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Vergangenheit und Gegenwart

Ulyrea'sa'jar

Vergangenheit und Gegenwart
Sie standen einander gegenüber. Wo die Luft gerade noch von tiefer Anspannung des Kampfes, klirrendem Metall und sprühenden Funken getränkt war, wich all dies nun dem Gefühl von Leichtigkeit.
Respektvoll sahen die beiden Klingentänzer einander an. Die Waffen gesenkt, der Atem ruhig.
So lange waren sie sich nicht mehr begegnet.
Langsam wanderte der Blick Ulyrea'sa'jar‘s zu seinem linken Arm. Der Stoff seines Gewandes wies einen sauberen kleinen Schnitt auf.
Ruhig und respektvoll sprach er gen Are’vin:
„Ray feya Are’vin, dhao Bhaselya!“
„Bha’iya, gis adshar“
Antwortete Are’vin.
Sie lächelten einander an und etwas geradezu Untypisches passierte. Kein anderer Elf hätte derartiges wohl jemals von einem Klingentänzer gesehen. Geschweige denn andere Spezies.
Doch beide Griffen beherzt den rechten Unterarm des anderen und für einen Moment hätte man meinen können ihre Schultern berührten einander.
Soviel Zuneigung. Wäre es doch bei jedem anderen einer innigen Umarmung oder gar einem Kuss gleichgekommen.
„So lange ist es her Ulyrea'sa'jar“ sprach Are’vin.
Ulyrea'sa'jar nickte lediglich.
„Was führt dich hier her Are’vin…?“
„Nur’za!“

sprach Are’vin leise und sein Blick richtete sich in Richtung der Ruinen und dem verborgenen Eingang zu.
Beide Klingentänzer schritten gemächlich durch die Dunkelheit, der Krypta entgegen.
Die Bedrohung dieses Ortes schien sich geradezu in die düsteren Katakomben des Gemäuers zurückzuziehen.
Die Präsenz der Klingentänzer, der Söhne Ostens selbst, bedrohte nun ihrerseits die Dunkelheit dieses Ortes.
Auf dem Weg zu dem Gemäuer begann ein langer Austausch über Gegebenheiten und Ereignisse. Über ein geflügeltes Wesen, das einst im Yew auftauchte.
Es viele verschiedene Namen: Emerald, Be’ryll, E’lessar, Yillaria und ihr treuer Wolf, Nathan… . Es wurde gesprochen über eine riesige Raubkatze und einen Angriff. Über Rüstungen und Waffen die sich wie von selbst auflösten oder auf unerklärliche Weise verschwunden waren. Und über diesen Ort an dem sie nun waren. Einen Schwarzmagier der sich hatte verführen lassen zur Nekromantie. Und das mitten im Yew. So die Vergangenheit…
Als sie den Eingang der Krypta geöffnet hatten hielten sie für einen Moment inne. Nun waren sie wieder in der Gegenwart.
Es wäre ein leichtes gewesen still und leise zu verfahren. Es lag dem Klingentänzer in der Natur mit dem Schatten zu verschmelzen, wenn es geboten war.
Doch ihr Licht, gemeinsam…
Es gab keinen Grund für Stille.
Wenn hier noch etwas war sollte es wissen, dass sie kommen.
„Û'za varra Shi“
murmelten die Beiden wie aus einem Mund.
Licht würde den Schatten ausmerzen wo immer er auch war.
Beherzt, laut und mit festem Schritt gingen sie in die Krypta. Ihre Schritte hallten von den Wänden und die Schwerter blitzten hell in ihren Händen.

„Ray feya Are’vin, dhao Bhaselya!“ (Vorsicht mein Bruder Are’vin, du Fuchs)

„Bha’iya, gis adshar“ (Gebt acht, verehrter Meister)

„Nur’za“ (Vernichter des Lebens oder Vernichtetes Leben)

Û'za varra Shi (Bringe Licht zur Dunkelheit!)

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