte? Es galt herauszufinden ob eine Verbindung zwischen den Ereignissen bestand. Darum war er hier. Er der Klingentänzer. Tief atmete Are‘vin ein und schob die Gedanken bei Seite. Er war hier nach langer Reise an diesen verlassenen Ort zurückgekehrt. Kurz knirschte er mit den Zähnen. Es war an ihm diesem Ort nun entgegen zu treten. Einst mit vielen der Fey nun war er wieder hier. Allein. Are’vin wischte den Gedanken der Einsamkeit schnell beiseite. Solange er stand ward Licht. Entschlossen mit graziösen, gar federleichten Bewegungen glitt der Elf den Baum hinunter, der Dunkelheit entgegen. Lautlos, die glänzende Rüstung unter einem Gewand verborgen, welches ihn mit dem Wald verschmelzen ließ. Schwert, Dolch und Bogen bereit. Die Ruinen kamen näher und er fühlte wie der Schatten sich seiner zu bemächtigen versuchten. Sie würden ihn nicht aufhalten. Es war nicht mehr sehr weit zu den Ruinen und zu dem verborgenen Eingang der Krypta doch etwas hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Den Blick starr nach vorn verharrte er. Seine Elfenaugen trotzen der Dunkelheit und suchten das naheliegende Dickicht ab, seine Ohren horchten angesträngt. Er spürte eine unerwartete Präsenz. Beiträge in diesem Thread
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